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Sunshine. Wo Himmel und Erde sich berühren

Sunshine. Wo Himmel und Erde sich berühren

Autor: Wolf, Christof

Lieferbar in 48 Stunden


Produktart: Buch

Seiten: 264

Größe: 21,0 x 14,8 cm

Sprache: Deutsch

Auflage: 1 Erstauflage

Verlag: ACABUS Verlag

ISBN: 9783941404311

Einband: Paperback

zum eBook

EUR 14,90

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
'Sunshine – Wo Himmel und Erde sich berühren', der zweite Teil der autobiografischen Trilogie ‚Sunrise – Sunshine – Sunset’, ist ein unterhaltsames Gute-Laune-Reise-Buch. Locker und amüsant erzählt Christof Wolf die spannenden Erlebnisse, die das junge Paar vom beschaulichen Westerwald aus rund um den Globus führen – und auch der Leser ist zu diesem abenteuerlichen Trip herzlich eingeladen. Im ersten Teil sind Johanna und Ben noch Teenager kurz vor dem Abitur, als sie sich 1985 auf einem Klassenausflug näherkommen. Das lebensfrohe Mädchen und der eher schüchterne Junge fühlen sich gleich zueinander hingezogen und so entwickelt sich nach einigen Turbulenzen eine zarte Liebesgeschichte, welche jetzt im zweiten Teil ihren romantischen Höhepunkt findet. Johanna und Benjamin sind seit 10 Jahren ein Paar und zahlreiche Reisen führten sie bereits rund um den Erdball. Frankreich, USA, Australien, Thailand – kein Land, kein Kontinent ist vor ihnen sicher. In jedem Urlaub machen sie aufregende und beeindruckende Erfahrungen und lernen interessante Menschen kennen. Mit einigen verbindet sie seitdem eine langjährige Freundschaft. Doch auch im ganz normalen Alltag gelingt es ihnen stets, ihre Liebe spannend zu gestalten. Benjamin ist sich endlich sicher, dass Johanna und er füreinander bestimmt sind. Das größte Abenteuer seines Lebens steht an. Voller Ideen plant er einen romantischen Heiratsantrag, bei dem er Hanna auf eine Reise in ihre gemeinsame Vergangenheit entführen will. Sein Vorhaben zeigt, welch außergewöhnliches Leben sie bisher miteinander führen durften. Überglücklich und am Ziel ihrer Träume verbringen sie nach einer wunderschönen Hochzeitsfeier ihren Honeymoon auf Hawaii. Sie sind sich sicher, dort ein Stück von ihrem Paradies gefunden zu haben – denn hier scheinen Himmel und Erde sich tatsächlich zu berühren. Allerdings ziehen am Ende der Reise, in einem Moment, in dem alles fast perfekt zu sein scheint, dunkle Wolken auf und das eben noch so sonnige Paradies gerät in den kalten Schatten der unbarmherzigen Realität. Der Himmel verdunkelt sich … Mitfiebern, mitreisen, mitfühlen – das ist das Motto der Trilogie. Im dritten Teil Sunset – Darum sehet die Lilien vermag auch ein schwerer Schicksalsschlag Johannas und Benjamins Liebe nicht zu zerstören. Die Botschaft des Romans, zusammengefasst in der traurigen ‚Message in a Bottle‘, die 2001 an einem australischen Strand gefunden wurde, hinterlässt einen tiefen Eindruck, der vor Augen führt, wie wertvoll jeder bewusst gelebte Moment ist.
