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Die Diamantschwert-Saga. Die Abenteuer von Bandath, dem Zwergling
Band 1 der Bandath-Trilogie

Die Diamantschwert-Saga. Die Abenteuer von Bandath, dem Zwergling

Autor: Zehm, Carsten

Lieferbar in 48 Stunden


Produktart: Buch

Seiten: 312

Größe: 20,5x14

Sprache: Deutsch

Auflage: 1 Erstauflage

Verlag: ACABUS Verlag

ISBN: 9783941404809

Einband: Paperback

zum eBook

EUR 13,90

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
  • Rezension
Seit hundert Jahren stiehlt der Zwergling Bandath das mit magischen Kräften behaftete Diamantschwert, das er, im Auftrag der beiden Völker, wechselseitig aus dem Besitz der Elfen und Trolle entwenden muss. Doch das sonst so beschauliche Leben des Diamantschwert-Diebes scheint plötzlich in Gefahr, als ein Vulkanausbruch das ganze Land zu zerstören droht. Mithilfe des Magiers Niesputz und der Zwelfe Barella findet er heraus, dass den Drummel-Drachen-Bergen noch stärkere Vulkanausbrüche drohen, wenn der unterirdische Erd-Drache nicht die gestohlene Hälfte seines Herzens zurückbekommt. Diese Hälfte aber ziert als Kristall die Spitze des Diamantschwertes. Die neuen Freunde sehen sich nun der größten Herausforderung ihres Lebens gegenüber und die Ungewissheit bleibt: Ist die herannahende Katastrophe überhaupt noch zu verhindern?
Das Diamantschwert: Der Troll brach aus dem Gebüsch, trampelte über das Gras und sprang in den kleinen Bach. Knurrend sah er sich um, schwenkte dabei die Keule hin und her. Er kniff die Augen unter der gefurchten Stirn zusammen und suchte das Ufer ab. Plötzlich schoss sein Kopf herum. Gleich hinter der nächsten stromabwärts gelegenen Biegung des Baches hörte er Schritte im Wasser – eilig, platschend, sich entfernend. Ohne zu zögern stürmte er los und nahm die Verfolgung auf. Ruhe kehrte wieder ein und der Bach floss ungestört weiter. Als die Geräusche des durch das Wasser hetzenden Trolls verklungen waren und das Nass die aufgewirbelten Sandwolken davon getragen hatte, erklang unter einem Busch ein fröhliches Hüsteln. Dann raschelte es, eine kleine Gestalt kroch auf allen Vieren hervor und stand umständlich auf. Fröhlich zupfte sich der Mann Blätterreste und Zweige aus seinem grauen Bart, rückte sich das Lederband, welches seine Haare hielt, zurecht, klopfte die Jacke sauber und strich sich über die Hose, beides aus braunem Leder. Ein unbeteiligter Beobachter hätte den kleinen Mann auf den ersten Blick wahrscheinlich für einen Zwerg gehalten, bis er die großen, braunbehaarten Füße gesehen hätte, die Füße eines Halblings. Zwar war der Bart der eines Zwergs, auch die eisgrauen, zu einem Zopf geflochtenen Haare waren typisch zwergisch. Doch sowohl die Füße als auch die knollige Nase und die braunen Augen gehörten eindeutig zu einem Halbling. Der kleine Mann griff unter den Busch und förderte einen abgewetzten Beutel und einen knorrigen Holzstock zu Tage, der fast so groß war wie er selbst. Der Stab wies ihn unzweifelhaft als Mitglied der Magier-Gilde aus. Am Ufer des Baches mitten im Trollland stand Bandath der Magier – manche würden die Bezeichnung um das Wörtchen berüchtigt ergänzen. Bandath war ein Zwergling und Zwerglinge waren sehr selten. Sein Vater, ein Zwerg, hatte einst eine Halblingsfrau geheiratet eine Verbindung, die seinerzeit nicht unerhebliches Aufsehen erregt hatte, und Bandath war ihr einziges Kind geblieben. Es gab nicht viele Zwerglinge in den Ländereien um die Drummel-Drachen-Berge. Eigentlich, so behauptete Bandath gerne, gab es zurzeit nur einen einzigen lebenden Zwergling, nämlich ihn. Irgendwann in seiner frühen Jugend hatte Waltrude, die Haushälterin seines Vaters, seine magische Begabung entdeckt und ihn sofort nach Go-Ran-Goh geschickt, die Magier-Feste. Nach