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Chroniken von Chaos und Ordnung. Band 5: Siralen Befendiku Issirimen
Neuland

Chroniken von Chaos und Ordnung. Band 5: Siralen Befendiku Issirimen

Autor: Praßl, J.H.


lieferbar


Produktart: Buch

Seiten: 712

Größe: 21,0 x 13,8 cm

Abbildungen: 7

Sprache: deutsch

Auflage: 1 Originalausgabe

Verlag: acabus Verlag

ISBN: 9783862826162

Einband: Klappenbroschur

EUR 22,00

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
„Amalea im Jahre 347 nach Gründung Fiorinde.
Die goldenen Zeiten sind vorüber. Die Anhänger des Chaos ziehen in den Krieg, um die Weltordnung zu zerstören und die Herrschaft über Amalea endgültig an sich zu reißen. 
Das dunkle Zeitalter kehrt zurück ...“


Die zweite Hälfte des achtbändigen Epos über den unausweichlichen Krieg Chaos gegen Ordnung beginnt mit der gefährlichsten Expedition, die in Amalea je stattgefunden hat. Die unter dem Banner der Allianz vereinten Ordnungsanhänger schicken eine Armada von 1.000 Schiffen aus, um den Großen Abgrund und damit die Grenze der bekannten Welt zu überwinden. Der offizielle Auftrag: Die Suche nach Verbündeten für den letzten großen Krieg gegen das Chaos. 
Indes kommt ans Licht, dass der von allen gefürchtete Sprecher der Allianz Al’Jebal ganz eigene Pläne verfolgt. Seine ins „Spiel der Mächte“ gebrachten Figuren haben ihren jeweiligen Platz eingenommen: Nichtsahnend brechen Chara, Siralen und Lucretia zusammen mit ihrem alten Mitstreiter Telos und dem zwielichtigen Assassinen Kerrim Ben Yussef zur größten ihrer bisherigen Missionen auf, um unter dem Einfluss Al’Jebals ihrem zugedachten Schicksal zu begegnen.
Eine ungewisse Zukunft bricht an, die ein neues Licht auf den Krieg zwischen Chaos und Ordnung wirft. Es scheint, dass dessen wahre Geschichte irgendwo jenseits des Großen Abgrundes verborgen liegt und seit Jahrtausenden darauf wartet, ans Licht gebracht zu werden. Und manch einer fragt sich, wie Al’Jebal in diese Geschichte verstrickt ist. Zugleich wird den „Helden der Allianz“ schmerzlich bewusst, dass der Feind nicht nur auf der dunklen Seite lauert, sondern auch in den eigenen Reihen. So nahe, dass man seine verführerischen Gedanken hören und sein teuflisches Verlangen fühlen kann ...
Wo ein Licht leuchtet, dort fällt zweifelsfrei auch ein Schatten. Und weil es ein Wahr oder Falsch nicht gibt,
werden unsere Entscheidungen stets von beidem begleitet – Hell und Dunkel.
Denn unsere Entscheidungen sind nie nur richtig und selten nur falsch.
Meistens sind sie beides.

Leseprobe aus Kapitel 1: Die Helden der Allianz (zur PDF-Leseprobe)