Nach einer ausgiebigen Dusche schlüpfte Benjamin sehr schnell in seine grauschwarz gestreifte Stresemannhose, stilecht mit Hosenträgern am Bund. Ein wenig unbeholfen befestigte er, da er diese Art von Hemden selten trug, seine silbernen Manschettenknöpfe an den Hemdsärmeln, band sich ein champagnerfarbenes Herrenhalstuch um und steckte dessen Ende unter den Hemdkragen. Nun noch die graue Weste. Mit leicht zittrigen Fingern knöpfte er sie zu. Der Pfiff für sein Outfit war dann schließlich der schwarze Cut, also der Herrenschoßrock mit seinen abgerundeten Ecken. Eine abschließende Qualitätskontrolle im großen Schlafzimmerspiegel stimmte ihn zufrieden. Johanna, die in dieser Zusammenstellung auch ihren Geschmack verwirklicht sah, hatte ihn schon bei diversen Anproben gemustert und somit konnte er sicher sein, dass sie hellauf begeistert sein würde. Er hingegen hatte ihr Kleid noch nicht gesehen. Nun aber war es soweit und der Moment, wo er seine Braut – seine Sunshine – das erste Mal in ihrem Kleid sehen sollte, war gekommen. Johanna hatte sich ins Arbeitszimmer verzogen. Ganz ungestört und ohne jegliche Hilfe Dritter wollte sie sich stylen. Die Nervosität stieg auch in ihr von Sekunde zu Sekunde. Ihr Herz schien fast stehenzubleiben, als Benjamin wie vereinbart an die Tür klopfte. Sie atmete noch einmal ganz tief ein. Mein Schatz, bist du fertig? Seine Stimme klang zittrig. Stille. Hanna, ist alles okay? Nichts. Benjamin wurde nervös. Er hatte Bedenken, sie könnte vielleicht hyperventiliert oder gar die Besinnung verloren haben. Benjamin nahm die Türklinke in die Hand, als er plötzlich eine Stimme sagen hörte: Mein lieber Schatz, ich freue mich auf unsere Hochzeit und du kannst jetzt gerne reinkommen! Erleichtert holte Benjamin noch einmal tief Luft und öffnete die Tür. Da stand sie nun, einem weißen Engel gleich – ohne Flügel natürlich. Und analog zur Fernsehwerbung eines Getränkeherstellers kam ihm spontan ein Slogan in den Sinn, den sie durchaus gut als Motto für ihre Hochzeit hätten übernehmen können: Liebe verleiht Flügel! Nicht mehr zu vermeiden, schossen Benjamin Tränen in die Augen. Nein, in seinen kühnsten Träumen hätte er sich nicht ausmalen können, wie seine Hanna als Braut aussehen würde. Sie stand da, ihr langes Haar gelockt. Statt eines Schleiers oder Diadems hatte sie sich eine kleine weiße Rose ins Haar gesteckt. Sie strahlte ihn an und er wusste, kein anderer Kosename als Sunshine hätte je besser zu ihr passen können. Ihr Hochzeitskleid war champagnerfarben, elegant und schlicht. Gleichwohl, bei näherer Betrachtung erkannte man allerlei Stickereien. Der Stoff fiel gleichmäßig und war so bemessen, dass die Braut beim Gehen eine Art Schleppe hinter sich her zog. Diese war aber nicht zu lang, da Johanna ganz bewusst ein schlichtes Kleid tragen wollte. Ihre Hände zierten champagnerfarbene Spitzenhandschuhe. Der Brautstrauß mit aprikosefarbenen Rosen rundete ihre anmutige Erscheinung ab. Gefalle ich dir, Ben? Natürlich handelte es sich um eine rein rhetorische Frage, konnte sie doch an Benjamins Reaktion sehen, wie sehr sie ihm gefiel. Er trat auf sie zu und küsste sie. Du bist die schönste Braut, die es je auf Erden gegeben hat. Tränen liefen seine Wangen hinunter. Und das Schönste daran ist, dass du nun auch vor Gott meine Frau werden willst. In guten und in schlechten Tagen. Johanna musste nun auch an sich halten, damit keine Tränen die zarten Kajalstriche verwischen würden. Zum Glück klingelte es an der Tür. Tina und Fred retteten die Situation. Kurz hintereinander stiegen sie die Treppe hinab, denn sie wollten beiden gemeinsam die Tür öffnen. Hallöchen , riefen sie unisono und freudestrahlend, um ihnen – beziehungsweise um Fred, der stets mit diesem Spruch grüßte – zuvorzukommen. Wahnsinn! Ihr