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Die Lichtstein-Saga 2: Andolas
Fantasy Roman

Die Lichtstein-Saga 2: Andolas

Autor:

lieferbar


Produktart: Buch

Seiten: 330

Größe: 21,5 x 14,5 cm

Sprache: deutsch

Auflage: 1 Originalausgabe

Verlag: Lindwurm Verlag

ISBN: 9783948695064

Einband: Hardcover

EUR 22,00

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
Die Welt der Menschen ist nicht die einzige. Verborgen hinter mächtigen Grenzen existiert die Schattenwelt, das Reich der Dämonen.

Nach den dramatischen Ereignissen auf ihrer Reise zum ersten Lichtstein kämpft Noah mit schrecklichen Albträumen. Doch sind es wirklich nur Träume? Und welches dunkle Geheimnis hüten die, die ihm am nächsten stehen? Leider bleibt Noah und seinen Freunden nicht viel Zeit für Nachforschungen. Konstantin plant bereits seinen nächsten Schlag gegen die Hüter des Engelslichts und die Freunde müssen sich zügig auf die Reise zum zweiten Lichtstein begeben. Der Weg durchs Ewige Eis der Weißen Berge steckt allerdings voller heimtückischer Gefahren …

Der zweite Roman zur großen Lichtstein-Saga von Nadine Erdmann.

Geheimnisse (zur PDF-Leseprobe)

