. .
BUCHstäblich NEU
Sie sind hier:

Sektion 3|Hanseapolis. Schlangenfutter

Sektion 3|Hanseapolis. Schlangenfutter

Autor: Pharo, Miriam

lieferbar


Produktart: Buch

Seiten: 248

Größe: 19,0 x 12,5 cm

Sprache: Deutsch

Auflage: 2 Überarbeitete Ausgabe

Verlag: acabus Verlag

ISBN: 9783941404793

Einband: Paperback

zum eBook

EUR 12,90

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
Packender Mix aus Krimi und Science-Fiction! Die Europäische Föderation im Jahr 2066: Die einstigen blühenden Hansestädte im Norden existieren nicht mehr. Hamburg ist ein Nobelbezirk von Hanseapolis – einer Megacity mit über 20 Millionen Einwohnern –, die Lübecker Region eine riesige Industriezone. Dass die Cops 72 Stunden und mehr am Stück Dienst tun, ist keine Seltenheit. Denn Hanseapolis schläft nie. An einem heißen Februarmorgen wird im Sumpf außerhalb der Stadt eine verstümmelte Leiche gefunden. Louann Marino, neu im Morddezernat von Hanseapolis, und ihr zynischer Partner Elias Kosloff nehmen die Ermittlungen auf. Die Spuren führen das ungleiche Paar in die stillgelegten U-Bahn-Schächte unterhalb der glitzernden Metropole. Zur selben Zeit erhält Cedric Dunn, Reporter des Yahoogle Investigation Network, kurz YIN genannt, einen heißen Tipp: Ein Informant will über Korruption und illegale Prostitution auspacken. Ein Nummernkonto aus Singapur ist der Schlüssel, doch der heimliche Zugriff auf die gesperrten Daten bleibt nicht unbemerkt. Ein Wettrennen gegen die Zeit beginnt … Der fulminante Debütroman von Miriam Pharo besticht durch glaubwürdige Charaktere, düstere Kulissen und actionreiche Wendungen, bei denen einem die Luft wegbleibt. Fazit: Dieser Roman ist ein echtes Highlight für alle, die Krimis, Science-Fiction oder beides mögen! Band 1 'Schlangenfutter' des spannenden Zukunftsthrillers um das Ermittlerteam Louann Marino und Elias Kosloff beinhaltet die Teile 'Das rote Pendel' und 'Das Attentat'.
Das forensische Institut befand sich in Hammerbrook, nördlich der HafenCity. Eine Ansammlung von flachen Gebäuden aus rotem Backstein, typisch für die Bauweise des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts, klobig und schmucklos mit Rundbogenfenstern. Nach Anbruch der Nacht war es in den breiten Straßen, die den hermetisch abgeriegelten Komplex durchzogen, so still wie auf einem Friedhof, lediglich in den oberen Levels wurde rund um die Uhr gearbeitet. Die Räumlichkeiten des Forensischen Instituts waren komplett modernisiert und isoliert worden und boten den zahllosen Leichen, die täglich ihren Weg hierher fanden, übergangsweise ein trockenes Zuhause. Für die NIPs allerdings endete die Reise im angegliederten Fragmentierer, der die namenlosen Körper in ihre kleinsten Teile atomisierte. Das Institut litt unter chronischem Geldmangel und das Equipment war alt und überholt. Bei dem Gedanken, dass Leichen hier teilweise noch aufgeschnitten wurden, musste Louann schwer schlucken. Die Mittel reichten nicht einmal für ein Analyzing Tube System aus, kurz ATS genannt. Als Elias und Louann die riesige Autopsiehalle betraten, deren Decke, Boden und Wände mit selbstreinigenden OSC-Platten verkleidet waren, herrschte dort rege Geschäftigkeit. Rund 100 Leichen wurden hier zeitgleich obduziert und der Krach war trotz hoher Trennwände ohrenbetäubend. Gott sei dank funktionierte das Luftreinigungssystem, wie Louann erleichtert feststellte. Elias blickte sich suchend um, als eine maskierte Gestalt die Hand hob und beide zu sich heranwinkte. Louann erkannte hinter dem Gesichtsschutz Danny vom Tatort