seht ja super genial aus. Wie Filmstars! Tina war ganz hin und weg. Nach der knappen Begrüßung mussten sie sich sputen, denn in der Ferne konnten sie bereits die Glocken der Kirche läuten hören. Ich denke, wir müssen los, sonst fangen die da ohne uns an! Ben, wir sind doch die Hauptdarsteller! Johanna hatte plötzlich die Ruhe weg. Benjamins positive und liebevolle Reaktion auf ihr Aussehen entspannte sie vollkommen. Nichts konnte sie nun noch aus der Ruhe bringen. Hey Sunshine, sieh mal raus, die Sonne scheint und der Himmel ist fast blau! Also, wenn das mal kein gutes Zeichen für euch beide ist , unterstrich Fred. Jetzt müssen wir aber wirklich los! Glücklich und voller guter Gefühle stiegen sie ins Auto. Sie fuhren auf den Alten Markt von Hachenburg, den die Einwohner auch gerne die gute Stube von Hachenburg nennen. Die Wirtsleute der zahlreichen Restaurants und gemütlichen Cafés hatten ob der angenehmen frühlingshaften Temperatur die ersten Tische und Stühle herausgestellt. Einige Besucher genossen bereits ein Bierchen auf der wundervoll gelegenen Terrasse des Hotels Zur Krone, das als das älteste steinerne Gasthaus Deutschlands gilt. Und wie es sich für ein richtiges deutsches Wirtshaus gehörte, so lag auch dieses charmante und vor allem romantische Hotel direkt neben der Kirche. Sie stiegen aus. Einige Leute blieben stehen und schauten dem jungen Paar nach, das sich anscheinend gleich trauen lassen wollte. Hie und da rief man ihnen spontane Glückwünsche zu. Die Gäste der Kronen-Terrasse, die unter dem roten, mit toskanischen Pilastern geschmückten Erker an einem langen Tisch saßen, standen auf, prosteten ihnen zu und wünschten ebenfalls alles Gute. Das Paar strahlte. Ja, eigentlich strahlten sie wie immer, wenn man sie sah. Und so kannten viele Bürger der Stadt das junge Pärchen vom Sehen, da ihre Gesichter regelmäßig in der Fußgängerzone präsent waren. Johanna und Benjamin winkten freudig zurück und stiegen würdevoll die steinerne Treppe zum Haupteingang der katholischen Pfarrkirche Maria Himmelfahrt empor. Am Ende der Freitreppe angekommen, drehte das Paar sich erneut zu den Leuten auf dem Marktplatz um und winkte. Lächelnd hielt sich Johanna am Metallgeländer mit der eingeschmiedeten goldenen Krone fest und genoss den Augenblick. Am liebsten wäre sie auf die Knie gegangen und hätte ihren Kopf an die Metallkrone gehalten, wie sie es als Kind stets getan hatte. Ich bin eine Königin, schaut alle her zu mir! , hätte sie dann gerufen. Doch ihr Alter – also nicht Benjamin – und der Anlass verboten natürlich eine solch kindische Tat gleichwohl war es irgendwie ein tolles, ja fast erhabenes Erlebnis dort zu stehen. Die Glocken läuteten noch immer und in Benjamin wuchs das Gefühl, sie würden heute noch klarer, noch lauter ihre Klangbotschaft in den Westerwald hinausrufen, um allen Leuten zu sagen: ‚Kommt alle her und seht! Seht was hier passiert hier geschieht etwas ganz Großes!‘ Vor dem letzten Schritt in die Kirche, schaute Benjamin nach oben und blickte in die Augen des in eine dunkelbraune Kutte gekleideten Giovanni Bernardore, besser bekannt als Franz von Assisi, dem Begründer des Franziskanerordens. In Form einer Mönchsstatue stand dieser über dem Hauptportal, ein Eisenkreuz quer vor sich tragend, mit seinem linken Fuß auf einer goldenen Kugel stehend. Benjamin schien, als lächelte er auf ihn herab. ,Hat er mir da gerade zugezwinkert?