Kapitel 1

Schwere Stiefelschritte hallten über den Steinboden, als der schwarz gekleidete Mann den Thronsaal von Burg Dakenhall durchschritt. Im Kamin loderte ein eindrucksvolles Feuer, das aber weder Kälte noch Düsternis aus dem Saal zu vertreiben vermochte. Rußgeschwärzte, metergroße Ölgemälde mit blutigen Jagdszenen hingen an dreien der Wände, dazwischen eiserne Halterungen, in denen Fackeln steckten. Die vierte Wand war von der Decke bis zum Boden hinter einem schwarzen Samtvorhang verborgen. Neben dem Kamin führten Stufen zu einem Podest mit einem Thron hinauf, in dessen dunkles Holz dämonisch grinsende Fratzen geschnitzt waren.
Der Mann ging zielstrebig auf den Thron zu, wo der Burgherr ihn bereits mit einem silbernen Weinkelch in der Hand erwartete. Er ließ sich nicht dazu herab, aufzustehen, hob aber den Kelch zum Gruß.
»Septimus.«
Septimus trat vor den Thron und nickte knapp. »Konstantin.«
Konstantin musterte den Mann, den er als seine rechte Hand betrachtete. Der Ausdruck auf Septimus’ Gesicht zeigte deutlich, dass er nicht in bester Laune war. Konstantin wusste bereits, welche Nachrichten Septimus ihm brachte, und seine Begeisterung darüber hielt sich in Grenzen.
Septimus schwieg. Er kannte Konstantin gut genug, um zu wissen, dass es besser war, erst dann zu reden, wenn man dazu aufgefordert wurde. Wer dem Herrscher von Dakenhall den nötigen Respekt verwehrte, bereute dies meist äußerst schmerzhaft. Egal, ob Freund oder Feind.
Betont langsam führte Konstantin den Kelch zu seinem Mund und trank einen wohlbemessenen Schluck.
Septimus presste die Kiefer aufeinander, um sich seine Gereiztheit nicht anmerken zu lassen. Er hatte einen anstrengenden Zweikampf und mehrere erschöpfende Tagesritte hinter sich. Er wollte eine ordentliche Mahlzeit, ein heißes Bad – vorzugsweise mit einer der Mägde – und dann schlafen. Er schätzte Konstantin sehr, doch jetzt gerade wünschte er, sein Boss würde sich die kleinen Machtspielchen sparen.
In zeitlupenhafter Langsamkeit stellte Konstantin den Silberkelch auf die Armlehne seines Thrones zurück. Dann begann er endlich das Gespräch.
»Nun, alter Freund, was hast du mir zu berichten?« Seine Stimme klang nach Plauderton, doch seine Augen musterten Septimus scharf.
»Ich denke, das weißt du.« Septimus bemühte sich, nicht zu schroff zu klingen. »Die Taube sollte dich längst erreicht haben.«
Konstantin spielte mit dem Kelch auf seiner Armlehne. »Ja, ich habe deine Nachricht erhalten. Dennoch denke ich, dass du Verständnis dafür haben wirst, wenn ich gerne noch ein paar Details hören würde. Schließlich hast du es weder geschafft, mir die vier Cays noch den Stein des Wassers zu bringen. Stattdessen hast du all unsere wertvollen Kreaturen der Finsternis verloren.« Sein Blick bohrte sich in Septimus. »Erklärung, bitte!«
Septimus schnaubte. »Unser Spitzel in Burgedal ist eingeknickt. Er hat Ignatius gebeichtet, dass er uns verraten hat, wann die Cays die Reise zum ersten Stein angetreten haben. Daraufhin hat Ignatius ihnen natürlich Hilfe geschickt. Und du kennst die Ritter der Garde. Sie tragen Schwerter, die dieser Mattes mit dem Engelslicht härtet. Und die Cays können Caya rufen. Gegen das Engelslicht hatten die Schattenmare keine Chance.«
Konstantins Gesicht verzog sich zu einer hasserfüllten Grimasse. Er ließ von seinem Kelch ab, ging hinüber zum Kamin und starrte mit geballten Fäusten in die tanzenden Flammen. »Dieses verfluchte Engelslicht!«, zischte er.
»Aber es wird schwächer«, versuchte Septimus es mit Zweckoptimismus. »Unsere Chance wird bald kommen. Ignatius weiß, dass Cayas Zeit dem Ende zugeht. Er wird nervös. Die letzte Cay ist gerade erst aus der Alten Welt hierher zurückgekehrt und die vier sind noch halbe Kinder. Sicher hätte Ignatius sie niemals so schnell losgeschickt, wenn du mit deiner Arbeit im letzten Jahr nicht so gut vorangekommen wärst.«
Konstantin sah vom Kamin auf. »Was das Engelslicht angeht, magst du recht haben.« Er ging zurück zum Thron und setzte sich wieder. »Die vier Kinder scheinst du allerdings etwas zu unterschätzen, oder?«, fragte er spitz und bohrte damit gnadenlos seinen Finger in die Wunde. »Immerhin hast du es trotz deiner Männer und den Schattenmaren nicht geschafft, sie mit hierher zu bringen. Nicht ein einziges von ihnen. Findest du es da nicht etwas arrogant, diese vier Kinder nicht ernst zu nehmen?«
Septimus spürte, wie Wut in ihm aufstieg, zwang sich aber zur Ruhe. »Wenn du meine Nachricht gelesen und mir gerade zugehört hast, weißt du, dass deine Darstellung nicht den Tatsachen entspricht. Diese Kinder bekamen Unterstützung von einer Truppe Garderittern, unter ihnen Ben und Quin!«
