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Der Semmelkönig
Ein Krimi aus Bayern

Der Semmelkönig

Autor: Hirschel, Katja


lieferbar


Produktart: Buch

Seiten: 392

Größe: 20,5 x 13,5 cm

Sprache: deutsch

Auflage: 1 Erstauflage

Verlag: acabus Verlag

ISBN: 9783862822362

Einband: Paperback

zum eBook

EUR 16,00

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
  • Rezension
„Die Hex ist tot! Die Hex ist tot!“, hallt es durch den Wald des Kindergartens, als die Praktikantin Heidi im bayerischen Bad Berging tot aufgefunden wird. Nicht nur ihre seltsame Verkleidung als Rotkäppchen mit Reizwäsche gibt der Polizei Rätsel auf, sondern auch die engstirnigen Kleinstadtbewohner erschweren dem bayerisch-konservativen Kommissar Maus und seinem hanseatisch-aufgeschlossenen Kollegen Hannes Petersen die Arbeit. Im Laufe der Ermittlungen geschehen weitere Verbrechen. So wird ein stadtbekannter Bäckermeister entführt und alles deutet darauf hin, dass weitere Morde geplant sind. Den beiden ungleichen Kommissaren läuft die Zeit davon und ihnen wird klar, dass sogar sie selbst in Gefahr sind.

Der Erstlingsroman der Münchner Autorin Katja Hirschel begeistert mit bayerischem Flair, Witz und knisternder Spannung bis zum letzten Satz.
Aus KAPITEL 12 und 13:

»Obacht! Da geht’s steil runter!«
Claudia Hubschmieds Warnung kam keine Sekunde zu spät. Fast wäre der Austauschpolizist Hannes tatsächlich abgerutscht. Es war wirklich sehr anstrengend, sich in dieser Bergwelt trittsicher zu bewegen. Der Stein, auf dem er gerade noch gestanden hatte, löste sich und fiel polternd den Abhang hinab. Das hätte auch ich sein können, schoss es ihm durch den Kopf.
»Mei, Hannes, Sie müssen scho schaun, wohin Sie treten.«
»Ja, ja. Ist ja nochmal gut gegangen.«
Das war wirklich die anstrengendste Spurensuche, die er jemals durchgeführt hatte. Seit Stunden bahnten sie sich nun ihren Weg durch unwegsames Gelände und irgendwie war ihm allmählich der Sinn zu dieser Aktion abhandengekommen. Der Oberförster – dieser war nach Maus Abgang relativ schnell zu ihnen gestoßen und führte sie seitdem gnadenlos über Stock und Stein – drehte sich um.
»Ich denk’, der Abschnitt ist dann auch erledigt.«
Er war ein Bilderbuchexemplar seiner Zunft. Kräftig gebaut – ein breiter Brustkorb spannte sich unter dem Janker, den er trotz des warmen Tages trug –, rotwangig, den Hut lässig schief sitzend, die kurzen, strammen Beine in einer Kniebundhose, die seine wohlgeformten, süddeutschen Waden sehr gut zur Geltung brachten, seinen Hund »Wasti« – einen freundlichen Weimaraner Langhaar – bei Fuß stand er da und lächelte Claudia väterlich an. Für Hannes hatte er jedoch immer noch keinen Blick übrig. Die sich seit Beginn der Suche anbahnende Feindseligkeit zwischen den Männern schien unaufhaltsam ihrem Höhepunkt entgegenzueilen. Claudia schüttelte den Kopf. Wie arm doch das andere Geschlecht war. Setzte man sie mit einer Frau im Urlebensraum ihrer Vorfahren aus, dann benahmen sie sich nicht besser als Hirsche in der Brunftzeit. Da wurde das Revier markiert, sich in die Brust geworfen und grunzende Warnlaute wurden dem Gegner zugeworfen. Zwar tat ihr Hannes leid, denn er hatte eindeutig die schlechteren Karten, aber er war auch selbst schuld, denn er hatte sich auf diesen Kampf um den Platz des Alphamännchens eingelassen.
»Tja«, meinte Claudia, »dann würd’ ich sagen, dass wir unser Glück mal auf der anderen Seite vom Wildbach versuchen. Wos denken Sie, Herr Oberförster?«
»Scho recht, Fräulein Oberkommissar! Des is’ aber ein wenig anspruchsvoller. Ich mein, Ihr Kollege hat ja schon hier rauf nicht gut mithalten können. Glauben Sie, dass …«
Das war zu viel! Hannes fuhr herum und wollte gerade zu einem besonders ätzenden verbalen Angriff – gespickt mit Worten wie Waldschrat, Hinterwäldler, Wurzelzwerg, Zapfennase, Knödelwade, Bergsepp, Hirschkopf – ansetzen, als der Hund plötzlich mit gesträubtem Rückenhaar aufsprang und anfing, laut und heiser zu bellen.
»Ja, Wasti! Was hast denn? Aus!«
Das Tier dachte aber nicht daran, aufzuhören. Im Gegenteil: Jetzt schien sich seine Stimme vor lauter Aufregung noch zu überschlagen. Hannes war erstaunt, wie wenig der aufgeblasene Oberförster seinen Hund im Griff hatte. In Gedanken reihte er noch den Begriff »mieser Abrichter« seiner noch offenstehenden Rede hinzu.
Der ohrenbetäubende Knall eines Schusses, verstärkt durch das Echo der Felsen, ließ alle zusammenfahren. Einige Sekunden herrschte Totenstille! Dann antwortete der Wald: Erschrocken aufflatternde Vögel, ein größeres Tier, das in Panik durch ein nahes Gehölz brach, Wastis Gebell und ein weiterer Stein, der sich diesmal unter dem Oberförster löste, sodass dieser mit rudernden Armen das Gleichgewicht halten musste und daher das Halsband des Hundes losließ, der sofort wie eine Rakete den Berg hinabschoss.
»Kruzifix!«
»Scheiße, was war denn das?«
»Da hot oana g’schossn!«
»Verdammt, das Schwein kauf ich mir! Wer in der Schonzeit auf Wild schießt, wird es noch bereuen, geboren worden zu sein.«
Dieser Satz war das Startsignal. Alle drei rannten dem Hund hinterher.