einem dreitägigen Aufnahmetest wurde er der jüngste Magierlehrling aller Zeiten. Die zehnjährige Ausbildung krönte er mit einer grandiosen Abschlussprüfung, von der die Lehrlinge auf Go-Ran-Goh noch heute reden. Gerüchte besagten, dass Romanoth Tharothil, der oberste Magier, ihm immer einen Platz als Lehrer auf der Magier-Feste reserviert hielt, falls Bandath sich eines Tages entscheiden sollte, dorthin zurückzukehren. Nun, das zumindest konnte lange dauern. Er fühlte kein Verlangen danach, sich diesem weltfremden Kreis anzuschließen. Im Moment allerdings sah es nicht so aus, als dächte Bandath überhaupt an Go-Ran-Goh. Er lauschte dem Troll nach, der sicherlich noch eine ganze Weile dem magischen Geräusch folgen würde, das Bandath vor wenigen Minuten den Bach hinabgeschickt hatte. Noch eine Stunde bis Sonnenuntergang – das musste für sein Vorhaben reichen. Im Moment bewachten nur wenige Taglicht-Trolle das Dorf, während der Rest der Truppe im typischen, fast todesähnlichen Schlaf lag, der den gewöhnlichen Troll befiel, wenn die Sonne aufging. Die ersten drei Wachposten hatte Bandath bereits hinter sich gebracht, als er überraschend auf diesen hier am Bach gestoßen war. Die Trolle schienen ihre Aufmerksamkeit erhöht zu haben. Es wäre wahrscheinlich gut, wenn er sich auf dem Rest des Weges noch aufmerksamer umsah als sonst. Womöglich hatten sie noch weitere Überraschungen vorbereitet. Bei seinem letzten Besuch jedenfalls – wie lange war das jetzt her, zehn Jahre, zwölf? – hatte es hier am Bach noch keine Wache gegeben. Bandath wirkte einen kleinen Spurenverwischungszauber und begann vorsichtig, den Hang zu ersteigen. Seine Abdrücke im Ufersand des Baches verschwanden, kaum dass er den nächsten Schritt machte. Kurz noch blieb er stehen. Da lag ein Trollmesser im Gras direkt vor ihm. Eigentlich verabscheute Bandath Waffen. Er selber besaß keine, sah man von seinem eigenen kleinen Messer, dem Magierstab und dem schier unerschöpflichen Inhalt seines Schultersackes ab. Er kämpfte nie mit Waffen gegen andere und er hatte auch noch nie jemanden getötet, weder Troll noch Gnom, Elf, Zwerg, Mensch oder Halbling. Und das war mehr als so manch anderer Magier von sich behaupten konnte. Trotzdem sagte ihm sein Bauchgefühl, dass es besser wäre, dieses Trollmesser nicht im Gras liegen zu lassen. Er verließ sich oft auf sein Bauchgefühl und war meist gut gefahren damit. Natürlich war das Messer eines Trolls für Bandath fast ein Schwert. Der Zwergling holte aus dem Schultersack seine magische Lupe hervor und richtete die Linse auf das Trollmesser, wobei er leise vor sich hin murmelte. Durch die Lupe betrachtet, sah das Messer wesentlich kleiner aus, als es in Wirklichkeit war. Lächelnd griff Bandath zu, nahm das Messer, das plötzlich locker in seine Hand passte, und ließ es in den unergründlichen Tiefen seines Schultersacks verschwinden. So, jetzt aber rasch! Er hatte genug Zeit am Bach vertrödelt. Das Diamantschwert wartete auf ihn. Bis Mitternacht musste er es seinen Auftraggebern geliefert haben. Während er vorsichtig seinen Weg zum Trolldorf suchte, dachte er an die Worte der Elfen: Gehe zu den Trollen, stehle das Diamantschwert und bringe es uns! Es war die übliche Art der arroganten Langbeine. Kurz und bündig hatten die Elfen der Riesengras-Ebene ihre Order formuliert. Natürlich war es ihnen unangenehm, dass er, ein Zwergling, den großen und gewaltigen Elfen helfen musste. Ihn selber störte das keineswegs, ganz im Gegenteil. Elfengold war gut und solange die Bezahlung stimmte, ließ sich absolut nichts gegen diesen Auftrag einwenden. Erheitert duckte sich Bandath unter einigen Stolperdrähten durch, die die Trolle über den Weg gespannt hatten. Die würden es nie lernen, zogen die Hindernisse in