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Agrippina. Kaisermacherin - Kaisermörderin

Agrippina. Kaisermacherin - Kaisermörderin

Autor: Schall, Ute


lieferbar


Produktart: Buch

Seiten: 396

Größe: 20,5 x 14,0 cm

Sprache: Deutsch

Auflage: 1 Erstauflage

Verlag: acabus Verlag

ISBN: 9783941404571

Einband: Paperback

zum eBook

EUR 15,90

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
  • Rezension
Die Geschichte einer einzigartigen Frau. In der ebenso faszinierenden wie gefährlichen Welt der römischen Aristokratie, in der jeder noch so kleine Fehler zum eigenen Untergang führen konnte, folgt der Roman Agrippina durch das Netz der Intrigen, das nicht nur von ihr gesponnen wurde, und dem sie letztlich zum Opfer fallen sollte … Agrippina die Jüngere wird im Jahr 15 n. Chr. als Tochter des römischen Feldherrn Germanicus in die julisch-claudische Dynastie hinein geboren. In dieser Welt gelten die alten römischen Tugenden nicht mehr. Verrat, Mord und Tod sind an der Tagesordnung. Agrippina erlebt, wie ihr Vater Opfer eines Giftmordes wird, ihre Mutter auf die Insel Pandateria verbannt wird, ihr Bruder - Kaiser Caligula - dem Wahnsinn verfällt. Doch Agrippina weiß sich im gefährlichen Umfeld des römischen Hofes zu behaupten, denn sie ist schön, in hohem Maße ehrgeizig und intelligent. Skrupellos nimmt sie jede Möglichkeit wahr, Einfluss zu nehmen. Sie heiratet dreimal, mordet und intrigiert. Schließlich steigt sie als Ehefrau ihres Onkels Claudius zur Kaiserin auf. Endlich an der Macht, doch noch lange nicht am Ziel ihrer ehrgeizigen Pläne, manipuliert sie ihren Ehemann und ihren Geliebten Pallas. Ein gewagtes Spiel, doch sie setzt alles daran, ihren Sohn Nero auf den Thron zu bringen. Sie ist bereit, selbst ihr eigenes Leben diesem Ziel unterzuordnen: 'Mag er mich töten, wenn er nur herrscht.' Vor dem Hintergrund sorgfältig recherchierter historischer Begebenheiten nimmt Ute Schall den Leser mit auf eine Achterbahn der Ereignisse. Mit großer erzählerischer Kraft entwirft sie die Lebensgeschichte einer der außergewöhnlichsten Frauengestalten der römischen Geschichte, deren Einfluss bis heute sichtbar ist. Ihre Memoiren dienten Tacitus und anderen Historikern als Quelle. Als Kaiserin ließ sie ihren Geburtsort Köln in Colonia Agrippinensis umbenennen.
Tragödien: Antonella, die Gaius in seinem Siegeszug ebenfalls nach Rom zurückgeführt hatte und die ihr Glück über die unverhoffte Heimkehr kaum fassen konnte, hatte Mühe, den kleinen Nero, den Agrippina ihrem Gatten erst einige Jahre nach der Hochzeit pflichtgemäß geschenkt hatte, zu bändigen. Hatte man überhaupt noch auf einen Erben gehofft? Bei allen Göttern Roms! , fluchte sie. Sie hatte schon viel gesehen und in diesem Haus schon manchen ungezogenen Nachwuchs erlebt, aber einer wie Nero war ihr doch noch nicht untergekom-men. Kein Wunder!, dachte sie. Sein Vater hatte ja vorausgesagt, von ihm und Agrippina könne unmöglich ein gutes Früchtchen kommen. Der Bengel war noch keine vier Jahre alt und verstand es schon prächtig, sie und seine Mutter gegeneinander auszuspielen. Selbst beim geringsten Tadel der Erzieherin flüchtete er sich laut heulend, als wäre er zumindest geschlagen worden, in Agrippinas Schoß, die zu vernarrt in ihren Sprössling war, um zu begreifen, dass sie hätte Antonellas Partei ergreifen sollen. Stattdessen streichelte und liebkoste sie ihren missratenen Jungen, bis er sich