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Kommentare zu: '' Chroniken von Chaos und Ordnung. Band 1: Thorn Gandir''

keinekeinekeinekeinekeinekeine | 27.09.2015 21:24 | Sina

Seit ich das Buch beendet habe, frage ich mich wie ich es bewerten soll – dabei ist die Frage „hat es dir gefallen oder nicht“ sehr schnell beantwortet: ich fand es großartig!
Aber wie kann ich so ein gelungenes Buch in Worte fassen ohne ihm seine Tiefe und seine Begründungszusammenhänge zu nehmen. Ich habe keine Ahnung. Wie man schon erahnen kann, ist es ein Buch, das zwar oberflächlich betrachtet eine einfache (aus einem Rollenspiel erwachsene) Handlung beinhaltet, aber eigentlich ist es viel mehr. Es stellt sich die Frage: was ist eigentlich Gut und was ist Böse. Was ist Chaos und was ist Ordnung und wie gehören diese Begriffe zusammen. Dabei spielen Fragen nach Zufall, Schicksal, Religion und Liebe eine nicht unerhebliche Rolle. Auf diesen 1.Band – und ich gehe davon aus, dass die anderen Bände ähnlich werden – habe ich mich mit unglaublich viel Freude eingelassen. Freude an der Handlung, an der Entdeckung der unterschiedlichen Charaktere, des kulturellen und historischen Hintergrundes und auch auf den philosophisch-religiösen Aspekt.
Wer ein Fantasy-Buch mit einem Helden und seinen Gefährten erwartet, der wird nicht unbedingt enttäuscht werden, aber sollte sich bewusst sein, dass es gar nicht so einfach ist ein Held zu sein. Wie sieht es aus mit der Handlungsmotivation eines jeden Helden? Liebe? Rache? Der Wunsch nach einer „besseren“ Welt? Wie weit darf man dafür gehen?
Die Charaktere werden sehr differenziert und menschlich dargestellt. Sie bleiben nicht an der Oberfläche, sondern laden dazu ein sich mit sich selber und seinen Idealen und Werten auseinander zu setzen. Wenn auch nicht jeder Charakter gleich intensiv betrachtet wird – es ist der erste von insgesamt acht Bänden und ich bin mir sicher, dass der ein oder andere Charakter noch eine entsprechende Würdigung enthält.
Bei jeder Seite merkt man den Autoren an, dass sie sich sehr intensiv mit „ihrer“ Welt und den Hintergründen beschäftigt gesetzt haben. Es macht mir als Leser Spaß die kleinen Details in den Beschreibungen der Welt zu entdecken und mich dann doch immer wieder überraschen zu lassen.
So könnte ich noch lange weiterschreiben. Eines ist mir wichtig zu sagen: Vielen Dank für diese Buch. Es ist ein Kleinod unter den Fantasy-Reihen und ich freue mich riesig auf die Fortsetzung!

keinekeinekeinekeinekeinekeine | 30.12.2018 14:41 | Chili07 https://leseleidenschaft.org/2018/10/25/chroniken-von-chaos-und-ordnung-thorn-gandir-j-h-prassl/