Kniehöhe. Nur war da, wo die Trolle ihre Knie hatten, Bandaths Hals. Wie gut, dass um die Drummel-Drachen-Berge herum kein anderer Magier lebte, der diese Art von Aufträgen erledigte. Und so hatte er, Bandath der Zwergling, nun schon zum wiederholten Male von den Elfen den Auftrag erhalten, den Trollen das Diamantschwert zu stehlen. Es war immer das gleiche Spiel: Die Elfen ließen sich die machtvolle Waffe von den Trollen stehlen und diese etliche Jahre später wieder von den Elfen. So wechselte das Diamantschwert in schöner Regelmäßigkeit alle acht bis zehn Jahre den Besitzer. Und Bandath verdiente daran. Nur gut, dass die Elfen von seinem kleinen Geheimnis nichts wussten. Kichernd umrundete der Magier einige plumpe Fallgruben, hielt dann aber erschrocken inne, als er ein bedrohliches Zischen hinter sich hörte. Ganz langsam drehte er sich um und blickte in die starren Augen einer beeindruckenden Schling-Würg-Natter mit dem typischen, roten Totenkopfmuster auf ihrem giftgrünen Leib. Das Exemplar war von einer solchen Größe, dass es den Zwergling mit einem einzigen Happs hätte verschlingen können. Sie wäre sogar einem Troll gefährlich geworden. Die Schling-Würg-Natter starrte Bandath in die Augen und probierte den ihr eigenen Hypnose-Blick. Bandath zwinkerte und musste schon wieder grinsen. Wie sollte die Natter wissen, dass er auf der Magier-Feste einen besonderen Kurs zur Anwendung und Abwehr von Hypnoseverfahren besucht hatte? Sein eigener Blick wurde starr und bohrte sich in die länglichen Pupillen der Schlange. Es dauerte nur wenige Sekunden, da begann das Reptil zu zittern und hörte auf zu zischen. Der Körper der Schlange verdrehte sich zu einer großen Schlaufe, der Schwanz schoss nach vorn, fuhr durch die Schlaufe und streckte sich wieder lang nach hinten. Hilflos lag die Schlange auf dem Weg, einen dicken und äußerst festen Knoten in der Körpermitte. Leise vor sich hin summend schlich der Zwergling weiter und erreichte eine enge aber kurze Felsenschlucht. In unregelmäßigen Abständen, so erschien es jedenfalls den Trollen, ergossen sich von oben Ströme kochenden Wassers oder zischender Säure, die brodelnd in Löchern im Boden verschwanden. Mittels eines ausgefuchsten Systems innerhalb der Felsen wurden die Flüssigkeiten wieder nach oben gepumpt und erhitzt, um sich im nächsten Moment erneut in das Tal zu ergießen. Bandath selbst hatte den Trollen dieses Sicherungssystem vor vielen Jahren verkauft. Ja, auch Troll-Gold war nicht zu verachten. Gut, dass die Trolle nichts von seiner Arbeit für die Elfen wussten. Der Zwergling zählte nach dem letzten Wasserguss bis zwanzig, machte fünfzehn Schritte nach vorn, wartete einen Schwall Säure vor sich und eine weitere Kaskade kochenden Wassers hinter sich ab, rannte eine genau berechnete Strecke und duckte sich. Aus der Wand direkt über dem Magier schossen sechs Speere hervor, die ihn unzweifelhaft an den Fels genagelt hätten. Mit einem metallischen Zischen glitten sie in ihre kaum sichtbaren Halterungen zurück. Bandath erhob sich, sprang über einen unscheinbaren Sandfleck – Treibsand – und erreichte das Ende der Schlucht. Jetzt müsste eigentlich … ja, da war er auch schon, der selbstfliegende Messer-Bumerang, der die Schlucht in regelmäßigen Abständen durchquerte. Hier reichte es aus, wenn er sich eng an den linken Felsen presste. Zischend schoss der Bumerang an ihm vorbei und flog kurz darauf denselben Weg zurück. Die Trolle hatten ihm viel bezahlt für diese Sicherungen und schon manch ein Eindringling war an der Schlucht kläglich gescheitert. Bandath war nicht wenig stolz auf sein Werk. Und nur der Erbauer selbst konnte es überlisten. Jetzt musste er nur noch herausfinden, wie viele Taglicht-Trolle im Dorf hinter der Felsenschlucht Wache schoben.