beruhigt und ihr das Versprechen abgetrotzt hatte, die böse Sklavin zu bestrafen. Es ist nicht gut, dachte die alte Frau, wenn Eltern zu lange auf ihre Kinder warten müssen. Sie neigen dann leicht dazu, sie allzu sehr zu verwöhnen. Umgekehrt suchte er bei Antonella Zuflucht, wenn er sich über seine Mutter geärgert hatte. Dazu genügte schon, dass sie ihm, etwa weil Lepidus in der Nähe war, nicht ihre ganze Aufmerksamkeit schenkte. Überhaupt Lepidus! Ihn konnte er gar nicht leiden, ihn hasste er geradezu. Wenn er erst Kaiser wäre, würde er es Lepidus schon zeigen. Dann würde er ihn einen Kopf kürzer machen lassen! Böse Mutter! , beschwerte er sich trotzig und war auch mit noch so vielen guten Worten nicht davon zu überzeugen, dass Erwachsene auch einmal unter sich sein mussten. Blöder Lepidus! , schimpfte er. Wann immer er ihm begegnete, streckte er ihm die Zunge heraus, und der Beleidigte hatte alle Mühe, seinen Zorn auf den ungeratenen Knaben zu beherrschen. Wie gern hätte er ihn einmal verprügelt, was dem Jungen sicherlich nicht geschadet hätte, zumal sich sein Vater nicht um ihn kümmerte. Aber er wusste, dass Agrippina ihm das niemals verziehen hätte. Armes Rom! , flüsterte er vor sich hin. Möge das Schicksal verhüten, dass du einmal in seine Fänge gerätst! Der kleine Nero war nicht nur trotzig und eigensinnig, er war auch ein unansehnliches Kind. Sein feistes Gesicht wies eine rötliche Färbung auf, und auch das struppige Haar war von roten Fäden durchzogen. Ahenobarbus, dachte Lepidus. Rotbart. Das Erbe seiner Vorfahren. Die Natur hatte es mit diesem Menschenkind wahrlich nicht gut gemeint. Wäre sein Wesen wenigstens erträglich gewesen! Agrippina würde mit ihm noch manche Überraschung erleben, überhaupt, wenn sie sich nicht endlich zu strengen Erziehungsmethoden aufraffen konnte. Auch um Agrippina machte sich die Sklavin Sorgen. Sie hatte doch ihrer alten Herrin noch auf dem Sterbebett versprochen, sich um die Tugendhaftigkeit ihrer Töchter zu kümmern. Und jetzt! Die junge Frau war ihrem Einfluss völlig entglitten und tat, was sie wollte, ohne sich um Anstand und Moral zu kümmern. Und was das Schlimmste war: Sie fand nichts dabei. Im Gegenteil! Sie schien es zu genießen, dass sie als lasterhaftes und männerverschlingendes Ungeheuer in der ganzen Stadt im Gespräch war, dass sie die Kolumnen der römischen Gazetten beherrschte und auf jedem öffentlichen Fest, bei jeder privaten Einladung für reichlich Unterhaltungsstoff sorgte. Und jetzt noch dieser Lepidus, der sich, allen Gesetzen wider den Ehebruch zum Trotz, an eine verheiratete Frau herangemacht hatte, mochte deren Mann auch ein noch so großer Lump sein. Vielleicht hätte man Agrippina doch besser diesem Lepidus gegeben. Aber es war müßig, darüber jetzt noch nachzudenken. Das ist nicht die feine römische Art, mein Kind. Antonella schüttelte missbilligend den Kopf. Wenn ich an deine Mutter denke! Sie war eine untadelige Dame, das Musterbeispiel einer römischen Matrone, wie sie sich kein Cato tugendhafter hätte vorstellen können. Sie lebte nur für das Glück ihrer Familie. Und? , hielt ihr Agrippina entgegen. Hat es ihr etwas gebracht? Ist sie deshalb vielleicht glücklich gewesen? Sie ist in Würde gestorben, Agrippina. Und die kommenden Generationen werden sie für ihre Tugendhaftigkeit loben. Du weißt, wie ich sterben werde. ‚Er wird Kaiser sein und seine Mutter umbringen‘, haben sie es mir bei Neros Geburt nicht prophezeit? Ja , vollendete Antonella den Gedanken. Und du, was hast du darauf geantwortet: ‚Mag er mich töten‘, hast du gesagt, ‚wenn er nur herrscht.