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Papiergefluester
Aus dem Leben einer Buchhaendlerin

Papiergefluester

Autor: Dalbert, Simone


lieferbar


Produktart: Buch

Seiten: 100

Größe: 18,8 x 12,4 cm

Sprache: deutsch

Auflage: 1 Erstauflage

Verlag: ACABUS Verlag

ISBN: 9783862822355

Einband: Paperback

zum eBook

EUR 10,90

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
Wenn Bücher erzählen könnten, was sie in einem Buchgeschäft so alles mitbekommen!

Simone Dalbert plaudert mit viel Humor aus dem persönlichen Nähkästchen und erzählt von unberechenbaren Kunden, Plüsch-Bakterien, Schaufenster-Yoga und bayerischen Mathematikbüchern.


"'Papiergeflüster' zeigt, dass Simone Dalbert Bücher nicht nur erfolgreich verkauft, sondern auch sehr lesenswert schreibt." (Leander Wattig, www.ichmachwasmitbuechern.de)
Vorsicht, ansteckend!

Seit wir Riesenmikroben im Sortiment führen, kommt es immer mal wieder zu seltsamen Situationen. Riesenmikroben sind vergrößerte Bakterien, Viren und Zellen aus Plüsch und mit großen Kulleraugen. Biologisch halbwegs korrekt an der tatsächlichen Zellform orientiert, bringt jede eine kleine Beschreibung mit, wo sie lebt und was sie so mit einem anstellen kann.
Die kleinen Riesen sind wirklich goldig und werden gerne verschenkt. Zur Prüfungszeit ist die Gehirnzelle sehr gefragt, zur Hochzeit wird gerne mal eine Eizelle zusammen mit einem Spermium gekauft. Weniger nett gemeint ist wahrscheinlich eine verschenkte Fettzelle.
Am Telefon kommt es unter Kollegen dann schon mal zu Missverständnissen. So erntete ich zum Beispiel eisiges Schweigen, als ich meinen Kollegen fragte, ob er die Schlafkrankheit hätte. Als ich dann »Als Riesenmikrobe« nachschob, bekam ich auch wieder eine Antwort. Der Kollege hatte mich im Verdacht, ihn wegen seiner vermeintlichen Langsamkeit aufzuziehen.
Bei anderen Gesprächen möchte man für eventuelle Zuhörer am liebsten ein Schild hochhalten: »Wir sprechen über Plüschtiere!« Zum Beispiel als mein Kollege mich anrief und fragte, ob ich eine Syphilis für ihn hätte. Meine Antwort musste für Mithörende ziemlich befremdlich wirken: »Syphilis habe ich nicht, aber einen Tripper kann ich Dir anbieten.« Worauf der Kunde ganz trocken antwortete: »Danke, den habe ich schon!«

@Buchgeschichten:
Rufe die Kollegin an: »Was kostet das Gehirn?« Schweigen antwortet. »Der Magnet, den Du mir ge-schickt hast.« Höre die Erleichterung.



Ritter Falk und das hadde Dee

Nicht nur Fremdsprachen können für Buchhändler zur Falle werden. Auch der regionale Dialekt kann einen schon mal zum Stolpern bringen, zumindest wenn es nicht der eigene ist.
Als »Neigschmäggde«, auch Zugezogene genannt, stolpere ich in Unterfranken immer wieder über die regionalen Spracheigenheiten. Als der vierte Band Asterix auf Mainfränkisch erschien, ›Asterix un di Wengerts-Sscheer‹, musste ich meine eingeborenen Kollegen erst einmal fragen, was denn bitte eine »Wengerts-Sscheer« ist. Frei übersetzt eine »Weinbergs-Schere«, also eine Schere, mit der die Weinreben geschnitten werden. Wen wundert es, im Weinland Franken.
Die gängigsten Redewendungen haben »fei scho a weng« auf mich abgefärbt. Was ich aber wohl nie können werde, ist das wunderschön gerollte R der Unterfranken. Dafür kann ich aber B und P so aussprechen, dass sie sich auch wirklich unterschiedlich anhören, ebenso D und T. Damit haben die Unterfranken nämlich so ihre Probleme, was bei der Aufnahme von Kundennamen immer wieder amüsant ist. Man fragt ja schon sicherheitshalber: »Mit T wie Theodor?« Die Antwort lautet dann gerne mal: »Ja, mit D wie Dheodor!« Auch gerne genommen ist die Variante: »Mit haddem Dee.« Meint: ein hartes T.
Aber auch nach Jahren falle ich immer wieder darauf rein. So hatte ich eine Kundin am Telefon, die eine Frage zum DVÖD hatte, allerdings an eine Kollegin. Das habe ich mir dann so notiert, um es auszurichten. Als ich den Zettel etwas später wieder las, kam mir das doch seltsam vor. Der Kollegin habe ich dann einen korrigierten Zettel gegeben, auf dem stand TVÖD. Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst war ihr bekannt, über DVÖD hätte sie wohl noch eine Weile gegrübelt.
Vor ein paar Tagen meinte eine Kundin, dass sie den »Diddl« nicht kenne. Ich sah schon die eigentlich wohlbekannte Maus vor mir. Bis mir aufging, dass sie den Titel, nämlich des Buches, meinte. Eine andere Kundin suchte ein Buch von »Ridda Falk«. Es hatte nicht viel gefehlt und ich hätte »Ritter Falk« als Suchbegriff eingegeben. In letzter Sekunde fiel mir dann doch noch die Autorin Rita Falk ein, die etwas aktueller ist. ›Falk, Ritter ohne Furcht und Tadel‹ wäre schon vergriffen gewesen.

@Buchgeschichten:
»Da sinn Dondrächer drin!« Wer ahnt, was gemeint ist? #Franken

Über den Autor

Dalbert, Simone

Dalbert, Simone

Simone Dalbert, geboren 1977, wuchs im Saarland auf und studierte dort Biologie. Inzwischen lebt sie in Würzburg, wo sie eine Ausbildung zur Buchhändlerin absolvierte und noch immer in diesem Beruf arbeitet. Auf www.papiergefluester.com schreibt sie zudem privat über und rund um... mehr über den Autor

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