Al’Jebal betrat die Bühne. Zwischen seiner Rechten und Linken Hand, dem obersten Kommandanten der Landstreitkräfte Agem Ill und dem Schwarzen Assassinen Assef El’Chan, bewegte er sich ins Zentrum des Podiums und blieb unterhalb des Wappens der Allianz stehen. Die goldene Lilie unter dem aschranischen Letter A prangte, eingefasst von einem Kreis aus Dreiecken, die für die verbündeten Länder der Alliierten standen, wie ein Leitspruch über dem Sprecher der Allianz.
„Wir sind heute hier, um unseren ersten Sieg gegen das Chaosbündnis zu feiern“, bahnte sich seine tiefe Stimme einen Weg zum Publikum hinab. „In der Zerstörung Isaharas zeigt sich die Macht unserer Allianz. Einige haben in der Schlacht gegen das Chaos den entscheidenden Ausschlag gegeben. Neben dem Mut, dem Durchhaltevermögen und der außerordentlichen Kampfkraft des Allianzheers ist es vor allem ihnen zu verdanken, dass wir diesen Kampf gewinnen konnten.“
Eine Pause folgte, in der sich die Aufmerksamkeit der Anwesenden zu unverhohlener Neugier emporschwang. 
„Wir ehren heute jene, die zu Recht als Helden gelten.“ 
Auf ein Zeichen hin trat der General nach vorne und positionierte sich neben Agem Ill. 
„Der General der Allianzarmee Araguari Hathor Göttrik van de Drakeen!“, kommentierte Al’Jebal und seine Hand schwang kaum merklich in Richtung des Kriegshelden. Unter tosendem Applaus schüttelte Agem Ill dem General die Hand und legte ihm einen Orden um den Hals, woraufhin lauter Jubel ausbrach. 
Siralen versuchte einen Blick auf das goldene Medaillon zu erhaschen und erkannte auch dort das Allianz-Wappen. […] Al’Jebal inszenierte hier offensichtlich eine Art Kulisse der Glorie, um einen unausweichlichen, beängstigenden Krieg in einem ermutigenden Licht erstrahlen zu lassen. Er malte Pathos in das Grauen, von dem anzunehmen war, dass das Menschenvolk es nötig hatte, um das dräuende Schicksal anzunehmen. Und vermutlich tat er gut daran. 
Nachdem van de Drakeen zur Seite getreten war, setzte Al’Jebal seine Ansprache fort: „General Göttrik van de Drakeen hat die Allianzarmee zum Sieg geführt. Doch den Weg zum Sieg ebneten diejenigen, die der Armee vorausmarschierten.“ Al’Jebals Hand glitt erneut zur Seite. […] „Die Kommandanten der Speerspitze!“ 
Siralen wandte sich um und sah, wie sich Lucretia nervös ihren Rock zurechtzupfte, den Kopf in den Nacken warf und zusammen mit Telos an die Seite des Allianzsprechers trat. Danach wurde es still und alle Augenpaare richteten sich auf Chara. Die Assassinin hatte sich nicht von der Stelle bewegt. 
Al’Jebal drehte sich um. Die Flamme einer der Fackeln an der Rückwand knackte laut. Chara sah ihren Namai an. Der Namai musterte seine Assassinin. Schließlich zog Chara die Hände aus den Manteltaschen und bezog neben Telos Position. Sofort nahmen die beiden goygoischen Krieger sie in ihre Mitte und präsentierten demonstrativ ihre primitiven Stabkeulen.
„Telos Malakin, Oberhohepriester des Agramon“, setzte Al’Jebal ohne Umwege fort, „Schlächter von Urdhaven!“
Telos’ Gesicht blieb ohne erkennbare Regung, als er den Orden und den Applaus entgegennahm, der ihm von unterhalb der Bühne entgegendonnerte. Erst als sich die Stimmen seiner Glaubensanhänger aus der Menge erhoben und ihm zujubelten, erlaubte er sich ein bescheidenes Lächeln.
