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Sektion 3|Hanseapolis. Schattenspiele

Sektion 3|Hanseapolis. Schattenspiele

Autor: Pharo, Miriam

lieferbar


Produktart: Buch

Seiten: 248

Größe: 19,0 x 12,5 cm

Sprache: Deutsch

Auflage: 1 Erstauflage

Verlag: acabus Verlag

ISBN: 9783941404410

Einband: Paperback

zum eBook

EUR 12,90

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
Gefangen in den Eingeweiden der Stadt.
Die Europäische Föderation im Jahr 2066: Die einstigen blühenden Hansestädte im Norden existieren nicht mehr. Hamburg ist ein Nobelbezirk von Hanseapolis – einer Megacity mit über 20 Millionen Einwohnern –, die Lübecker Region eine riesige Industriezone. Dass die Cops 72 Stunden und mehr am Stück Dienst tun, ist keine Seltenheit. Denn Hanseapolis schläft nie.
Der Fall des ermordeten Mädchens im Sumpf wird für Elias Kosloff, Senior Detective beim Morddezernat von Hanseapolis, zum Albtraum: In den Helium-3-Förderminen auf dem Mond kommt er einer Verschwörung ungeahnten Ausmaßes auf die Spur, gleichzeitig holt ihn seine Vergangenheit wieder ein. Ein alter Freund trachtet ihm nach dem Leben … und er ist nicht der Einzige.
'Miriam Pharo, die Autorenkollegin, die es meisterhaft versteht SF-Literatur zu schreiben. Die Genres Science-Fiction, Krimi, Thriller, aber auch zarte Gefühle und gesellschaftspolitische Visionen, treffen hier in einem goldenen Schnitt zusammen.'  Michael Milde (Autor von „Das Post Scriptum Gottes“)
Auch der zweite Teil des SF-Erfolgskrimis 'Sektion 3/Hanseapolis' besticht durch Tempo und eine dichte Atmosphäre. Fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite!
Aus Kapitel 7, Dritte Episode: Im leeren Stollen klang das Knurren überlaut. Sahils Magen krampfte sich vor Hunger schmerzhaft zusammen. Seit Tagen irrte er im stinkenden Gedärm des Hamburger Viertels umher. Bei dem Versuch, den Weg zurückzukriechen, den er vor einer gefühlten Ewigkeit eingeschlagen hatte, war er zusammengebrochen. Stundenlang hatte er sich im Fieberwahn gewälzt, die Augen weit aufgerissen, verzweifelt bemüht, das erbarmungslose Schwarz zu durchdringen. Irgendwann war er aufgewacht, geschwächt und orientierungslos. Zu allem Überfluss war sein S3-Implantat unauf-findbar geblieben. Er musste darauf vertrauen, dass er es losge-worden war. Alles andere würde ihn um den Verstand bringen. Zumindest hatte seine Schulter aufgehört zu bluten auf der Wunde bildete sich bereits Schorf. Jetzt, da er wieder einen halbwegs kla-ren Kopf hatte, meldete sich sein Hunger mit unverminderter Här-te zurück. Plötzlich vernahm er leise, trippelnde Geräusche. Direkt auf Bo-denhöhe. Er horchte. Sein Gesicht verzerrte sich zu einem lautlosen Lachen. Zeit zu frühstücken! Das Trippeln kam immer nä-her, da fing Sahils Magen in freudiger Erwartung wieder an zu knurren. Das Trippeln brach ab. Sahil fluchte still vor sich hin und zog den Bauch ein. Wieder lauschte er. Um ihn herum herrschte vollkommene Stille. Sogar die fernen Geräusche über ihm schienen kurzzeitig verstummt zu sein. Sahil wartete mit angehaltenem Atem. Eins, zwei, drei, vier … Regungslosigkeit … fünf, sechs, sie-ben … und wurde belohnt. Das Trippeln setzte wieder ein und be-wegte sich erst zögerlich, dann immer schneller in seine Richtung. Sahils blutige Faust schloss sich fest um die rostige Klinge. Aus Kapitel 6, Vierte Episode: Juma ließ sich Zeit. Elias aber konnte keine Minute länger warten. Das Blut strömte ihm bereits aus Mund und Nase, während seine Gliedmaßen unkontrolliert zuckten. Sein