. .
BUCHstäblich NEU
Sie sind hier:

Der Picassomörder. Huntinger und das Geheimnis des Bösen

Der Picassomörder. Huntinger und das Geheimnis des Bösen

Autor: Simon, Heinz-Joachim

lieferbar


Produktart: Buch

Seiten: 268

Größe: 20,5 x 14,0 cm

Sprache: Deutsch

Auflage: 1 Erstauflage

Verlag: acabus Verlag

ISBN: 9783862820979

Einband: Paperback

zum eBook

EUR 14,90

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
  • Rezension
Ein seltsamer Ort für eine Leiche, stellt Hauptkommissar Huntinger fest. In der Nationalgalerie in Berlin liegt eine tote Frau mit einer entsetzlichen Wunde. Es fehlt ein Bild aus der Minotaurus-Serie des großen Picasso. Bald stößt Huntinger auf einen ähnlichen Fall in der Nähe von Dachau und auf einen Serientäter mit einer morbiden Vorliebe für die Minotaurus-Bilder, die manchmal anrührende, oft aber gewalttätige Szenen zeigen. Stiermenschen, die sich Frauen unterwerfen. Der Mörder scheint sich mit dem Minotaurus zu identifizieren. Die Jagd beginnt und führt durch die Museen Europas. Können Bilder töten? Können die Werke des großen Picasso Mordlust auslösen? Die geheimnisvolle Mordserie hält die Kunstwelt und die Öffentlichkeit in Atem. Morde in Avignon und Paris. Stets sind Frauen die Opfer. Alle waren entweder in Museen oder Galerien tätig. Immer wieder stehen die Verbrechen mit den Minotaurus-Bildern in Verbindung. Es sind Bilder voller Gewalt. Stiermenschen, die sich Frauen unterwerfen. Die Zeit wird knapp. Hauptkommissar Huntinger weiß, dass der Minotaurus weiter töten wird. Denn der Ursprung dieses Falles liegt in der Vergangenheit des Dritten Reiches, in der Erziehung der Kinder. Dem Kommissar sitzt der heiße Atem des Minotaurus' im Nacken. Das Zusammentreffen mit dem Mörder auf dem Berghof Hitlers wird zum dramatischen Höhepunkt eines außergewöhnlichen Krimis. Der Leser ist ganz nah dabei, wenn Huntinger dem Geheimnis des Bösen auf die Spur kommt. Was wird aus Menschen, die in ihrer Jugend Gewalt erfahren haben, die in ihrer Kindheit drakonischen Erziehungsmethoden ausgesetzt waren? Ein Krimi so unheimlich wie der Minotaurus.
Leseprobe aus Kapitel 1: Berlin, im April 2010. Kommissar Huntinger ermittelt in Berlin. Ein seltsamer Ort für eine Leiche. Hauptkommissar Charles Huntinger stand etwas ratlos vor der Toten in der Neuen Nationalgalerie in Berlin. Die Picassoausstellung war das Kunstereignis des Jahres. Besucherrekord. Doch jetzt, am frühen Morgen, war die Galerie noch leer. Draußen drängten sich die Besucher bereits in einer endlosen Menschenschlange. Sie würden noch eine Weile warten müssen, ehe die Galerie aufmachte. Der Täter hat eines der besten Blätter von Picasso mitgenommen , stöhnte Schwiebel, der Museumsdirektor. Ein kleiner, übergewichtiger Mann mit Stirnglatze. Ängstliche Augen. Schweiß auf der Stirn. Wie lange ist sie schon tot? , fragte Huntinger den Pathologen Wurmser, mit dem er sich jeden Freitagabend zu einer Schachpartie in seiner Wohnung am Gendarmenmarkt zusammensetzte. Teuerste Lage in Berlin. Geerbt. Man musste nur die richtigen Großeltern haben. Wurmser drehte die Tote, nachdem der Fotograf die Leiche aufgenommen hatte, vorsichtig um. Nach der Körpertemperatur zu urteilen, seit einer Stunde. Was für eine grässliche Wunde! , stöhnte Wurmser. Zerknautschtes Uhugesicht. Dicke Brillengläser, die die Augen vergrößerten. Hast du so etwas schon mal gesehen? Er wies auf die große Wunde im Unterleib. Um die Leiche hatte sich eine Blutlache gebildet, die bereits festtrocknete. Eine Wunde, so rot und rund wie die Farbkleckse auf den Gemälden von Miró. Scheißvergleich, dachte Huntinger. Dies hier war die Picassoausstellung. Nachdenklich holte er seine Pfeife heraus und steckte sie kalt in den Mund. Die Verletzung war zu groß, um von einem Messer zu stammen. Als hätte man ihr einen Pfahl in den Leib gerammt. Der Museumsdirektor räusperte sich unbeholfen. Hier ist Rauch … Huntinger winkte ab. Die Pfeife ist doch kalt. So etwas habe ich bisher nur bei Leichen nach einem Verkehrsunfall gesehen , erläuterte Wurmser kopfschüttelnd. Ein Auto ist hier wohl kaum durchgerast , erwiderte Mäusel in ihrer luschen Art. Huntingers Mitarbeiterin war trotz ihrer Jugend bereits Kommissarin. Rotzfrech, aber ein prima Kerl. Huntinger saugte an seiner Pfeife und sah auf die leere Stelle, wo der Picasso gehangen hatte. Diese Frau war also Ihre Mitarbeiterin? , fragte er den Museumsdirektor. Ja. Frau Dennecke war meine Stellvertreterin. Sie war immer die erste hier im Museum. Sehr tüchtig. Ein Rubenstyp, dachte Huntinger. Sehr weibliche Ausstrahlung. Sie war eine attraktive Frau gewesen, obwohl sie die Vierzig bereits überschritten haben mochte. Sehen Sie hier , sagte die Mäusel und ging in die Knie. Im Kommissariat nannte man sie nur Maus . Sie war klein und stämmig. Auf einen etwas unförmigen Körper hatte der Herrgott ein Gesicht gesetzt, das er wohl einem Engel abgeguckt hatte. Durch ihren weiten Pullover wirkte ihr Körper noch unförmiger, als er war. Sie hatte schulterlanges blondes Haar, blaue Augen und einen breiten Mund. Das netteste Lächeln der Welt, wenn sie lächelte. Doch meistens lächelte sie nicht. Meist war sie mit sich und der Welt unzufrieden. Ihr T–Shirt mit der Aufschrift Fuck you gab darüber Auskunft. Andere T–Shirts trugen Aufschriften wie Achtung. Bissiger Hund. Huntinger hatte sich, wie die Kollegen, längst daran gewöhnt. Mäusel wies auf seltsame Striche in der Blutlache neben dem Kopf der Leiche. Sieht aus wie ein Ziegenbock. Hm , brummte Huntinger. Was für ein Bild fehlt denn? Er sah hoch auf die Wand, an der endlos viele Zeichnungen von Picasso hingen. Alle zeigten einen Menschen mit Stierkopf, der über üppig proportionierte Frauen herfiel oder sie umarmte oder mit ihnen wollüstig das Lager teilte. Eines aus der Minotaurusserie. Ein besonders schönes Blatt. Es zeigt den Minotaurus mit einem Dolch. Eine Radierung aus dem Jahr 1933. Ein ähnliches Motiv hat er auch für die Zeitschrift Minotaure entworfen. Will der Mörder uns damit etwas sagen? , fragte Otto Pressel, auch er ein Kommissar aus Huntingers Abteilung. Ein dürrer Hagestolz, der in seiner nachlässigen Kleidung immer aussah, als würde er unter den Brücken von Berlin schlafen. Nicht verheiratet. Extrem zuverlässig. Ging nur lustlos in den Feierabend. Huntinger zuckte mit den Achseln. Schon möglich. Aber wenn er auf das Bild scharf war, warum diese grässliche Verstümmelung? Womit hat er die Frau getötet?

