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Eifel-Pakt
Eifelkrimi

Eifel-Pakt

Autor: Splitt, Peter

lieferbar


Produktart: Buch

Seiten: 284

Größe: 19,5 x 13,2 cm

Sprache: deutsch

Auflage: 1 Originalausgabe

Verlag: acabus Verlag

ISBN: 9783862823284

Einband: Paperback

zum eBook

EUR 12,90

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
Eifel-Pakt: Die Antiquitätenhändlerin Daniela Neumann ist als Spezialistin für ethnische Kunst weit über die Eifel hinaus bekannt, doch wenn sie allein ist, fühlt sie sich verfolgt und hat den Eindruck, ständig auf der Hut sein zu müssen. Als in ihrem unmittelbaren Umfeld mysteriöse Morde geschehen, ist sie davon überzeugt, dass es jemand in erster Linie auf sie abgesehen hat. In ihrer Verzweiflung sucht sie Zuflucht bei dem Reisejournalisten Roger Peters, ohne zu ahnen, dass der Mörder in Wahrheit wesentlich näher bei ihr ist, als sie es sich vorstellen kann.
Doch eindeutige Spuren fehlen. Der etwas knochig wirkende Kommissar Laubach aus Daun versucht in seiner eigentümlichen Art und Weise herauszufinden, wer hinter den Verbrechen steht und schlägt prompt den falschen Weg ein.
Aus Kapitel 8:

Nun stand sie mit dem Mini auf ihrem überdachten Parkplatz und überlegte, was sie mit dem angebrochenen Tag anfangen sollte. Auf der anderen Seite des Parkplatzes stand noch ein anderer Wagen. Ritas Golf.
Nanu, dachte sie. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Vielleicht hatte ihre Freundin bereits einen Termin mit einem Kunden. Immerhin hat sie ja auf der letzten Auktion ganz schön zugeschlagen.
Den Schlüsselbund in der Hand, ging sie hinüber zu Ritas Laden und klopfte an die Tür. Keine Reaktion. Sie drückte gegen die Tür, aber die schien verschlossen zu sein. Also blickte sie durch das Schaufenster. Auch nichts. Drinnen brannte ein schwaches Licht. Vielleicht ist sie einen Kaffee trinken gegangen?
Daniela beschloss, dass sie erst einmal die Liste für den Kommissar erstellen wollte und dann später gegen Mittag noch einmal bei ihrer Freundin vorbeischauen würde. Sie ging hinüber zu ihrem eigenen Laden, schloss ihn auf und sauste in die hinteren Räume, um die Kaffeemaschine anzustellen. Das war so etwas wie ein morgendliches Ritual für sie. Danach lief sie wieder nach draußen, öffnete die Rollläden vor ihrem Schaufenster, kehrte in den Verkaufsraum zurück und schaltete ihren Laptop ein. Als der kleine Computer hochgefahren war, steckte sie einen USB-Stick hinein und wartete, bis sich die Dateien öffneten. Nacheinander überflog sie die Kundenkartei und machte sich hier und da Notizen. Wolfgangs Kunden sind mit einem großen W gekennzeichnet. Hm … das könnte interessant sein, dachte Daniela. Hinter den Namen befanden sich Zusatzinformationen zu deren Vorlieben, sprich Sammelgebieten. Das wird Laubach mit Sicherheit interessieren.
Geschickt kopierte sie die Daten auf eine leere CD. Eine Maske war allerdings nirgendwo aufgeführt. Aber wie sollte sie auch. Solche Funde kamen nur äußerst selten vor. Auch in den restlichen Dateien fand sie nichts wirklich Brauchbares. Vielleicht war der Kunde, der Wolfgang die Maske abkaufen wollte ja selbst ein Händler?, rätselte sie. Vielleicht einer seiner seltsamen Kontakte aus Übersee?
Sie hob ihren Kaffeebecher und stellte fest, dass er bereits leer war. Kaum noch erinnerte sie sich daran, dass sie sich die schwarze Brühe eingeschenkt hatte. Ein Blick auf ihre Armbanduhr sagte ihr, dass es schon beinahe elf war.
Zeit für eine Pause, dachte sie, stand auf und ging aus dem Laden.
Draußen war es angenehm warm, aber der Sommer neigte sich langsam seinem Ende entgegen. An Ritas Tür hing immer noch das Schild „Geschlossen“. Sie klopfte an das Schaufenster und als sich immer noch nichts rührte, drückte sie abermals gegen die Tür. Nichts!
Genervt kehrte Daniela zurück in ihren eigenen Laden und wählte Ritas Nummer auf dem Handy. Es meldete sich nur die Mailbox. Da fiel ihr ein, dass sie ja einen Schlüssel für Ritas Laden besaß. Natürlich! Sie hatten gegenseitig ihre Schlüssel getauscht, für den Fall, dass einmal eine Notlage eintrat. Daniela griff in die oberste Schublade und schnappte sich den Ersatzschlüssel, den sie für ihre Freundin aufbewahrte. Sie ging wieder zu Ritas Laden und schloss auf.
„Rita? Rita, Schätzchen, bist du da?“
Sie stand noch im Türrahmen, als sie bemerkte, dass etwas nicht stimmte. Der Geruch war anders als sonst und dazu kam diese ungewöhnliche Stille. Sie wirkte irgendwie unnatürlich. Vorsichtig ging sie nach hinten. Die Tür zu Ritas Büro war nur angelehnt. Das Erste, was sie sah, war etwas Dunkles, das auf dem Boden lag. „Ritaaa?“
Mit voller Wucht stieß sie die Tür auf und fiel fast auf das, was von ihrer Freundin noch übrig war. „Rita … nein! Großer Gott … bitte nicht …“ Entsetzt schlug sie die Hände vors Gesicht und wich zurück. Das, was sie soeben gesehen hatte, konnte einfach nicht wahr sein. Würgend torkelte sie auf die Verkaufstheke zu und suchte nach dem Telefon. Es stand dort, wo es immer stand, aber sie schaffte es nicht auf Anhieb, die Nummer der Notzentrale zu wählen. Ihre Hände zitterten, aber schließlich gelang es ihr.
„Kriminalpolizei Daun … Was ist passiert? … Geben Sie uns die genaue Anschrift durch … Bitte versuchen Sie, sich zu beruhigen. Wir schicken sofort einen Wagen.“
Als Kommissar Laubach und sein Assistent Sigismund im Rondell eintrafen, ging es bereits auf Mittag zu. Daniela konnte kaum noch sprechen. Laubach brachte sie nach draußen. Sie hatte genug gesehen und musste nicht auch noch mitbekommen, wie die Männer von der Spurensicherung die Reste ihrer Freundin aufsammelten.
„Versuchen Sie mir zu sagen, was geschehen ist“, sagte er. Es klang routinemäßig, war aber längst nicht so. Daniela Neumann stammelte etwas vor sich hin.
„Bitte beruhigen Sie sich. Atmen Sie ganz tief durch.“
Er ließ ihr etwas Zeit. „So ist es gut. Nun versuchen Sie es noch einmal.“
„Sie h… hat nicht aufgemacht und da habe ich … ich meine, ich hatte doch den Schlüssel und …“ Plötzlich schoss alles aus ihr heraus. „Sie lag auf dem Boden und ich bin fast über sie gestolpert.“
Kommissar Laubach versuchte, ihre Worte zu ordnen. „Seit wann sind Sie überhaupt hier draußen?“
„Ungefähr seit halb neun.“
„Und Ihre Freundin? Ist sie zu diesem Zeitpunkt auch schon hier gewesen?“
Daniela zuckte mit den Achseln. „Ihr Wagen hat jedenfalls auf dem Parkplatz gestanden.“
„Also muss sie schon vor halb neun hier gewesen sein.“
„Das stimmt.“
„Ist das ihre normale Zeit?“
„Eigentlich nicht. Normalerweise taucht sie nicht vor zehn Uhr hier auf. Deshalb dachte ich auch, sie hätte sich mit einem ihrer Kunden verabredet.“
„Den Sie natürlich nicht kennen.“
„Natürlich nicht. Wie sollte ich auch?“
„Ist da vielleicht auch so etwas wie Ihre Maske mit im Spiel?“
„Oh nein. Rita machte nur korrekte Geschäfte.“
Sie biss sich auf die Unterlippe, aber Laubach tat so, als hätte er den Satz überhört.
„Also gut. Wie weit sind Sie mit den Listen?“
„Ich habe alle Daten zusammengefasst und Ihnen die Liste auf CD gebrannt.“
„Und was hat es mit dem Schlüssel auf sich? Sie sagten, Sie hätten einen Ersatzschlüssel?“
„Den hatten wir beide. Wir haben sie einfach getauscht. Für den Notfall sozusagen. Könnte ich bitte einen Schluck Wasser bekommen?“
Kommissar Laubach gab Schwarzenegger ein Zeichen. Ausnahmsweise spielte der einmal nicht mit seiner Sonnenbrille. Schnell verschwand er in dem kleinen Kiosk an der Ecke und kam kurz darauf mit einer Flasche Mineralwasser zurück. Daniela Neumann trank wie eine Verdurstende. Dann sank sie erschöpft zusammen.
„Bitte versuchen Sie, sich zu konzentrieren, Frau Neumann. Ist Ihnen noch etwas aufgefallen?“
Daniela zuckte zusammen. Fast schien es so, als sei sie bei etwas Verbotenem ertappt worden. „Die Stille“, sagte sie zaghaft. „Normalerweise läuft in Ritas Laden immer Musik. Disco aus den 70ern hatte sie besonders gern.“ Sie schluchzte laut auf. „Aber heute war es so ungewöhnlich still. Ich habe gespürt, dass etwas Schlimmes passiert sein musste.“
Wieder sackte sie zusammen und hielt sich die Hände vor das Gesicht.
„Mein Gott … und dann all das Blut …“
„Frau Neumann, ich werde mich hier noch in aller Ruhe umsehen, aber Schwarz … äh Herr Sigismund kann Sie nach Hause fahren. Ruhen Sie sich erst einmal aus. Ich melde mich dann später bei Ihnen. Sie müssen auch noch das Protokoll unterschreiben … Aber das kennen Sie ja bereits.“
Daniela war alles recht. Wenn er nur aufhörte, dieser Alptraum von Rosen und Anrufen, der ihr jene Menschen nahm, die ihr am nächsten waren.

Über den Autor

Splitt, Peter

Splitt, Peter

Peter Splitt wurde 1961 in Remscheid geboren und verbrachte seine Kindheit im Bergischen Land. Nach einer technischen sowie kaufmännischen Berufsausbildung wechselte er in die alte Bundeshauptstadt Bonn und erlangte dort Sprachdiplome in Englisch, Spanisch und Portugiesisch. Neben Musik,... mehr über den Autor

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