wieder. Morgen. Ihr kommt genau richtig. Wir sind gerade dabei, eure Sumpf-Leiche wieder zuzuschweißen. Kein schöner Anblick, aber ein äußerst interessanter! Unwillkürlich warf Louann einen Blick auf den zerfetzten Körper, der auf dem Tisch lag. Ihr wurde fast schwarz vor Augen. Wir haben das Opfer die halbe Nacht untersucht. Hatten nichts Besseres vor. Danny lachte, dabei streifte er Handschuhe und Maske ab. Darf ich euch meinen Assistenten Tom vorstellen? Ein großer, sehr schlanker Mann mit auffallend blauen Augen nickte freundlich. Tom, das hier sind die Detectives Marino und Kosloff. Sie sind für diesen Schlamassel hier zuständig. Hi! Übertrieben galant verbeugte sich Tom vor Louann und gab ihr einen imaginären Handkuss. Dabei zwinkerte er schelmisch. Ich freue mich sehr, Sie kennen zu lernen, Detective Marino! Ihre reizende Gegenwart bringt diese dunklen Hallen zum Strahlen. Louann grinste entzückt. Ein Leichenfledderer mit Hang zur Romantik! Endlich mal ein Kollege mit Feingefühl und guten Umgangsformen. Sie linste unauffällig zu Elias hinüber, der aus seiner Ungeduld keinen Hehl machte. Rumturteln könnt ihr nach Dienstschluss, wir haben jetzt keine Zeit für so ’nen Mist! Erzählt uns lieber, was ihr herausgefunden habt. Wer ist das Opfer und was ist ihm zugestoßen? , fragte er barsch in die Runde. Danny lächelte nur breit und begann zu berichten, während Louann innerlich den Kopf schüttelte. Außer ihr schien sich niemand an Elias’ derbem Charme zu stören. Sie schaltete ihr CS/X ein ab jetzt würde jedes Wort aufgenommen und direkt zum Zen-tralserver geschickt werden. Also, das Opfer ist weiblich, zwischen 20 und 30 Jahre alt. 1,80 groß. Schlank, wog wahrscheinlich zwischen 57 und 62 Kilo. Schwer zu sagen, so wie sie zugerichtet ist. Sie ist seit ungefähr 40 Stunden tot. Todeszeitpunkt: Sonntagnachmittag zwischen 15.00 Uhr und 16.00 Uhr. Ohne ATS geht’s leider nicht genauer. Ihrer Knochenstruktur nach zu urteilen ist sie nicht eurasisch, sondern afrikanisch. Sie weist eine tiefe Stichwunde am Hals auf. Soweit wir das feststellen konnten, von einer zirka 16 Zentimeter langen Klinge mit Teilsägezahnung. Ein antikes Jagdmesser vielleicht. Außerdem weist die Leiche ... , Danny blickte auf seine Aufzeichnungen, ... 45 Bisswunden auf. Die meisten an den Armen und am Kopf. Und es fehlen acht ihrer Finger. Ebenfalls abgebissen. Als ob das nicht gereicht hätte, wurde ihr auch noch die Haut abgezogen. Zum Glück post mortem. Aber das wisst ihr ja schon! Er machte eine kurze Pause, möglicherweise um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. Louann atmete tief durch. Bei der Vorstellung, welchen Schmerz und welch tiefe Verzweiflung das Opfer gespürt haben musste, schwankte sie leicht und musste sich gegen die kalte Trennwand lehnen. Besorgt beugte sich Tom zu ihr herunter und fasste sie sanft am Arm. Elias warf ihr einen ungeduldigen Blick zu. Alles klar? , fragte er kalt. Verlegen winkte Louann ab und versuchte sich auf Dannys weiteren Bericht zu konzentrieren. Seine Stimme war monoton, seine Worte dafür umso abscheulicher.

Über den Autor

Pharo, Miriam

Pharo, Miriam

Miriam Pharo, 1966 im andalusischen Córdoba geboren, verbringt ihre Kindheit auf der malerischen Atlantikinsel Oléron im Südwesten Frankreichs. Mit 9 Jahren kommt sie nach Deutschland. Bis zu diesem Zeitpunkt hat sie noch nie Häuser bis zum Horizont gesehen und glaubt, dass... mehr über den Autor

Bewerten und Kommentieren

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus.

 
Design by MKD Mediengestaltung