 

13

Sie lag auf einer kleinen Lichtung. Die Sonne beschien mit ihren wärmenden Strahlen den schlanken Körper. Ein paar Wildbienen summten um die Waldanemonen, die jetzt überall ihre weißen Köpfchen dem Frühling entgegenstreckten. Ein Specht ließ sein Stakkatoklopfen ertönen. Ihre Augen waren aufgerissen, ihr Mund leicht geöffnet, als wollte er noch ein erstauntes »Oh« sagen. Ihre schwarzen Haare umrahmten das weiße Gesicht und verliehen ihr eine zerbrechliche Schönheit, die sie zu Lebzeiten nie gehabt hatte. Plötzlich flogen Blütenköpfe, zarte Grashalme und Erdbrocken. Wasti war da! Aufgeregt schnüffelnd umkreiste er sie, leckte über die Hand, jaulte und lief hechelnd ein paarmal um sie herum. Dann begann er, kurz und kräftig zu bellen. Er hatte die Beute gesichert. Äste knackten, Hannes fluchte, da er gestolpert war und Claudia Hubschmied, dicht gefolgt vom Oberförster, erreichte die Lichtung.
Die aufgestaute Wut des Waldhüters, hier sicherlich das Werk eines Wilderers vorzufinden, verflog in Sekundenschnelle, als er mit Entsetzen den toten Körper sah.
»Jesses, Maria und Josef! Das is’ ja ein Mensch! Wasti! Geh her! Bei Fuß! Weg da!«
Das treue Tier – sichtlich beglückt, seinem Herrn so gute Dienste geleistet zu haben – sprang aufgeregt bellend zu ihm, um dann auch gleich wieder kehrt zu machen und ungestüm über Claudias Gesicht zu lecken, die sich neben die Tote gekniet hatte.
»Bäh, geh weg, du narrisches Viech!«
»Ist sie … Ist sie tot?«
»Hm, ja. Ein Schuss in die Stirn.«

Auf www.leseleidenschaft.de, von Monika Heidt (21.05.2013)