In Sue’s Bücherecke, von Susanne Schaunik (18.09.2011)


Mit diesem Buch hat der Autor Carsten Zehm ein fantastisches Fantasy-Abenteuer-Buch geschaffen. Es lässt sich sehr schön und flüssig lesen und vor allem ist es gut verständlich und spannend geschrieben.

Der Autor hat die Gabe mit Worten ein Bild im Kopf des Leser´s entstehen zu lassen. Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn ich dazu tendiere, dass das Buch mehr etwas für Kinder und Jugendliche als für Erwachsene ist. Aber das ist Geschmacksache und soll meine Bewertung nicht schmälern.

Die Personen welche der Autor zum Leben erweckt hat, wachsen dem Leser sehr schnell ans Herz. Mein absoluter Liebling zum Beispiel war Niesputz, der kleine freche, vorlaute und besserwisserische Kerl war (für mich) das absolute Highlight. Ich habe ihn regelrecht geliebt! Ich fand den soo klasse! :) Niesputz will UNBEDINGT ein paar Elfen "zerhackstückeln" und das bringt der Autor so lustig rüber, dass man gar nicht anders kann als laut loszulachen. Wie gesagt diese Figur war ein absolutes Highlight.

Wo wir werde bei den Charakteren sind, die Namen welche der Autor den Figuren gegeben hat, sind zum schießen und seeeehr bildlich, z.B. fällt mir da gerade spontan der Claudio Bluthammer ein, Kopfgeldjäger von Beruf.... ist doch sehr bildlich oder? :)

Also das Buch hat mir gut gefallen, trotzdem teile ich meine Bewertung für Erwachsene und Kinder/Jungendliche auf.
Erwachsene: 3 von 5 Sternen
Kinder/Jugendliche: 5 von 5 Sternen

Online: http://sues-buecherecke.blogspot.de/2011/09/rezension-zu-die-diamantschwert-sagadie.html

Auf Querblatt.com, von Thomas Lawall (Juni 2011)


Rette sich, wer kann - der nächste Mehrteiler vom Acabus Verlag! Dies hatte ich gar nicht erwartet und erst bei der ersten Durchsicht des Buches registriert. Reingefallen, Thomas! Eine Trilogie soll es werden ... und mir verging erst einmal die Lust, das Buch überhaupt anzufangen. Da ich aber den ersten Roman des Autors "Die Chroniken der Reisenden - Staub-Kristall" noch in überaus angenehmer Erinnerung hatte, siegte in Bezug auf sein zweites Werk eine gewisse Erwartungshaltung und meine Neugier. Diese sollte dann auch die Verantwortung dafür tragen, dass sich gleich auf den ersten Seiten alle Vorbehalte in Luft auflösten und fortan nie mehr gesehen wurden! Der Vorhang ging auf und ich war umgehend und einmal mehr in dem von Carsten Zehm erschaffenen Szenario gefangen! An eine Umkehr war jetzt nicht mehr zu denken ...

