. .
BUCHstäblich NEU
Sie sind hier:

Hamburg - Deine Morde. Jeder Mord braucht einen Täter
Harald Hansens letzter Fall

Hamburg - Deine Morde. Jeder Mord braucht einen Täter

Autor: Behm, Andreas

lieferbar


Produktart: Buch

Seiten: 220

Größe: 20,0 x 14,0 cm

Sprache: deutsch

Auflage: 1 Originalausgabe

Verlag: acabus Verlag

ISBN: 9783862823314

Einband: Paperback

zum eBook

EUR 13,90

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
Weil sich der pensionierte Hamburger Kommissar ‚Harry‘ Hansen im Ruhestand langweilt, eröffnet er ein Detektivbüro. Sein erster Auftrag, erteilt von einer geheimnisvollen Blondine, scheint harmlos zu sein. Doch dann liegt in seinem Büro die Leiche des Journalisten Konradi. Alle Indizien sprechen gegen Hansen, und er kommt in Untersuchungshaft. Dort legt er verzweifelt ein Geständnis ab, denn ein anonymer Erpresser bedroht das Leben seiner Familie. Bei einem Krankenhausaufenthalt gelingt Hansen schließlich die Flucht. Er nimmt den Kampf um seine Freiheit auf – unterstützt von der Mutter des Opfers.
Aus Kapitel 4:

Mit Kaffeebechern bewaffnet trafen Vera Becker und Thomas Bernstein pünktlich um 9 Uhr in Marquardts Büro im Polizeipräsidium ein.
»Moin«, grüßte der Hauptkommissar. »Ausgeschlafen?«
»Witz, komm raus, du bist umzingelt«, antwortete Bernstein bissig. »Ich war um 6 Uhr zu Hause, habe geduscht, gefrühstückt, meinem Lebensabschnittspartner einen Kuss gegeben und bin wieder los. Schlafen fiel aus.«
»Humor ist, wenn man trotzdem lacht«, sagte Becker mit verbissener Miene.
»Jaja, und das Leben ist das, was passiert, während man andere Pläne macht.«
»Leute, ich weiß, wie sehr euch dieser Fall an die Nieren geht. Wir können Harry aber nur helfen, indem wir professionell an die Sache herangehen. Also, was wissen wir? Ich fange mal an. Tatort: Hansens Büro. Tatwaffe: Ein Küchenmesser, das Hansen gehört. Was sagten die Kollegen von der Streife, Thomas?«
Bernstein schaute auf seine Notizen. »Um 1:21 Uhr ging bei der Zentrale ein Notruf ein. Eine Putzfrau hatte bemerkt, dass Hansens Bürotür halb offen stand. Sie warf einen Blick ins Büro, entdeckte die Leiche und Harry. Sie lief weg und wählte die 110. Die Kollegen von der Streife brauchten fünf Minuten. Nach deren Aussagen war die Bürotür geschlossen. Auf ihr Klopfen und Rufen reagierte niemand. Sie stellten dann fest, dass die Tür nicht verschlossen war, betraten das Büro und sahen Harry neben der Leiche stehen. Danach folgte der übliche Ablauf, KDD benachrichtigen, Mordbereitschaft – also uns – anfordern und so weiter.«
»Hat jemand die Putzfrau vernommen?«, fragte Becker.
»Nein, die war verschwunden. Ich habe die Adresse der Reinigungsfirma. Da will ich gleich hin. Was hat Harry denn ausgesagt?«
Becker zog die Stirn in Falten. »Das ist das Problem, fast nichts. Er kann sich nicht erinnern, was in der Nacht passiert ist. Gut möglich, dass er sich niemals erinnern wird. Die Ärzte sprechen von einer anterograden Amnesie. Dabei bleiben neue Dinge nur ganz kurze Zeit, ein oder zwei Minuten, im Gedächtnis und verschwinden dann – meistens für immer. K.O.-Tropfen haben diese Wirkung.«
»Wie sind die denn in seinen Körper gelangt?«, fragte Bernstein.
»Harry sagte, er hätte an dem Abend nur ein Bier getrunken und wäre allein im Büro gewesen.«
Marquardts Zeigefinger spielte mit einem Zwirbel seines Schnauzers. »Hmm, da passt einiges nicht zusammen. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse der KTU.«
Sein Telefon klingelte. Er guckte auf das Display.
»Wenn man vom Teufel spricht … Herr Grunwald, guten Morgen. Haben Sie etwa schon Ergebnisse?«
»Leider ist das Gegenteil der Fall, gewissermaßen. Ich rufe an, um Sie zu vertrösten. Wir hatten eben einen kleinen Schwelbrand im Labor. Alles unter Kontrolle, aber wir müssen erst saubermachen, bevor die Arbeit fortgesetzt werden kann. Sonst kontaminieren wir unsere Schätze. Ich dachte mir, ich rufe Sie an, bevor Sie ungeduldig nachfragen.«
»Prognose?«
»Nachmittags, 15 Uhr, vielleicht.«
Marquardt erklärte seinen Mitarbeitern die Lage in der Kriminaltechnik.
»Ich habe eine weitere schlechte Nachricht«, ergänzte er.
»Die Spurensicherung fand in Hansens Büro dreißigtausend US-Dollar Bargeld, in einem Putzeimer unter der Spüle.«
»Scheiße, was geht hier ab?«, fluchte Becker und traf damit genau die Stimmungslage ihrer Kollegen.
Marquardts Telefon klingelte erneut.
»Marquardt … ja … ich … verstanden, bin auf dem Weg.«
Becker und Bernstein schauten ihn fragend an.
»Kriminaldirektor Thorwald. Ich soll sofort zu ihm kommen.«
»Oha, die Nachricht hat bereits eine höhere Etage erreicht«, stellte Bernstein fest.
»Und die scheint in heller Aufregung zu sein. Ihr wisst, was ihr zu tun habt. Bis später.«