Auf soundbase-online.com, von Sandra Schwoll (27.03.2012)


Charles Huntinger ermittelt in dem Mordfall an der Kuratorin der Berliner Nationalgalerie, die ihrem Liebhaber zusätzlich noch den Diebstahl eines wertvollen Gemäldes aus der Picasso-Ausstellung ermöglichte.
Weitere Ermittlungen zeigen, dass der Mörder schon mehrfach zuschlug – immer wurden Gemälde aus der Minotaurus-Serie von Picasso gestohlen und Frauen brutal ermordet.
Die Spur führt Huntinger zunächst quer durch Deutschland und dann bis nach Frankreich, aber jedes Mal kommt der Kommissar zu spät und eine weitere Frau aus dem Umfeld der ausstellenden Museen muss ihr Leben lassen. Und der Minotaurus ist hungrig, nicht nur nach den Bildern seines Meisters, sondern vor allem nach dem Gefühl von gewalttätiger Macht über Frauen, die ihn zu immer neuen Taten anstachelt. Charles Huntinger merkt, dass ihm die Zeit davon rennt, denn der Killer tötet in immer kürzeren Abständen und scheint ihnen immer einen Schritt voraus zu sein…

„Der Picassomörder“ von Heinz-Joachim Simons (Acabus) beginnt als klassischer Krimi, der sich aber schnell als blutgeschwängerter Ausflug in die Kunstszene mit viel Info-Potential für Laien entpuppt – und dadurch nicht weniger Spaß macht.
Erwartet man eigentlich einen klassischen Regional-Krimi aus Berlin, wird man auch in dieser Hinsicht schnell belehrt und man findet sich als Leser auf einer munteren Jagd quer durch Deutschland und Frankreich wieder, wobei landestypische Eigenheiten und entsprechender Lokalkolorit nicht zu kurz kommen. Besonders die Ausflüge nach Südfrankreich und Paris zeugen von großer Begeisterung des Autors für die Landschaft und die Leute.