‘ Eben , fuhr Agrippina fort. Wer will es mir daher verdenken, dass ich mein Leben in vollen Zügen genieße? Wer weiß, wie lange es dauert. Antonella hob die Schultern. Übrigens scheint dein Sohn mehr von seinem Vater zu haben als für ihn gut ist. Und du? Du lässt ihn einfach gewähren. Wenn es so weitergeht, wird sich die schreckliche Vorhersage eines Tages erfüllen. Willst du das dem Kind wirklich antun? Willst du, dass er als Muttermörder, als zweiter Orest, in die Geschichte eingeht? Seltsame Mutterliebe! Ach, Antonella! Der Zorn in Agrippinas Stimme hatte sich gelegt. Ich werde dir bis an mein Lebensende dankbar sein, dass du an mir Mutterstelle vertreten und Agrippina Maior nie im Stich gelassen hast. Und ich könnte mir keine bessere Erzieherin für meinen kleinen Nero vorstellen. Ich weiß ja, ich bin keine gute Mutter. Ich verwöhne und verhätschele ihn. Dabei täte ich gut daran, ihm ab und zu eine Tracht Prügel zu verabreichen, zumal sich sein Vater, der das eigentlich übernehmen müsste, nie sehen lässt. Aber hast du schon einmal seine schöne Stimme gehört? Nur der Gesang der Nachtigall kann mein Herz ebenso erfreuen. Und in seinen großen Kinderaugen lodert ein so leidenschaftliches Feuer, dass ich meine, darin meine eigene Jugend wiederzufinden. Seinen Vater, Antonella, habe ich nie geliebt. Keiner weiß das besser als du. Für meinen Sohn aber fühle ich alles, was ein Mensch für einen anderen zu empfinden vermag. Verstehst du das nicht, meine Gute? Sie griff die alte Dienerin am Arm, um sicher zu sein, dass sie ihr auch zuhörte. Du wirst mir den Jungen noch ganz verderben, Kleines , seufzte Antonella. Wenn du so weitermachst, wird aus deinem Nero nie ein guter Kaiser werden. Aber was rede ich denn! Ich bin eine alte Frau und werde mich wohl an diese neuen Sitten gewöhnen müs-sen. Zu meiner Zeit hätte man keinem Kind von Stand soviel Frei-heit gelassen. Nur den Straßenkindern, nur den Straßenkindern. Dann wandte sie sich kopfschüttelnd ab und schlurfte aus dem Raum. Claudius zitterte am ganzen Körper. Immer wieder schlug er die Hände vors Gesicht. Unser Geschlecht wird für alle Zeiten verflucht sein , jammerte er mit tränenerstickter Stimme. Verflucht. Ja, aber was ist denn geschehen? Was kann denn so schlimm sein, dass es meinem guten alten Onkel die Sprache verschlagen hat? Agrippina nahm den alten Mann zärtlich in den Arm. Drusilla , stammelte er. Drusilla. Wenn ich das geahnt hätte. Oh, ihr Götter Roms! Ich bin Schuld. Ich allein bin Schuld. Und dann begann er zu berichten, und sein Stottern schien mit einem Mal geheilt. Vor wenigen Monaten, so sagte er, habe sich Gaius im Tempel des Jupiter mit Drusilla heimlich vermählt. Er, Jupiter in Aussehen und Gestalt perfekt nachahmend, und sie, die liebliche Drusilla, als Juno, Herrin des Himmels, verkleidet. Nur er, Claudius, sei eingeweiht gewesen. Gaius habe ihn belehrt, Juno sei zwar Jupiters Schwester gewesen, doch nur mit ihr, einer Göttin, habe er auch göttlichen Nachwuchs zeugen können. Und so könne folglich auch er nur mit seiner Schwester, die seiner eigenen Göttlichkeit nicht nachstand, Götter hervorbringen. Nichts Anderes habe er beabsichtigt. Übrigens werde die Welt schon bald die Früchte dieser rühmlichen Tat sehen und ihm auf ewig dankbar sein.