Herzlichen Dank an den Acabus Verlag für das Rezensionsexemplar! Achtung: einige Spoiler vorhanden.
In diesem Fall fange ich mal mit dem Beiwerk an - denn ich denke es ist in diesem Epos von nicht allzu geringer Bedeutung. Es sind 2 Karten enthalten - eine bildet die Fantasy-Welt Amalea 340 nach Gründung Fiorinde ab, die andere Karte wiederum den entsprechenden Ausschnitt des Kontinents Amina. Diese Karten sehen einfach schon toll aus und sind sehr hilfreich bei der Orientierung.
Am Ende des Buches befindet sich ein Register mit Personen, Orten, Göttern, Völkern bis hin zu Maßeinheiten und der Zeitrechnung in Amalea. Und wer noch mehr möchte kann auf einer unglaublich umfangreichen Homepage in den kompletten Personenbeschreibungen mit Vorgeschichte, Karten u.v.m. stöbern. Diese Informationen sind jedoch nicht vonnöten um das Buch zu lesen. Wer mag hat dort die Möglichkeit einfach noch mehr zu erfahren. Die Autoren haben also eine unglaublich durchdachte und auch dichte Welt erschaffen.
Das Epos entsteht u.a. mithilfe eines Pen & Paper - Rollenspiels. Die Autoren haben es uns anläßlich der Leserunde etwas näher erklärt. Interessante Sache - kannte ich vorher ehrlich gesagt nicht (wie ich von Mitlesern erfahren habe, sind manche Bücher aus P&P nicht so angenehm zu lesen). Aber am Ende des Tages ist dieses Buch ein Buch, und zwar ein wirklich mitreißendes Exemplar seiner Gattung.
Wer eine fluffige Lektüre für einen Abend auf der Couch oder mal eben in der Hängematte mit Pina Colada sucht, wird hier an seine Grenzen stoßen. Es empfiehlt sich schon das Ganze in Ruhe und mit einem gerüttelt Maß an Disziplin anzugehen. Wer gewillt ist das zu tun, wird mit einem wirklich tollen Auftakt eines High Fantasy Epos belohnt.
Es gefällt mir sehr gut, dass sich das Buch an das Römische Reich anlehnt - hatte ich schon ewig nicht mehr. Viele Fantasy-Welten ähneln ja Mittelerde (was ich nicht schlimm finde und auch ausdrücklich mag), aber dies ist mal wieder etwas anderes.
Das Buch beginnt spektakulär - man wird sofort in eine Szene geworfen, in der es um Leben oder Tod geht. Thorn ist ein Waldläufer und rettet seine Freundin - eine Elfin- als sie während einer Schlacht schwer verwundet wird. Hilfe erfährt er durch Rosmerta, eine Halbelfin, welche selbst ein Auge auf Thorn geworfen hat. Es herrscht gerade Krieg aufgrund von Sklavenaufständen. Thorns Bemühungen seine Freundin zu retten schlagen fehl - ein weiterer Schicksalsschlag, nachdem er bereits einmal eine Geliebte verloren hat.
Rosmertas Begierde Thorn zu verführen schlägt aufgrund seiner Zurückweisung schnell in puren Hass um, den sie ihn auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit spüren läßt. Die beiden sind Testaceus unterstellt - dem Senator und späteren Imperator vom Valianischen Reich. Er hat die beiden einst damit beauftragt bestimmt Valians Zepter von einem Priesterorden zu stehlen. Kurz darauf wird es ihm wieder von Unbekannten entwendet und er entsendet Thorn, Telos, Bargh und die mysteriöse Chara um die Insignie zurück zu erobern.
Gewürzt wird das die Handlung durch kleine Botschaften, deren Sender und Empfänger wir nicht kennen und durch Rückblicke einer auch nicht bekannten Person. Hier finden sich aber bereits Hinweise darauf, dass die Pro-/ und Antagonisten nur kleine Darsteller in einem großen Schachspiel sind. Wer möchte kann während des Lesens Spekulationen über Gut und Böse anstellen und wird überrascht sein, was sich bewahrheitet oder eben nicht. Da ich dieses Buch anläßlich einer sehr schönen Leserunde lesen durfte, haben wir natürlich innerhalb der Abschnitte sehr viel gemutmaßt. Ich war sehr erstaunt, wie unterschiedlich die Meinungen z.B. zu verschiedenen Charakteren oder Handlungen sind. Dadurch wird meiner Meinung nach auch nochmal die Tiefe und Dichte des Buches deutlich. Scheinbar liest jeder dieses Buch auf seine Weise und zieht für sich eigene Schlüsse. Es gibt nicht immer ein richtig oder falsch.
Die Gefährten begeben sich also auf ihre Reise. Wir haben es hier nicht mit den typischen, unfehlbaren Helden zu tun - das wäre auch langweilig und würde nicht den Stoff für eine ganze Reihe bieten. Jeder von ihnen hat sein kleines oder großes Päckchen zu tragen. Wie groß oder klein, läßt sich noch gar nicht sagen. Es ist also keine Friede-Freude-Eierkuchen-Reisegesellschaft, da blitzt auch hier und da mal eine Spitzfindigkeit mit einer gehörigen Portion Sarkasmus durch.
Im Laufe der Reise werden die Gefährten mit zahlreichen Problemen konfrontiert. Hier sollte man jetzt aber nicht an Aufgaben à la Indiana Jones denken - die gestellten Probleme sind teilweise real, teilweise auch ideologischer Natur. Es kristallisiert sich dabei immer mehr heraus, dass es sich bei der Truppe um eine relativ inhomogene und dadurch sehr explosive Mischung handelt. Die Gefährten - aber auch der Leser - gehen durch einige Wechselbäder der Gefühle.
Insgesamt wird in diesem Band die Magie noch recht dosiert eingesetzt - sie ist vorhanden und macht sich dann und wann bemerkbar, aber erschlägt den Leser nicht. Das hat mir persönlich recht gut gefallen. Insgesamt hatte ich immer das Gefühl, dass alles so passt wie es geschrieben steht.
Über den Schluß möchte ich jetzt mal gar nichts sagen - außer: zum Glück liegt Band 2 schon in Reichweite. Etwas Wartezeit wäre durchaus erträglich (da man alles auch mal sacken lassen muss), aber diese Welt hat mich definitiv in ihren Bann gezogen.

sehr gutsehr gutsehr gutsehr gutsehr gutsehr gut | 16.12.2013 13:35 | Ruth Hackl

Buchempfehlung: CHRONIKEN VON CHAOS UND ORDNUNG –
Band 1 Thorn Gandir

Mein erster Gedanke:
Ein Fantasy-Roman? Oh bitte nein danke! Nichts für mich!

Drachen, Orks und ähnlich märchenhafte Kreaturen stehen drohend im Wege. Magier machen das Unmögliche möglich. Zwerge, Feen und Elfen mischen mit in der fantastischen Welt und hie und da ein Mensch.
Helden und Übeltäter kämpfen und kämpfen. – Gut und böse, langweilig und flach!
So und nicht anders verhält es sich meiner Meinung nach bei den meisten Fantasy-Geschichten.