Eigentlich müssten sie ja froh und glücklich sein, das Diamantschwert wieder in ihrem Besitz zu wissen.  Damit ist die Macht über den Boden, die Früchte und Kräuter der Flussniederung wieder auf ihrer Seite, doch so, wie es aussieht, ahnen die Elfen etwas. Aus diesem Grund haben sie die beiden "talentierten" Kopfgeldjäger "Claudio Bluthammer" und "Sergio die Knochenzange" angeheuert. Die beiden sollen herausfinden, wer seit langer Zeit das Schwert immer wieder entwendet, denn es ist nicht das erste Mal, dass Zwergling Bandath das Schwert wieder zurückbringen muss.

Seit Hunderten von Jahren tobt nun dieser Streit um das magische Schwert. Wie sich jedoch die Macht des Schwertes erklärt und begründet, konnte bis heute niemand herausfinden. Es bleibt vorerst ein Rätsel. Festzustehen scheint nur, dass es einst von den Dunkel-Zwergen an die Trolle und Elfen verschenkt wurde. Es sollte dabei helfen, das fruchtbare "Umstrittene Land" zu beherrschen, das seit eh und je Streitpunkt zwischen Elfen und Trollen gewesen war. Beide Seiten streiten noch heute um das Land, doch keiner konnte bisher dort siedeln, da wilde Tiere, Überschwemmungen und eine magische Hecke, die nicht überwunden werden kann, dies verhindert.

Immer wieder gab es Krieg und keiner weiß heute mehr, wer ihn damals begonnen hat. Bis zu hundert Jahre befand sich das Schwert nach verlustreichen Kämpfen jeweils im Besitz des Gegners. Und so ging das immer weiter, bis eines Tages Bandath, der Zwergling, kam. Sein erstes Angebot richtete er damals an die Elfen. Er könnte das Schwert den Trollen stehlen und alleine zurückbringen. So könnte man einen Krieg vermeiden. Die Elfen waren einverstanden, doch in schöner Regelmäßigkeit wurde das Schwert wieder von den Trollen gestohlen und umgekehrt ... oder sollte man den Dieb ganz woanders suchen?

Die Wahrheit ist, dass Bandath ein doppeltes Spiel treibt, das jetzt aufzufliegen droht. Leider sind das nicht die einzigen Komplikationen, die sich anbahnen, denn weitaus Schlimmeres kündigt sich an. Ein heftiges Erdbeben, bei dem das Haus von Bandath schwer beschädigt wird und sein Heimatdorf Drachenfurt fast dem Erdboden gleichmacht, ist leider erst der Anfang. Schließlich bricht noch ein Vulkan aus und die weiteren Ereignisse bedrohen das ganze Land.

Der Autor nimmt sich sehr viel Zeit für die Beschreibung seiner Hauptfiguren, ihre Beweggründe und Charaktereigenschaften. Land und Leute bzw. Nebendarsteller sind ebenfalls nicht unwichtig. Die Handlung wird nicht ständig vorangetrieben - man darf ruhig einmal stehenbleiben und sich im "Troll-Land" oder den "Riesengras-Ebenen" etwas umschauen! Dem Zwergling Bandath, Sohn eines Zwerges und einer Halblingsfrau - was damals ein Skandal war - spendierte Carsten Zehm eine Vergangenheitt und somit ein klares Profil. Das Mitglied der Magiergilde, einst der jüngste Magierlehrling aller Zeiten, gewinnt somit nicht unwesentlich an Glaubwürdigkeit. Und da er sein letztes Hemd für die Bedürftigen ohne Wenn und Aber zu geben bereit ist, vergibt man ihm auch gerne seine Gaunereien.