Auf www.zauberspiegel-online.de, von Ingo Löchel (30.03.2012)


Agrippina die Jüngere wird im Jahr 15 n. Chr. als Tochter des römischen Feldherrn Germanicus in die julisch-claudische Dynastie hineingeboren. In dieser Welt gelten die alten römischen Tugenden nicht mehr. Denn Verrat, Mord und Tod sind an der Tagesordnung. Agrippina erlebt, wie ihr Vater Opfer eines Giftmordes wird, ihre Mutter auf die Insel Pandateria verbannt wird, ihr Bruder – der spätere Kaiser Caligula – nach und nach dem Wahnsinn verfällt.

Doch Agrippina weiß sich im gefährlichen Umfeld des römischen Hofes zu behaupten, denn sie ist schön, in hohem Maße ehrgeizig und intelligent. Skrupellos nimmt sie jede Möglichkeit wahr, Einfluss zu nehmen.

Schließlich steigt sie als Ehefrau ihres Onkels, des Kaisers Claudius, zur Kaiserin auf. Endlich an der Macht, manipuliert sie ihren Ehemann und ihren Geliebten Pallas. Denn sie setzt alles daran, ihren Sohn Nero auf den Thron zu bringen.

Mit „AGRIPPINA“ beweist die Autorin Ute Schall, dass sie nicht nur spannende und kenntnisreiche Biografien schreiben kann, sondern sie auch in der Lage ist, ihr historisches Fachwissen ebenso spannend und kenntnisreich zu einem historischen Roman zu verarbeiten, in dem das Leben Agrippinas von ihrer Geburt bis zu ihrer Ermordung beschrieben wird.

Agrippina wächst in einer Zeit auf, in der die julisch-claudische Dynastie herrscht, und in der Selbstmorde, Hinrichtungen, Giftmorde, Verbannungen, Inzest und Ehebruch keine Seltenheit waren.

Sie erlebte mit, wie ihr Vater ‚vermutlich' einem Giftanschlag zum Opfer fiel, ihre Familie verbannt wurde und ihr psychopathischer Bruder unter dem Namen Caligula zu einem der brutalsten und unfähigsten Kaiser Roms aufstieg.

Um in dieser Welt der Intrigen überleben zu können, passte sich Agrippina dieser von Männern dominierten Welt aus Mord und Gewalt an, in der sie ihrerseits zu Intrigen und Mord griff, um schließlich als Kaiserin Roms und Gemahlin Kaiser Claudius' die Thronbesteigung ihres Sohnes Nero als neuer Kaiser Roms durchzusetzen.

Doch letztendlich wird sie selbst ein Opfer von Intrigen. Agrippina wird auf Befehl ihres Sohnes Nero ermordet.

So endet der spannende historische Roman „AGRIPPINA“ über das Leben einer der interessanten Frauen der römischen Geschichte aus der Feder von Ute Schall, der nicht nur historisch interessierte Leser, insbesondere Freunde der römischen Geschichte, bestens unterhalten wird.

Online: http://www.zauberspiegel-online.de/index.php/historisches-mainmenu-13/gedrucktes-mainmenu-164/9681-historisches-aus-dem-acabus-verlag



Über den Autor

Schall, Ute

Schall, Ute

Ute Schall wurde 1947 in Buchen/Odenwald geboren. Nach dem Studium der Rechtspflege veröffentlicht sie seit 1980 zahlreiche Essays über althistorische, vornehmlich altrömische Themen. Seit jungen Jahren hat Ute Schall großes Interesse an Geschichte, vor allem an der Antike.... mehr über den Autor

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