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Für immer und ein Vierteljahr
Roman

Für immer und ein Vierteljahr

Autor: Roos, Sonja

lieferbar


Produktart: Buch

Seiten: 352

Größe: 21,0 x 13,3 cm

Sprache: deutsch

Auflage: 1 Originalausgabe

Verlag: acabus Verlag

ISBN: 9783862826384

Einband: Paperback

zum eBook

EUR 16,00

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
Ein Schicksalsschlag und eine verloren geglaubte Liebe.

Marc Karmann will nur eins: Sein verkorkstes Leben in den Griff kriegen. Dazu gehört auch, endlich einen Schlussstrich unter seine Ehe mit der reichen, schönen, aber unnahbaren Jana zu ziehen. Die beiden haben sich nichts mehr zu sagen und auch an Sohn Julius kommt Marc nicht mehr heran. Jana willigt in eine Scheidung ein, jedoch nur unter einer Bedingung: Marc soll für ein Vierteljahr zu ihr zurückkehren, sich um den renitenten Teenager kümmern und – sie auf Händen tragen. Und zwar wörtlich, denn Jana verlangt, dass Marc sie morgens und abends die Treppe herunter- beziehungsweise hochträgt. Bald findet Marc heraus, dass seine Frau gute Gründe für dieses merkwürdige Arrangement hat. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, den Jana bereits aufgegeben zu haben scheint und bei dem Marc einmal mehr Gefahr läuft, alles zu verlieren, was ihm am Herzen liegt.

„Und als sie schlief, lag er wach,
seine Hand auf ihrem Herzen mit dem verzweifelten Wunsch,
es mit der Macht seiner Gefühle heilen zu können.“

Leseprobe aus Kapitel 1 (zur PDF-Leseprobe)


»Ich will ein Vierteljahr, Marc. Du wirst drei Monate wieder mit uns leben. Du wirst deine Geliebte in dieser Zeit nicht sehen und nicht kontaktieren. Du wirst versuchen, eine Beziehung zu Juli aufzubauen, denn er braucht dich gerade mehr denn je.«
Sie schluckte kurz, bevor sie weitersprach. »Zudem wirst du dein Bestes auf der Arbeit geben, damit mein Vater keinen Grund hat, sich später nicht an die Abmachung zu halten. Das sind meine Bedingungen.« Ihr Blick ließ keinen Zweifel an der Aufrichtigkeit ihrer Worte und doch glaubte Marc, sich verhört zu haben. »Um mich mehr um unseren Sohn zu kümmern, muss ich doch nicht wieder mit dir unter einem Dach leben«, sagte er perplex.
»Mein Geld, meine Bedingungen«, schoss sie zurück.
»Du bist irre. Du bist vollkommen übergeschnappt. Warum solltest du das wollen? Ich habe dir eben gesagt, dass ich die Scheidung will.« Sie schluckte hörbar. »Ich habe meine Gründe, aber die können dir egal sein. Du kannst auf mein Angebot eingehen und nach dem Vierteljahr mit der Hälfte unseres Vermögens und erhobenen Hauptes aus der Sache rausgehen, oder du kannst wie ein feiger Hund das Weite suchen. Doch ich garantiere dir, du wirst den Absturz aus dieser Höhe nicht überstehen. Genauso wenig, wie deine Beziehung mit diesem Betthäschen, denn jeder weiß, dass sie dein Geld mindestens genauso anziehend findet wie dich.«
Ihr Blick blieb vielsagend an seiner Kreditkartenabrechnung hängen, die auf dem Küchentisch lag. »Ganz zu schweigen von deinem alten Herrn, der dann niemanden mehr hat, der ihn bei den diversen Inkassounternehmen auslöst.
Mach dir nichts vor, Marc, ohne Geld bist du nichts wert, nicht für sie, nicht für deinen Vater und nicht mal für dich selbst.« Marc ballte seine Hände zu Fäusten, damit er nicht aufsprang und sie ihr um ihren schlanken, gemeinen Hals legte. Miststück.
»Mehr als das«, sagte sie und stand betont grazil auf. Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass er die Beleidigung laut ausgesprochen hatte. Sie ging in Richtung Tür, drehte sich dann aber noch einmal zu ihm um. »Ich gebe dir bis morgen Abend Zeit, mein Angebot zu durchdenken, Marc. Rede mit deiner Gespielin. Sie wird es sicher verstehen, zumal du ihr danach weiterhin ihren durchaus aufwändigen Lebensstil finanzieren kannst.«
»Das ist Erpressung, Jana, dafür solltest selbst du dir zu schade sein«, sagte er verächtlich. Doch sie zuckte nur die Schultern. Die Hand schon am Türgriff, drehte sie sich noch einmal zu ihm um. »Oh, und du wirst mich in diesen drei Monaten auf Händen tragen. Und das meine ich nicht im übertragenen Sinne. Ich will, dass du mich jeden Morgen die Treppe herunter- und jeden Abend wieder hinaufträgst. Das sind meine Bedingungen.« Mit diesen Worten ließ sie ihn stehen wie einen Idioten, mit offenem Mund und ungläubigem Blick.


Kapitel 2


Marc stürmte wütend zu seinem Porsche und fuhr danach ziellos durch die Stadt. Während die Welt vor ihm zu einer Kulisse aus Farben und Formen verschwamm, ging er noch einmal die merkwürdige Begegnung mit seiner Frau durch.
Mit ihrem Angebot hatte sie ihn kalt erwischt – und nachhaltig verwirrt. Marc schüttelte den Kopf, um seine Gedanken zu ordnen, doch auch das brachte nicht mehr Klarheit in die Situation. Alles, was er wusste war, dass er sich wieder hatte reizen lassen.
Mit ihrer unterkühlten Herablassung traf sie jedes Mal einen wunden Punkt in seinem Inneren. Wie sehr er es hasste, wenn Jana so war. Ihr Verhalten kehrte dann auch seine schlechteste Seite nach außen, die gemeine, sarkastische, bittere Seite, sodass sie zusammen ungefähr so gut funktionierten wie ein Streichholz und eine in Benzin getauchte Lunte.
Marc brachte den Porsche vor Lydias Haus zum Stehen, doch ließ den Motor laufen. Was zum Himmel sollte er ihr sagen? Dieses Angebot, das Jana ihm da gemacht hatte, war zu verrückt, um es überhaupt laut auszusprechen. Er fuhr mit der Hand über seinen Mund, fühlte die Bartstoppeln, die sich dort seit dem Morgen ausgebreitet hatten. Was zum Henker bezweckte Jana damit?
Marc schüttelte den Kopf, denn er konnte sich keinen Reim darauf machen. Sie hatte ihn doch herausgedrängt.
Aus ihrer Ehe, aus dem Leben seines Sohnes, aus dem gemeinsamen Haus. Warum wollte sie ihn gerade jetzt wieder zurückholen? Und was sollte diese komische Frist?

Ein Vierteljahr? Was würde das ändern?

Über den Autor

Roos, Sonja

Roos, Sonja

Sonja Roos, Jahrgang 1974, wuchs in einem kleinen Dorf im Westerwald auf. Nach dem Abitur 1994 studierte sie Germanistik und Anglistik in Koblenz. Seit 2004 arbeitet sie als Redakteurin und Kolumnistin bei der Rhein-Zeitung. Sonja Roos lebt heute in ihrer alten Heimat, dem Westerwald. Schon als... mehr über den Autor

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