Großen Wert hat Carsten Zehm dieses Mal auch auf die Namensgebung seiner Figuren und Schauplätze gelegt. Ich glaube in der Art und Weise der Formulierungen eine gewissen Ironie dem Genre gegenüber erkennen zu können. Es ist allerdings eine sehr sanftmütige und humorvolle Ironie, die man auch als liebevolle Hommage deuten könnte. Da haben wir zum Beispiel Waltrude Birkenreisig, die Bandaths magische Begabung schon in seiner Kindheit entdeckte. Sie war die Haushälterin seines Vaters und eine Liebhaberin von Ordnung und Sauberkeit, was ihr Nachname unschwer erkennen lässt! Logisch ist dann geradezu, dass sich Theodil, der Zimmermann in Bandaths Heimatstadt Drachenfurt, mit Nachnamen "Holznagel" ruft.

Nicht ohne Grund heißt auch, wie schon erwähnt, das fruchtbare Land am "Ewigen Strom", um welches seit Jahrhunderten gestritten wird, "Umstrittenes Land". Die ebenfalls schon zitierten Kopfgeldjäger "Claudio Bluthammer" und "Sergio die Knochensäge" unterstreichen mit ihren Namen eindrucksvoll ihre beruflichen Aufgaben, verleiten aber andererseits den Leser zum Schmunzeln. Gerade hierin vermute ich einen Kunstgriff des Autors, der damit nicht den gleichen Fehler machen will, wie ihn beispielsweise deutsche Filmregisseure und -produzenten immer wieder gerne machen: Die Handlung verliert an Farbe, Fahrt und Glaubwürdigkeit, wenn der selbstironische Blickwinkel vernachlässigt wird oder gar völlig fehlt.

Bei Carsten Zehm ist das kein Thema. Er scheut sich nicht, sich auch einmal etwas locker oder fast etwas flapsig auszudrücken. Hierbei driftet er aber niemals in seichte oder gar platte Gefilde ab, sondern bewahrt seinen eigenen Stil sowie seine erzählerischen Standpunkte. Oft darf die Geschichte und die Dramatisierung der weiteren Ereignisse etwas in den Hintergrund treten, um den Figuren weiteren Raum zur Entfaltung zu geben. Es gibt sehr viele ernste Passagen in dem Buch, doch andererseits sind selbst laute Lacher möglich - spätestens wenn so überaus drollige Wesen wie beispielsweise ein "Ährchen-Knörgi" auftauchen und wenn sie sich dann auch noch "Niesputz" nennen. Wobei man die Knörgis auf keinen Fall verwechseln sollte, denn neben dem Ährchen-Knörgi gibt es auch noch winzige "Blüten-Knörgis" oder die sehr von sich eingenommenen "Bluteichel-Knörgis".

Selbst ein Running-Gag (wobei es eigentlich drei sind) darf nicht fehlen, denn Niesputz scheint nicht kapieren zu wollen, dass Bandath ein Magier und kein Zauberer ist und somit auf der entsprechenden Anrede besteht. Dies sorgt, selbst in sehr aktionsgeladenen Passagen, für eine ordentliche Portion Situationskomik!
Das Buch lebt von diesen Kontrasten und natürlich von der Geschichte rund um seine Hauptfigur Bandath dem Zwergling. Eigentlich ist er ja ein "Zwalbling" (halb Zwerg, halb Halbling), und sozusagen eine grundlegend neu definierte Mischung aus magischem Fantasywesen, Doppelagent und Robin Hood.
Doch Bandath ist nicht das einzige sehr seltene Mischwesen, denn im Laufe seines Abenteuers begegnet ihm Barella, die geheimnisvolle Verfolgerin. Sie ist eine "Zwelfe", eine Mischung aus Zwergin und Elf. Diese überaus haarsträubenden Familienverhältnisse sind nicht nur durchaus unüblich, sondern haben auch ungeahnte Folgen ...