schweißüberströmtes Gesicht fühlte sich unangenehm klebrig an. Vor Schmerz gekrümmt legte er sich auf das schäbige Bett seines noch schäbige-ren Hotelzimmers und verteilte mit zitternden Händen blutreini-gendes Gel auf beide Pulsadern. Die signaturfreie Laserwaffe, die er sich in Hanseapolis besorgt hatte, legte er vorsorglich neben sich. Während er darauf wartete, dass die rettende Katharsis einsetzen und seinen Körper für Stunden lähmen würde, ließ er den Blick schweifen. Die grauen Wände zierten tiefe Risse, der alte Holzfuß-boden war mit dunklen Flecken übersät. Einziges Möbelstück war das Bett mit integrierter Stellfläche und Ausziehkommode, das wahrscheinlich noch aus der Zeit vor dem Krieg stammte. Ein ver-gilbtes Shoji, eine japanische Schiebewand aus Papier, trennte den Raum von der Toilette. Das Zimmer hatte kein Fenster. Von we-gen freier Blick auf den Pazifik! Der perfekte Aufent-haltsort, um unbemerkt zu bleiben. In den Docks von Osaka war alles gerade noch gut gegangen. In buchstäblich letzter Sekunde hatte ihn Juma aus dem Dura-Liquid gezogen. Vollkommen hysterisch war er gewesen, hatte sich wie ein Verrückter aufgeführt und seinen angefressenen Schutzanzug vom Körper gerissen. Dann war er vornüber auf die Knie gefallen und hatte zum Dank Jumas Hosenbeine mit einem Schwall Erbrochenem bedacht. Um den Weg von Kyushu 6 zum Hotel durchzustehen, hatte sich Elias eine Ampulle Tracetamin injiziert, eine synthetische Aufputschdroge. Mit wild pochendem Herzen und Tosen in den Ohren war er ins erstbeste Lufttaxi gestiegen. Bezahlt hatte er mit einer Prepaid-Geldkarte. Jetzt brummte es leise an der Hotelzimmertür. Hastig setzte Elias die Darkglasses auf und drückte auf den Button, der am Kopf-ende des Bettes eingelassen war. Die schmutzig grüne Tür, die unter Spannung gesetzt wurde, flimmerte hier und da riss die Bambusoptik auf und ein muskelbepackter Mann wurde stückweise sichtbar. Der Türspion funktionierte nicht einwandfrei, doch Elias hatte alles gesehen, was er wollte. Mit zitternden Fingern drückte er noch einmal auf den Button und die Tür sprang mit einem leisen ?Klick’ auf. Zögernd trat Juma ein. Mit einer knappen Kopfbewegung zeigte Elias auf die Stellfläche links vom Bett, woraufhin dieser dort einen MiniCube und eine winzige Klappkonsole platzierte. Hier. Ich hab die Informationen, die Sie wollten, auf MiniCube gespeichert. Es war gar nich so einfach, an die Personal Files der Mitarbeiter ranzukommen ... aber ich hab da ’nen Kumpel, der … Na, is ja auch egal. Hier ist noch ’ne Free-Net-Konsole, nich ange-schlossen an die GCS , ergänzte Juma überflüssigerweise. Kann ich sonst noch was für Sie tun? Eine schwache Handbewegung gepaart mit einem heiseren Ich komm klar signalisierte Juma, dass seine Dienste nicht mehr benötigt wurden. Schon spürte Elias, wie seine letzten Kraftreser-ven schwanden. Er kam sich schutzlos vor wie ein Baby. Ein Scheißgefühl! Sein Blick trübte sich, Arme und Beine wurden taub, sein Kopf rollte zur Seite ... Er bekam schon nicht mehr mit, wie Juma zwei prall gefüllte, luftdicht versiegelte Beutel neben das Bett stellte und das Zimmer verließ.

Über den Autor

Pharo, Miriam

Pharo, Miriam

Miriam Pharo, 1966 im andalusischen Córdoba geboren, verbringt ihre Kindheit auf der malerischen Atlantikinsel Oléron im Südwesten Frankreichs. Mit 9 Jahren kommt sie nach Deutschland. Bis zu diesem Zeitpunkt hat sie noch nie Häuser bis zum Horizont gesehen und glaubt, dass... mehr über den Autor

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