Die Psychologie des Mörders, die Fixierung auf den Minotaurus von Picasso, eine gelungene Mischung aus Sex und Gewalt und ein sympathisches, manchmal sehr menschelndes Ermittlerteam rund um Charles Huntinger – all das hätte das Buch spannend durchlaufen lassen.
Eher störend und aufgebauscht kommen allerdings die von Heinz-Joachim Simon eingeflochtenen Nazi-Geschichten daher, da hätten Andeutungen durchaus gereicht, um Hintergründe klar zu machen. Auch die Einwürfe zur aktuellen politischen und gesellschaftlichen Lage Deutschlands wirken aufgesetzt und belehrend.

Fazit:
Durchaus gelungener und fesselnder Krimi mit viel Blut und Leidenschaft, dessen Klappentext jedoch leicht irreführend ist – der Schwerpunkt liegt doch eher im Bereich der Malerei / Picasso als in Nazi-Deutschland.

Online: http://www.soundbase-online.com/heinz-joachim-simon-der-picassomorder

Auf zauberspiegel-online.de, von Ingo Löchel (2012)


Hauptkommissar Charles Huntinger ist ein ziemlich eigenwilliger Charakter, der dem „Trio Infernale“, bestehend aus Polizeipräsident Krassel sowie den Kommissaren Dremmler und Stenger ein Dorn im Auge ist, weil er ihnen zu alt, zu direkt und zu unabhängig ist.

Zudem hat Huntinger seinen Beruf von der Pike auf gelernt und hat fast dreißig Dienstjahre hinter sich. So  kann man dem Kommissar nichts mehr vor machen. Und auch die dunkle Seite des Menschen ist ihm zu genüge bekannt.

Nebenbei ist Huntinger Pfeifenraucher, dem das Rauchverbot ziemlich auf die Nerven geht, und der eine Freude daran hat, seine Kollegen Dremmler und Stenger mit seiner Pfeife, die er natürlich nicht anzündet, zu ärgern.

Ausgangspunkt für seinen Roman war laut Aussagen von Heinz-Joachim Simon ein Zeitungsartikel, aus dem hervorging, dass Kinder, die in jungen Jahren Gewalt erfahren haben, diese später an Erwachsene bzw. an ihre Frauen weitergeben.

Ein weiterer Aspekt für den Autor war es, in "DER PICASSOMÖRDER" auch auf die Nazivergangenheit einzugehen. Simon wollte aufzeigen, wie sich die Erziehung der damaligen Nazis und deren Kinder auf die Enkelgeneration auswirken kann.

In dem „DER PICASSOMÖRDER“ bekommt es Hauptkommissar Huntinger mit einem Serienmörder, dem Minotaurus, zu tun, der in seiner Jugend eine Menge Gewalt über sich ergehen lassen musste und diese nun gegen seine Opfer 'einsetzt'. In den Minotaurus-Bildern von Picasso sieht der Serienmörder sich selbst und belohnt sich, vermutlich aus diesem Grund, nach seinen Morden mit diesen Bildern.

So bekommt der Leser mit "DER PICASSOMÖRDER" neben einem spannenden und gut geschriebenen Kriminalroman auch eine Menge Informationen in Bezug auf den Künstler Picasso, der seine Frauen auch nicht gerade gut behandelt hat, und dessen Werken, mitgeteilt.

Online: http://www.zauberspiegel-online.de/index.php/-krimi-und-thriller-unter-der-lupe-341/9991-der-picassomrder


Über den Autor

Simon, Heinz-Joachim

Simon, Heinz-Joachim

Heinz-Joachim Simon lebt in der Nähe von Stuttgart. Er war Inhaber einer renommierten Werbeagentur und Verfasser zahlreicher Sachbücher zur Unternehmensführung. Seit 2004 konzentriert er sich ausschließlich auf sein literarisches Schaffen und schreibt historische und... mehr über den Autor

Bewerten und Kommentieren

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus.

 
Design by MKD Mediengestaltung