Mit wahrhaft phantastischen Ideen verzaubert der Autor seine Leser, von welchen ich aber nicht unbedingt viel verraten will. Echte Höhepunkte sind z.B. die "Fernsicht-Magie" oder ein als sehr wirkungsvolles Verteidigungssystem herumfliegender "Messer-Bumerang". Eine sehr interessante Nachhilfestunde in Sachen Magie erhalten wir von Bandath, der sehr plausibel darlegt, warum man im Grunde nicht einfach etwas verschwinden lassen kann, und Baretta tauscht mit einem ziemlich prominenten Herrn gar Kochrezepte aus ...

Insgesamt beginnt die Bandath-Trilogie sehr vielversprechend ... und endet außerordentlich leserfreundlich! Das erste große Abenteuer von Bandath, dem Zwergling, ist abgeschlossen, doch gleichzeitig beginnt ein neues ...! Die Durststrecke bis zum zweiten Teil kann somit mühelos in Vorfreude umgewandelt werden! Zudem hat man Zeit, die Eindrücke des ersten Teils noch einmal zu reflektieren und nachklingen zu lassen.

Bandaths Heimat sowie das Land der Elfen und Trolle sind keine seelenlose Projektion phantastischer Fantasiewelten. Ganz im Gegenteil: Man scheint als Leser den Atem dieser Welt zu spüren!

Online: http://home.arcor.de/tomary/Literatur/Die_Diamantschwert-Saga_I/die_diamantschwert-saga_i.html

Auf zauberspiegel-online.de, von Ingo Löchel (2012)


Seit hundert Jahren stiehlt der Zwergling Bandath das mit magischen Kräften behaftete Diamantschwert, das er, im Auftrag der beiden Völker, wechselseitig aus dem Besitz der Elfen und Trolle entwenden muss.

Doch das sonst so beschauliche Leben des Zwerglings scheint plötzlich in Gefahr, als ein Vulkanausbruch das ganze Land zu zerstören droht.

Mithilfe des Ährchen-Knörgis Niesputz und der Zwelfe Barella findet er heraus, dass den Drummel-Drachen-Bergen noch stärkere Vulkanausbrüche drohen, wenn der unterirdische Erd-Drache nicht die gestohlene Hälfte seines Herzens zurückbekommt.

Diese Hälfte aber ziert als Kristall die Spitze des Diamantschwertes. Die neuen Freunde sehen sich nun der größten Herausforderung ihres Lebens gegenüber und die Ungewissheit bleibt: Ist die herannahende Katastrophe überhaupt noch zu verhindern?

Nur wenn der Nicht-Zwerg das Herz findet,
das verborgen ist, wo es jeder sieht,
und die Nicht-Elfe den Weg entdeckt,
von dem niemand weiß
und den jeder kennt,
wenn die Todfeinde sich helfen,
kann der Drach erwachen und das Feuer erlöschen.

Diese Prophezeiung wird Realität, als ein Vulkan das Zwergendorf Drachenfurt zerstört und das Leben der dortigen Überlebenden weiterhin bedroht. So macht sich der Magier Bandath, der Zwergling, mit seinem Laufdrachen Dwego auf, um den Rat der Magier in Go-Ran-Goh um Rat zu fragen. Auf dem Weg dorthin begegnet er  dem Ährchen-KnörgiNiesputz.

Nachdem die Magier dem Zwergling die Prophezeiung präsentiert haben, macht sich Bandath auf den Weg, um das Diamantschwert zu stehlen, in dem Flammenauge, die von den Dunkel-Zwerge gestohlene Hälfte des Drachen-Herzens, als  Kristall verarbeitet wurde.

Doch Bandath hat ein Problem. Nachdem die Elfen herausgefunden haben, dass er auch im Auftrag der Trolle mehrmals das Diamantschwert gestohlen hat, haben sie ihm zwei Kopfgeldjäger, den Gnom Claudio Bluthammer sowie den Minotaurus Sergio, die Knochenzange, auf den Hals gehetzt.