„Telos Malakin hat mehrfach bewiesen, dass er ein würdiger Vertreter Agramons ist“, warf Al’Jebal in die Menge. „Für seine Leistungen und seinen Einsatz im Kampf gegen Caeir Isahara, verleihe ich ihm den Titel Held der Allianz.“
[…] „Magus Secundus Minor Lucretia L’Incarto!“, fuhr Al’Jebal fort. „Sie hatte das Kommando über die Schlacht in Cunair Tarr. Ihre magischen Fähigkeiten ermöglichten es dem Allianzheer, die Tür nach Isahara zu öffnen. Sie ist der Schlüssel zu Caeir Aun’Isahara. Und eine Heldin der Allianz.“
Lucretias Wangen waren feuerrot, als sie unter allgemeinem Applaus von Agem Ill ihren Orden um den Hals gelegt bekam und sich neben Telos stellte. Es wurde wieder still und die Blicke wanderten erneut zu Chara. In vielen der Gesichter zeichneten sich stumme Fragezeichen ab. Warum ist ausgerechnet eine Assassinin unter den Würdenträgern?
 „Chara Pasiphae-Opoulos!“, entließ Al’Jebal den Namen der Assassinin schnörkellos in die Menge und seine Hand wies kaum merklich in ihre Richtung. „Das Sandkorn auf der Schicksalswaage.“ 
Ein leises Raunen ertönte im Saal. Getuschel hob an, verebbte aber sofort wieder, als Al’Jebal fortsetzte: „Der Krieg gegen Caeir Isahara hat ihr die Namen Verteidigerin von Cunair Tarr und Todesverächterin eingebracht. Unter ihrem Kommando gelang es der Speerspitze, in die Festung Isahara einzudringen und dem Allianzheer auf diese Weise Zutritt zu verschaffen. Ihrer Entschlossenheit und ihrer Vorgehensweise ist es zu verdanken, dass eine uneinnehmbare Festung einnehmbar wurde. Auch ihr verleihe ich heute den Titel Heldin der Allianz.“
Der Applaus kam reichlich verhalten. Doch nach und nach wurde er lauter und am Ende war überdeutlich, dass es keine Rolle spielte, was Chara war. Es zählte nur noch, was sie geleistet hatte. Jedenfalls für den Augenblick.
Chara erhielt ihren Orden nicht von Agem Ill, sondern von Assef El’Chan. Als er ihr gegenübertrat und ihr das Allianzwappen um den Hals legte, ging ein stummer Blickwechsel zwischen den beiden vonstatten, den Siralen nicht deuten konnte. Es entging ihr allerdings nicht, dass Chara den Orden umgehend unter ihrem schwarzen Hemd verschwinden ließ.
„Der Krieg hat begonnen“, setzte Al’Jebal fort. „In den nächsten Tagen wird eine Flotte aus Tamang aufbrechen. Sie wird sich auf eine Expedition begeben, deren Ziel es ist, weitere Verbündete zu finden und den Sieg der Allianz in diesem Krieg zu sichern.“
Schlagartig wurde es unruhig unterhalb des Podiums. Expedition? Mit welchem Ziel? Hatte Al’Jebal nicht längst alle Winkel Amaleas nach Verbündeten abgesucht?
„Die Helden der Allianz werden diese Expedition anführen“, fuhr Al’Jebal fort und die Menge verstummte. „Wenn es ihnen gelingt, sie zum Erfolg zu führen, wird Amalea einer neuen Zukunft entgegenblicken können. Unser Schicksal liegt in ihren Händen. Während sie fort sind, werden wir kämpfen und auf ihre Widerkehr warten. Möge die Zukunft unter dem Zeichen der Allianz stehen!“
Noch während Siralen darüber nachdachte, wie wahrscheinlich es wohl war, dass sie den Großen Abgrund überwinden würden – eine Tatsache, die Al’Jebal wohlweislich verschwiegen hatte – nahm der Sprecher der Allianz sie und die anderen Helden ins Visier. 
„Einer von uns sollte etwas sagen“, murmelte Lucretia aufgeregt. „Wie wäre es mit dir, Chara? Immerhin bist du das Sandkorn, was auch immer das heißen mag …“ Sie verstummte und ihr Ausdruck wurde demonstrativ, woraufhin auch Al’Jebal Chara fixierte.