Thorn Gandir, der erste Band des Romanzyklus Chroniken von Chaos und Ordnung bildet in diesem Genre eine große Ausnahme! Klar agieren auch hier alle möglichen typischen Fantasy-Wesen. Klar werden auch hier Kämpfe gefochten, und was für welche! Doch eingebettet in der abenteuerlichen Handlung ist die Klugheit der Autoren deutlich zu spüren. Gleich auf den ersten Seiten kann man feststellen, dass sie unmissverständlich vom üblichen Schwarz-Weiß-Denken Abstand nehmen und diese Welt samt ihren Bewohnern dadurch sehr realistisch auf den Leser wirken lassen.

Die Handlung gestaltet sich überaus spannend, nicht zuletzt deswegen, weil sie durch eindrucksvolle Stimmungsbilder, die geheimnisumwittert, bedrohlich und teilweise gespenstisch auf den Leser einströmen, getragen wird. Trotzdem bleibt der Humor nicht außen vor.
Besonders die Charaktere sowie deren Interaktion in der Geschichte haben es mir angetan. Sie machen für mich einen greifbar echten und interessanten Eindruck, eben wie Individuen im wirklichen Leben.

Am Schluss dieses Buches wird der Leser mit dem großen und unheilschwangeren Geheimnis um Al’ Jebal alleine gelassen und kann nicht umhin, sehnsüchtig auf den nächsten Band zu warten.

(R. Hackl: Ein dankbarer Fan)

sehr gutsehr gutsehr gutsehr gutsehr gutsehr gut | 19.02.2017 16:47 | Kitayscha

Herangeführt an dieses Buch wurde ich mit den Worten:
"Bist Du es auch leid die immer gleichen Fantasywelten und -geschöpfe auf Deinem literarischen Teller vorzufinden? Wenn Du über den Rand des besagten Teller blicken möchtest, habe ich ein interessantes Angebot für Dich..."
Neue Fantasywelt, neue Geschöpfe, über Tellerrand blicken? Aber immer, nur her damit!

Voller Spannung ging ich also an diesen 1. von acht Bänden heran und fand:
- eine neue Welt, die dennoch der unseren nicht unähnlich ist
- Protagonisten, die weder Helden noch Antihelden sein wollen oder können
- zwei Mächte, Chaos(böse) und Ordnung(gut), die im Nachhinein doch nicht so einfach zu klassifizieren sind
- eine Geschichte der man anmerkt, dass 20 Jahre Arbeit in ihr steckt.

So ganz anders als alle Fantasy ist dies Buch natürlich nicht. Es gibt Magie, es gibt Zauberer und Orks oder auch magische Tiere. Doch, Magie kann hier nicht ohne einen nicht geringen Preis angewendet werden und der Schwerpunkt der Geschichte liegt bei den menschlichen Geschöpfen.

In diesem Buch kratzen wir vor allem erst einmal an der Oberfläche. In Amalea herrscht die Ordnung und die Chaosanhänger werden verfolgt und vernichtet, doch wird schnell deutlich, das dass Handeln der Obersten nicht so richtig zum eindeutig Guten passt.
Die Charaktere lernen wir nur oberflächlich kennen. Keiner gibt viel von sich preis und man kann sich auch noch mit keinem wirklich identifizieren.
Nichtsdestotrotz ist die Geschichte spannend und auch wenn man hier nicht die Chance bekommt die Welt zu retten, ist es doch interessant einmal Mitläufer zu sein, sich alles von Außen anzuschauen und sich seine eigenen Gedanken zu machen. Und ganz besonders das gefällt mir am Besten, das Gedanken machen: Wie könnte es weiter gehen? Was hat ihn/sie so handeln lassen? Was würde ich machen/nicht machen/anders machen? Was hat die Protagonisten geformt, dass sie sind wie sie sind? Wer sind sie überhaupt? Werden sie sich noch stark verändern?

Es werden längst nicht alle Fragen in diesem Band beantwortet, doch während ich das Buch las konnte ich nicht aufhören an es zu denken (sehr gutes Zeichen für ein nachwirkendes, gutes Buch!). Am furchtbarsten war, am Ende zu erfahren, dass der 2. Band erst in einem Jahr erscheint!

Fazit:
In diesem Buch entdecken wir gemeinsam mit den "unfertigen" Protagonisten die erschaffene Welt, die neu und alt zugleich ist, und sie selbst. Um ihren vorherbestimmten Weg zu gehen, müssen sie sich erst einmal selbst finden und dies geht einher mit dem "Roten Faden" des Buches. Genau dieser Unterschied zu den anderen 0815 Fantasybüchern hat mich mitgerissen und begeistert!
Ich kann es jedem empfehlen, der einmal etwas außergewöhnliches und äußerst durchdachtest im Rahmen der Fantasy lesen möchte!!!

 
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