Der Zwergling kennt die beiden noch von seiner Ausbildung als Magier. Während er die Ausbildung bestanden hat, sind Claudio und Sergio durchgefallen und verdingen sich nun als Kopfgeldjäger.

Und Bandath hat Pech. Die beiden schnappen ihn. Doch Niesputz und seine Begleiterin Barella, eine Zwelfe (ihre Mutter war eine Zwergin, ihr Vater ein Elf), retten ihn und so machen sich die drei auf den Weg, das Diamantschwert zu stehlen und die Prophezeiung zu erfüllen, damit der Erd-Drache erwachen kann, und die Katastrophe, die alle Völker bedroht, noch abgewendet werden kann. 

Mit „DIE DIAMANTSCHWERT-SAGA“ erschien endlich mal wieder ein ‚echter‘ Fantasy-Roman, ein so genannter High Fantasy-Roman, in dem sich neben Elfen, Trolle, Zwerge auch Knörgis, Gnome, Minotauren, Drachen und viele andere Wesen tummeln.

Mit dem Zwergling Bandath, der Zwelfe Barella sowie dem Ährchen-Knörgi Niesputz hat der Autor Carsten Zehm zudem drei sympathische Protagonisten geschaffen, die die Leser des Fantasy-Romans schnell in ihr Herz schließen werden.

Dabei wurden mit Bandath, Barella und Niesputz, wodurch der Fantasy-Roman auch mit ein bisschen Witz und Humor  aufgelockert wird, von dem Autor drei unterschiedliche Charaktere geschaffen, die gerade durch ihre Unterschiedlichkeit u. a. auch den Charme von „DIE DIAMANTSCHWERT-SAGA“ ausmachen.

Obwohl so unterschiedlich sind sich Bandath und Barella nun auch wieder nicht. Denn beide Wesen ‚verbindet‘ ein ähnliches ‚Schicksal‘. Beide sind Mischlinge. Bandath ist ein Zwergling (seine Mutter war eine Hablingsfrau, sein Vater ein Zwerg) und Barella ist eine Zwelfe (ihre Mutter war eine Zwergin, ihr Vater ist ein Elf), so dass sie nur von sehr wenigen ihrer ‚Mitwesen‘ anerkannt wurden bzw. werden.

Denn sowohl Elfen als auch Zwerge haben etwas gegen Mischlingsehen und deren Nachkommen. Das bekamen bzw. bekommen Bandath und Barella nur zu oft zu spüren. Was wohl auch der Grund ist, warum Gilbath der Elf, der Vater der Zwelfe, seine Familie 'verlassen' hat.

Nur wenigen ist die Abstammung von Bandath und Barella egal. Zu ihnen gehört die Zwergin Waltrude, die Bandaths Mutter ohne Wenn und Aber akzeptiert hat, sowie Niesputz, der der Freund von beiden ist.

So pocht der Autor Carsten Zehm durchaus im Hintergrund des Romans „DIE DIAMANTSCHWERT-SAGA“ auf Toleranz zwischen den  verschiedenen Völkern. Denn nicht nur Trolle und Elfen sind Todfeinde, sondern auch Zwerge und Elfen sind nicht besonders gut aufeinander zu sprechen.

Alles in allem ist „DIE DIAMANTSCHWERT-SAGA“ ein witziger und spannender Fantasy-Roman aus der Feder von Carsten Zehm, der nicht nur High Fantasy-Leser überzeugen und unterhalten wird.

Online: http://www.zauberspiegel-online.de/index.php/die-rezensionen/294-fantasy/9990-die-diamantschwert-saga

Über den Autor

Zehm, Carsten

Zehm, Carsten

Carsten Zehm, geboren 1962 in Erfurt, aufgewachsen dort und in Bad Langensalza, studierte Lehramt in Halle und arbeitet als Berufsschullehrer in Oranienburg. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er schreibt schon seit seiner Jugend. Der Schwerpunkt seines Schreibens galt immer wieder der... mehr über den Autor

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