Bei der Erwähnung der beiden Namen verengten Konstantins Augen sich zu schmalen Schlitzen. »Ben …« Wieder ballten sich seine Hände zu Fäusten.
»Die kämpferischen Fähigkeiten der Kinder waren zwar ganz passabel, hätten aber keine große Herausforderung dargestellt«, fuhr Septimus fort. »Aber zur Kampfkunst der Garde und besonders zu der von Ben und Quin muss ich dir wohl nichts sagen. Sie würde ich niemals unterschätzen. Und was die Schattenmare angeht – nun, ihre große Schwäche ist, dass sie nicht mehrere Ziele gleichzeitig angreifen können. Sie sind zwar äußerst effektiv, wenn sie ein Opfer gefangen haben, doch nach dem ersten Überraschungsangriff war die Garde gewarnt und sie haben die Schattenmare mit ihren Engelsschwertern vernichtet.«
Wut ließ Konstantin zwischen Kamin und Thron hin und her tigern. »Ben!«, zischte er gefährlich leise. »Er, Quin und Ignatius – all diese verdammten Hüter des Lichts müssen endlich in ihre Schranken verwiesen werden!« Seine Faust krachte auf den Kaminsims nieder und brachte die beiden Kerzen, die in Silberleuchtern darauf standen, zum Flackern. »Und es war so vorhersehbar, dass ausgerechnet ihre Kinder die Auserwählten des Engels sind! Als ob Cayaniel mich damit verhöhnen wollte! Doch sie werden sich noch wundern. Alle! Dieses Mal kann mich niemand aufhalten. Niemand!«
»Na ja, ich denke, einen gewissen Dämpfer haben sie sich bereits eingefangen.«
Ruckartig wandte Konstantin sich zu ihm um und taxierte ihn. »Offensichtlich gibt es da etwas, das du mir in deinem Bericht bisher vorenthalten hast.«
Septimus gönnte sich ein überlegenes Lächeln und genoss, dass ausnahmsweise einmal er es war, der am längeren Hebel saß. Gemächlich schlenderte er zu einem langen Banketttisch, der neben dem Thronpodest stand, goss sich einen Wein ein und spürte Konstantins ungehaltenen Blick in seinem Rücken. Trotzdem genehmigte er sich einen tiefen Schluck, bevor er weitersprach.
»Es gibt tatsächlich etwas, das ich dir nicht brieflich übermitteln wollte.«
»Was?« Konstantins Tonfall machte deutlich, dass man seine Geduld jetzt besser nicht mehr weiter ausreizen sollte.
»Ein Schattenmar hat einen der Cays erwischt.«
Konstantin zog eine Augenbraue hoch und lachte dann auf. »Das ist fantastisch! Ein toter Cay kann keinen Stein des Lichts beschaffen!« Er schnappte sich seinen Kelch und trat zu Septimus an den Tisch, um sich Wein nachzuschenken. »Warum hast du das denn nicht gleich gesagt? Das wird die verdammten Hüter des Lichts in ihren Plänen gewaltig zurückwerfen!«
»Freu dich nicht zu früh«, dämpfte Septimus seine Euphorie. »Der Junge hat die Berührung des Schattenmars überlebt.«
Abrupt hielt Konstantin in seiner Bewegung inne und ließ den Kelch sinken. »Wie bitte?«
»Der Schattenmar hat ihn berührt, konnte ihn aber nicht töten.«
Skeptisch runzelte Konstantin die Stirn. »Bist du dir da sicher?«
Septimus nickte. »Ich habe es mit eigenen Augen gesehen. Er konnte ihn nicht mal umschlingen.«
Konstantin ging zum Kamin zurück und starrte einen Moment lang ins Feuer. »Was genau ist passiert?«
»Der Schattenmar griff den Jungen an und versuchte, ihn mit seiner Schwärze einzuwickeln. So wie sie es immer mit ihren Opfern tun. Aber aus irgendeinem Grund konnte er es nicht. Er hat es mehrfach versucht, schien aber auf eine Art Widerstand zu stoßen und abzuprallen. Deshalb wollte er den Jungen stattdessen mit sich fortschleifen, doch eine der anderen Cays hat ihr Licht gerufen und den Schattenmar damit vernichtet.«
Konstantin schwieg. »Was war mit dem Jungen?«, wollte er dann wissen.
»Er war bewusstlos, geschwächt. Der Schattenmar hat ihm seine Lebensenergie geraubt, aber er hat überlebt. Ich denke, Ben hat ihn zurück nach Burgedal gebracht.«
»Ben, Ben, immer Ben …« Wieder lag tiefste Abscheu in Konstantins Stimme.
Septimus lächelte boshaft. »Aber das ist doch das Beste daran! Es war sein Sohn, den der Schattenmar sich gekrallt hat. Nur schade, dass sein Balg nicht draufgegangen ist. Damit hätte er zumindest einen Teil seiner offenen Rechnung bei uns bezahlt.«
Mit einem Stirnrunzeln starrte Konstantin erneut in die Flammen.
»Denkst du, es liegt daran, dass die Cays das Licht des Engels in sich tragen?« Septimus goss sich Wein nach. »Könnte es sein, dass die vier gegen die Finsternis immun sind?«
Konstantin ignorierte ihn. Er fuhr sich mit der Hand übers Kinn und blickte weiter ins Feuer. Es gab einiges, worüber er nachdenken musste.

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