Die Geste reichte, um die Assassinin in Bewegung zu versetzen. Sie trat zwischen Al’Jebal und Assef El’Chan an den Rand der Tribüne und taxierte die Gesichter in der Menge. 
„Richtig … ich sollte etwas sagen. Immerhin bin ich jetzt eine Heldin“, begann sie und ein paar Matrosen beugten sich unwillkürlich nach vorne. „Ich glaube, ich habe euch noch nicht erzählt, dass man mich unter anderem auch Chaosbringerin nennt.“ 
Wieder schwoll ein Raunen an und finstere Blicke schossen in Richtung Bühne. Chara schien die Entrüstung regelrecht willkommen zu heißen. Aller Erwartung zum Trotz lag der Anflug eines Lächelns auf ihren Lippen.
„Namen …“, setzte sie leise fort. „Sie sind so bedeutungslos wie ich und jeder einzelne der hier Anwesenden, der etwas bedeuten will. Wir sind nicht hier, um uns gegenseitig auf die Schulter zu klopfen. Wir sind nur aus einem Grund hier: Wir erfüllen einen Zweck. Und nur solange wir einen Zweck erfüllen, haben wir das Recht, überhaupt hier zu sein. Die kommende Expedition entscheidet alles. Jeder von euch, der mehr sein will als ein bloßer Name, hat jetzt die Gelegenheit, sich dieser Mission anzuschließen. Wir brauchen jeden einzelnen, der mit Mut und vor allem Rückgrat ausgestattet ist. Denn …“, sie trat noch einen Schritt nach vorne, „… scheitert diese Mission, wird Amalea untergehen.“
 Die Mienen der Zuhörer reichten nun von Missachtung, über Besorgnis bis hin zu Neugier. Siralen spähte zu Al’Jebal. Der Begründer der Allianz hatte Chara im Blick, wirkte aber weder beunruhigt, noch zornig. Und doch hatte Chara gerade seine Rede in Frage gestellt. War ihr das bewusst? Sie sah nicht danach aus. Vielmehr vermittelte sie den Eindruck, als hätte sie sich gerade freigeredet. Als wäre sie für einen vergänglichen Augenblick nicht Al’Jebals Assassinin, sondern einfach nur Chara – eine Frau, die sagte, was sie dachte, ohne an die Konsequenzen zu denken.
 „Alles, was sich die Allianz bis jetzt aufgebaut hat, wird null und nichtig sein, wenn diese Mission scheitert. Alles, was sich die Allianz bis jetzt aufgebaut hat, wird Sinn ergeben, wenn sie erfolgreich ist. Diejenigen unter uns, die leben und für den Sieg der Allianz kämpfen, werden fortleben, wenn wir erfolgreich sind. Diejenigen unter uns, die leben und für den Sieg der Allianz kämpfen, werden sterben, wenn wir scheitern. Ist die Mission erfolgreich, gibt es eine Zukunft für die Allianz. Scheitern wir, stirbt unser Gestern, unser Heute und unser Morgen.“
Sie verstummte und steckte ihre Hände zurück in ihre Manteltaschen. Niemand regte sich. 
„Im Namen des hier anwesenden Expeditionskommandos fordere ich euch dazu auf, euch für die kommende Mission freiwillig zu melden!“
Damit kam Chara abrupt zum Ende. Ohne ein weiteres Wort drehte sie sich um und kehrte an ihren Platz in der Reihe zurück.
Siralen runzelte die Stirn. Die Assassinin hatte in ihrer Rede so ziemlich jeden diplomatischen Missgriff begangen, der ihr einfiel. Doch eines konnte man nicht abstreiten – ihre Rede zeigte Wirkung.

Über den Autor

Praßl, J.H.

Praßl, J.H.

Hinter dem Namen J.H. Praßl verbirgt sich das österreichische Autorenpaar Judith und Heinz Praßl. Zusammen schreiben sie bereits seit Jahren an dem Fantasy-Epos Chroniken von Chaos und Ordnung. Judith Praßl wurde 1979 in Oberösterreich geboren. Sie ist diplomierte... mehr über den Autor

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