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Eine neutrale Tüte bitte. Menschen im Sexshop
Stories

Eine neutrale Tüte bitte. Menschen im Sexshop

Autor: Bukowski, Candy

lieferbar


Produktart: Buch

Seiten: 208

Größe: 21,0 x 13,3 cm

Sprache: deutsch

Auflage: 1 Originalausgabe

Verlag: acabus Verlag

ISBN: 9783862826971

Einband: Paperback

zum eBook

EUR 15,00

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
Darauf steht Deutschland: Eine Sexshop-Verkäuferin packt aus
mit Gastbeiträgen von Olivia Jones, Lilo Wanders & Eve Champagne

Schlüpfrig war gestern: Candy Bukowski erzählt Geschichten direkt von der Reeperbahn, aus dem Herzen von St. Pauli: lustig, berührend und schonungslos ehrlich.
Wenn sich ein schüchterner Japaner in eine schwule Porno-Veranstaltung verirrt, prahlende Halbwüchsige an Sexpuppen herumspielen, ein Penisring in Verbindung mit der Kreiszahl Pi so manchen Mann zum Staunen bringt, oder ein älteres Paar sich routiniert mit Fetisch-Artikeln eindeckt, dann hat Candy Bukowski wahre Geschichten aus einem Sexshop zusammengetragen, die man ohne Scham genießen kann.

Dieses Buch macht Mut und Lust auf mehr.

Anstatt eines Vorwortes: Jedem seinen Thermomix! (zur PDF-Leseprobe)


Ein seriöses Mittfünfziger-Paar, das seit geraumer Zeit völlig entspannt seine Runden durch den Laden dreht und interessiert guckt, steht vor der Vitrine mit den ausgestellten Fick-Maschinen. Unterschiedliche Modelle sind dort zu finden, alle funktionieren nach demselben Prinzip: Mensch kann sich davor hocken oder legen und kommt dank ausgeklügelter, motorisierter Leistung in den Genuss, sich realitätsnah durchvögeln zu lassen. Nach einiger Zeit begutachtenden Schweigens, entspinnt sich ein ruhiges Gespräch mit einigen Pausen zwischen den beiden.

Die Dame macht den Anfang:
„Das ist … speziell …“
„Oh ja. Dass es so etwas gibt, hätte ich nicht vermutet.“
„Es ist auf jeden Fall … bemerkenswert.“
„Das Ding hat Ausdauer … da gäbe es keine Beschwerden mehr … von wegen zu schnell oder zu kurz.“
„Pah. Als ob ich jemals … das Ding läuft über einen Netzstecker … das kann endlos …“
„Genau das stelle ich mir gerade vor: du und dieses Ding, bis du aufgibst.“
„Na hör mal. Das ist eine Maschine. So ein kaltes Gerät kann doch niemals einen Menschen ersetzen …“
„Das, meine Liebe, hast du vom sündhaft teuren Thermomix auch behauptet. Und jetzt willst du ihn nicht mehr hergeben.“

Herzlich willkommen im Sexshop!

Was für ein großartiges Pärchen, oder? Für diese Erlebnisse liebe ich meine Kunden. Immer und immer wieder. Völlig nebensächlich, ob die beiden nun tatsächlich auf den Geschmack an diesem sehr speziellen Spielzeug kamen, oder auch nicht. Sie sind einfach ein wundervolles Beispiel für eine offene, tolerante Lebensart. Seine Hand liegt auf ihrem Po, beide gehen liebend und humorvoll mit dem anderen um, sie sind neugierig und interessiert und haben noch Sex miteinander. Besser geht es nicht.

Der überwiegende Teil der vielen Besucher eines Sexshops gehört zu dieser sympathischen Gruppe unaufgeregter Normalos. Menschen wie du und ich, jeder nach seinem Geschmack, mit Vorlieben und Abneigungen, Gos und No-Gos. Aber alle zusammen sind glücklich im 21. Jahrhundert angekommen. Klar besucht man einen Sexshop! Warum auch nicht? Da ist es inzwischen schick und edel, das olle Schmuddel-Image gehört der Vergangenheit an. Außerdem ist doch nichts Schlimmes dabei, da geht heute doch jeder hin, oder?

Nun ja, fast alle. Darin sind sich wiederum alle einig. Eigentlich könnte der unbeschwerte, offene Umgang mit unserer Sexualität total unkompliziert sein. Wenn da nur nicht immer die anderen wären:
„Toller Laden! Nach solch einem haben wir lange gesucht. Dort wo wir herkommen, naja … da ticken die Uhren noch ganz anders. Die meisten wären fassungslos, wenn sie wüssten womit wir uns hier so eindecken und zuhause dann Spaß haben.“
„Witzig, das sagen eigentlich fast alle. Vielleicht ist es inzwischen so, dass jeder das über den anderen denkt, aber eigentlich die meisten selbst recht locker damit wären.“


Liebenswerte Nachhilfe für „untenrum“
Ein Gastbeitrag von Olivia Jones


Für uns St. Paulianer ist es kaum zu glauben, aber für viele Menschen sind Sexshops immer noch eine Tabuzone.

Ich merke das regelmäßig bei unseren Kiez-Führungen. Da ist der Sexshop-Stop immer noch Pflichtprogramm. Und für mich ist auch das tausendste Mal, wie mein erstes Mal in der Sexualkundestunde – im doppelten Sinne:

So lustig diese Besuche auch sind, soviel auch gelacht wird, höre ich von Verkäufern und Gästen immer wieder, dass die Besuche auch pädagogisch wertvoll sind, zur Aufklärung beitragen, Hemmungen abbauen. Viele Gäste kommen wieder.

Oft habe ich mich gefragt, warum nicht längst ein Mitarbeiter per Buch aus dem Nähkästchen geplaudert hat. Aber ob es jedem so gelingen würde wie Candy Bukowski?

Sie hat einen guten Blick für Geschichten und sich trotz aller Abgründe, Absurditäten und Albernheiten einen wertschätzenden Blick für die Menschen vor der Verkaufstheke bewahrt.

Ich habe jedenfalls beim Lesen oft gelacht, aber – wer hätte das gedacht – genauso viel gelernt: Das Buch ist nicht nur Nachhilfe für die Lachmuskeln, sondern auch für „untenrum“.

Danke, Candy!

Über den Autor

Bukowski, Candy

Bukowski, Candy

Candy Bukowski (geb. 1967) bemerkte zu spät, dass sie gerne Dramaturgin geworden wäre. Weshalb sie schließlich Buchhändlerin, Verlagsvertreterin, freie Redakteurin und Autorin wurde. Heute lebt sie sturmerprobt in ihrer Wahlheimat Hamburg. Sie schreibt ebenso messerscharf wie... mehr über den Autor

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