Buecher Loewe Geheimtipp

Hier habe ich einen richtig spritzigen Krimi für Euch entdeckt. Es gibt zwei Tote, einen Entführten Backmogul und einen Austauschpolizisten aus dem Norden. Das ist der Rahmen, den Katja Hirschel wunderbar umkleidet. Wir haben es hier nicht nur mit einem gewöhnlichen Bayern Krimi zu tun, ich finde Katja Hirschel ist hier etwas besonderes gelungen. Dieser Krimi ist nicht mit bayrischem Slang überladen und doch kommt immer an den richtigen Stellen die schöne Sprache zum Leser. Auch Landschaftlich bietet uns die Autorin einen ausreichenden Eindruck in Infrastruktur und Struktur des Ortes. :-)

Wir treffen hier auf eine reichlich illustre Gesellschaft, und nicht jeder Mitspieler ist gleich auf der Seite der Sympathie zu finden. Da ist zum einen Kommissar Maus und seine Mannen, beziehungsweise Frauen, die es dem Nordlicht Hannes Petersen nicht wirklich leicht machen. Er ist definitiv eine andere Ermittlungsweise gewohnt und muss sich nun im Team zurechtfinden. Dann haben wir die Kindergartencrew, hier scharen sich drei Frauen um den schönen Wolfi, aber nicht lange denn plötzlich ist die Praktikantin tot im Rotkäppchenkostüm gefunden. Als kurze Zeit später die Kindergärtnerin Anni auch noch erschossen wird, muss die Einsatztruppe um Kommissar Maus alle Register ziehen.

Wir erfahren im Laufe des Buches immer neue Einzelheiten über die verschiedenen Bewohner des Ortes. So kommen auch immer mehr Verstrickungen und Verwirrungen untereinander zum Vorschein, als dann noch der Großbäcker und stadtbekannte “Weiberheld”   Josef Möller entführt wird überschlagen sich die Ereignisse. Mit der Entführung beginnt ein weiterer Fall, der irgendwie mit den Morden verwoben scheint.  Der Semmelkönig wurde erpresst und seine zukünftige Schwiegertochter Claudia Hubschmid versucht Licht in das Dunkel zu bringen und begibt sich dabei selbst in Gefahr. Doch auch dem “Nordmann” bleibt nichts erspart….

Mir persönlich ist dieses Buch ein Buecher Loewe Geheimtipp aus folgendem Grund wert:

Ich habe in diesem Buch nicht nur einen gut durchdachten Krimi gefunden, dessen Auflösung zum Ende hin sehr schlüssig aufgebaut wurde. Ich mochte den flotten, frechen Stil den die Autorin hier angewendet hat sehr gerne lesen, die Seiten sind nur so dahingelitten. Die “bayrischen” Gesprächsszenen waren einfach nur himmlisch. hier gibt es wirklich einige Schmunzelmomente ;-) Auch die Figuren sind alle sehr liebevoll ausgearbeitet. Als Beispiel möchte ich hier mal den Chinesen Herr Li erwähnen. Er beliefert unter anderem die Polizeiinspektion mit dem einen oder anderen Imbiss.  Im Laufe der Story stellt sich heraus, dass Herr Li sehr wohl in der Lage ist das “r” auszusprechen, doch  vermeidet er es  in Anwesenheit der Beamten um keine Umsatzeinbußen zu riskieren. Auch allen anderen Protagonisten haucht die Autorin Leben ein. Man könnte fast meinen diesem oder jenem schon mal begegnet zu sein. ;-)

Anmerken möchte ich auch noch, dass sich auf den letzten Seiten ein umfangreiches Glossar befindet, welches doch sehr hilfreich ist. Ich habe es leider erst nach dem Lesen entdeckt, da ich den Blick auf die letzten Seiten immer gerne vermeide. Ich traue mir da selber nicht über den Weg ;-) und habe einfach immer Angst doch schon die entscheidenden Worte vom Schluss zu erspähen….

Ich vergebe volle 5 Sterne.

Online: http://www.leseleidenschaft.de/rezension-der-semmelkonig-von-katja-hirschel/

Auf http://lesendes-katzenpersonal.blogspot.de, von Kerry Stutzke (25.07.2013)


Bad Berging ist eine ruhige Kleinstadt in Bayern. Das Leben ist idyllisch und alles geht seinen Gang. Hauptkommissar Maus hat also einen sehr ruhigen Job, hin und wieder eine Schlägerei und Ruhestörung, aber nichts Ernsteres. Sein momentan größtes Problem ist es, was er mit Kommissar Hannes Peterson aus Celle anstellen soll, der ihm im Rahmen eines Polizisten-Austausches aufs Auge gedrückt wurde. Irgendwie kann er mit dem Mann nicht viel anfangen und so reicht er ihn kurzerhand an Kommissarin Claudia Hubschmied weiter. Doch mit der Ruhe ist es schnell vorbei, als von den Kindern des Waldkindergartens "Die Gnome" bei einer Waldwanderung eine Leiche gefunden wird.

Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei der Toten um die 16-jährige Heidi Blum handelt, die zu dieser Zeit ein Praktikum im Waldkindergarten gemacht hat. Wirklich zufrieden war ihre Chefin mit ihrer Leistung nicht, die meisten Bewohner der Stadt konnten mit der jungen Frau wenig anfangen, aber wer hatte einen Grund, sie zu ermorden und was sollte ihre Rotkäppchen-Verkleidung, in der sie aufgefunden wurde? Denn eines kann der Pathologe feststellen, Heidi starb nicht durch einen Unfall, es war eiskalter Mord. Noch während die Polizisten vor Ort sind, um Spuren zu sichern, hören sie einen Schuss. Umgehend machen sie sich auf die Suche nach der Ursache und finden die Leiche von Anni Hintersee, einer weiteren Angestellten des Waldkindergartens. Auch hier handelt es sich eindeutig um Mord, doch Spuren können nicht mehr gesichert werden, da die Beamten von einem heftigen Unwetter überrascht werden, das alle Spuren zerstört.

Zwar gibt es in den beiden Mordfällen noch keine konkreten Spuren, doch alles scheint auf den Bäckermeister Möller hinzuweisen, einen sehr einflussreichen Mann, der nur als "Der Semmelkönig" bekannt ist. Eine Tatsache, die die Ermittlungen nicht erleichtert, da Claudia Hubschmied ausgerechnet mit dessen Sohn Georg verlobt ist. Hatte "Der Semmelkönig" wirklich einen Grund, die beiden Frauen umzubringen? Doch da gibt es noch Gerüchte, Gerüchte um eine Tat, die vor 30 Jahren begangen wurde und deren Verlauf sich anscheinend zu wiederholen scheint. Damit jedoch nicht genug, auch noch ein Privatdetektiv namens Stephan von Hasenbach mischt sich in die Ermittlungen ein, ohne jedoch genau zu bekennen, warum er vor Ort auf eigene Faust ermittelt. Wir es Kommissar Maus gelingen, die Verwirrspiel zu entwirren?


Der 1. Band der Kommissar-Maus-Reihe! Der Plot wurde detailliert und abwechslungsreich ausgearbeitet, bis fast zum Schluss habe ich gerätselt, wer denn nun der Mörder ist und vor allem: Warum? Ich muss gestehen, so schwer wurde es mir schon lange nicht gemacht - einfach toll. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, wobei ich hier jedoch anfängliche Probleme mit der bayerischen Mundart hatte. Diese Passagen musste ich teilweise mehrmals lesen und auch laut lesen, da sich mir aus dem geschriebenen nicht erschlossen hatte, was gemeint war - aber mit Dialekten tue ich mich eh immer etwas schwerer. Die Figuren wurden facettenreich und tiefgründig erarbeitet, wobei mir hier ganz besonders Austausch-Polizist Hannes gefallen hat - ein unheimlich positiver, aufgeschlossener und hoffnungsvoller sowie cleverer Charakter. Alles in allem kann ich sagen, dass es sich hierbei um einen gelungenen Reihenauftakt handelt und ich mich auf weitere Bände freue, wobei ich ja die Hoffnung hege, dass Hannes auch in den nächsten Bänden noch mit dabei ist.

Online: http://lesendes-katzenpersonal.blogspot.de/2013/07/rezension-katja-hirschel-der.html

Über den Autor

Hirschel, Katja

Hirschel, Katja

Katja Hirschel wurde in Südamerika geboren, wuchs in einer hessischen Kleinstadt auf und studierte in München, wo sie seitdem – mit einigen Unterbrechungen durch Auslandaufenthalte - immer noch lebt und arbeitet. Da der Ruf nach literarischem Schaffen in ihrer Kindheit zu leise war... mehr über den Autor

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