‘ Ermutigt für den nächsten Schritt, richtete Benjamin seinen Blick erneut an der Fassade entlang gen Himmel. Im Stillen dankte er Gott – unterstützt von einem tiefen Seufzer – für diesen Moment, einen Moment des höchsten Glücksgefühls. Und als wolle dieser ihm unmittelbar auf sein Dankeschön antworten, flog – wie aus dem Nichts – eine weißgraue Taube auf das Mauersims des mit Ornamenten verzierten Volutengiebels. Aufgeregt lief das Täubchen den Sims auf und ab und gurrte so laut, dass man dieses trotz des hellen Glockenschalls hören konnte. Johanna schaute Benjamin an, ihr war sein Seufzer nicht entgangen. Ist alles okay, Schatz? Alles bestens. Ich bin so glücklich, dass ich laut losschreien und die Glocken noch übertönen könnte! Mir geht es auch so. Wenn wir jetzt nicht gerade auf der Kirchentreppe stehen und gleich von zwei Geistlichen erwartet würden, knutschte ich dich bis du schielst! Benjamin musste laut auflachen über Johannas Standardspruch. ‚Typisch Sunshine!‘ Pater Gunther und Pfarrer Deibel, welch köstlich unpassender Name für einen Diener des Herrn, begrüßten sie aufs Herzlichste. Doppelter geistlicher Beistand? Ja, sie hatten sich bewusst für eine Hochzeit mit ‚doppeltem Boden‘ entschieden, also eine ökumenische Heirat. Da sie beide verschiedenen Konfessionen angehörten, schien es ihnen wichtig, beide Kirchen mit ins Boot zu nehmen. Schnell wechselten sie ein paar Worte des Grußes und die Zeremonie sollte beginnen. Unter den gewaltigen Klängen des evangelischen Posaunenchors von Gemünden, in dem Benjamin noch bis vor ungefähr fünf Jahren Mitglied gewesen war, schritten sie durch das Mittelschiff der Kirche auf den prächtigen Hochaltar zu. Alle waren sie gekommen: Sämtliche Familienangehörige und viele Verwandte, die meisten ihrer Freunde und Bekannten sowie einige ihrer Arbeitskollegen. Einige ihrer geladenen Gäste hatten sie zwar schon seit Jahren nicht mehr gesehen, aber umso wichtiger war ihnen, möglichst viele ihrer Wegbegleiter heute, bei diesem ‚live-changing Event‘ – wie es heutzutage so schön beschrieben wird, wenn eine gravierende Änderung der Lebenssituation eintritt – dabei zu haben. Sie kämpften mit den Tränen. Der Gang durch die Kirche schien unendlich, doch sie genossen jeden Meter. Alle Augen waren auf sie gerichtet ihnen kam es vor, als würden selbst die Heiligenfiguren rechts und links ihre Köpfe nach ihnen umdrehen. Die dunklen hölzernen Kirchenbänke waren zum Gang hin mit weißen Schleifen und Rosen verziert und fast alle schienen besetzt. Das bedeutete wiederum, dass neben den rund 100 geladenen Gästen auch viele gekommen waren, die sich mit dem Paar verbunden fühlten: frühere Arbeitskollegen, alte Vereinskameraden aus dem Sportverein, aber auch Klassenkameradinnen und -kameraden von der Grundschule über das Wirtschaftsgymnasium bis hin zum Studium schienen es sich nicht nehmen zu lassen, beide – auch ohne Einladung – heute zu begleiten.

Über den Autor

Wolf, Christof

Wolf, Christof

Christof Wolf, geboren 1967, lebt seit Jahren in Hachenburg, einem kleinen mittelalterlichen Städtchen im Westerwald. Im Beruf zeigt sich der gelernte Bankkaufmann und Diplom-Betriebswirt verantwortlich für die interne Studienorganisation an einer Fachhochschule. Nach seiner... mehr über den Autor

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