Michael Thorwald schoss die ersten Fragen im Stehen ab.
»Ist das wahr, was ich höre? Steht Harald Hansen unter Mordverdacht? Und wieso erfahre ich das von der Staatsanwaltschaft?«
Marquardt kannte ein probates Mittel gegen überschäumende Aufgeregtheit. Er reagierte mit Ruhe.
»Wir waren mitten in der Bestandsaufnahme, als Sie anriefen. Natürlich hätte ich mich danach sofort bei Ihnen oder dem Kriminalrat gemeldet. Darf ich mich setzen?«
Thorwald besann sich auf die Gebote der Höflichkeit.
»Äh, ja, natürlich.«
Nachdem beide Männer an einem runden Besprechungstisch Platz genommen hatten, berichtete Marquardt von den Ereignissen der Nacht.  
»Die Staatsanwaltschaft hatte ich informiert, aber bis eben keine Rückmeldung erhalten. Warum die sich bei Ihnen gemeldet haben, verstehe ich nicht«, beendete er seinen Bericht.
Thorwald hatte seine Souveränität wiedergefunden, die ihn normalerweise auszeichnete.
»Schon in Ordnung, Herr Marquardt, nicht Ihr Fehler. Der Fall hat politische Dimensionen. Oberstaatsanwalt Döring hat mich angerufen, um mir mitzuteilen, dass er die Ermittlungen persönlich leiten wird. Da stand ich einen Moment blöd da, weil ich von Nichts wusste. Döring hat heute Vormittag einen Gerichtstermin. Am Nachmittag will er dann Hansen persönlich vernehmen. Haben Sie ihn in die UHA bringen lassen?«
»Nein, Hansen ist im AK St. Georg. Es ging ihm nicht gut. Er stand wahrscheinlich unter dem Einfluss von K.O.-Tropfen. Das Ergebnis der Blutprobe steht noch aus.«
»Aha. Und wann kann er das Krankenhaus verlassen?«
»Die Ärzte wollten ihn bis mittags unter Beobachtung halten. Wir werden ihn dort abholen.«
»Gut. Wer ist bei ihm?«
Marquardt sah plötzlich dunkle Wolken am eigenen Horizont aufziehen. »Ähm … zurzeit niemand.«
Thorwald zog beide Augenbrauen hoch, sehr hoch.
»Wie bitte? Das ist nicht Ihr Ernst, oder?«
Marquardt schluckte. »Leider doch. Ich glaube, ich habe einen Fehler gemacht. Ich dachte … also, es bestand ja aus meiner Sicht keine Fluchtgefahr und ich wollte Harry, … also Herrn Hansen, die Demütigung ersparen.«
Thorwald lockerte die Krawatte und öffnete den obersten Hemdknopf.
»Die Demütigung, hmm. Ich verstehe, was Sie meinen. Akzeptabel ist es trotzdem nicht. Das bleibt unter uns. Schicken Sie eine Streife hin, schnell! Die Kollegen sollen bei Hansen bleiben, bis die Ärzte grünes Licht geben und ihn hierher bringen. Muss sich der Herr Oberstaatsanwalt eben zu uns bemühen.«
»Ich kümmere mich sofort darum. Tut mir leid.«

Eine halbe Stunde später musste Marquardt erneut an Thorwalds Bürotür klopfen. Der stattliche Mann schien geschrumpft zu sein. Er verzichtete auf jegliche Umschweife.
»Hansen ist verschwunden, aus dem Krankenhaus abgehauen.«

Über den Autor

Behm, Andreas

Behm, Andreas

Andreas Behm, Jahrgang 1957, studierte einige Semester Philosophie und Literaturwissenschaften, bevor er den Weg vieler Geisteswissenschaftler beschritt und Taxiunternehmer wurde. Später arbeitete er als Einzelhandelskaufmann. Bis 2008 war er als selbstständiger Modellbahnhändler... mehr über den Autor

Bewerten und Kommentieren

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus.

 
Design by MKD Mediengestaltung