. .
BUCHstäblich NEU
Sie sind hier:
  • Vorschau
  • 2018
  • Echnatons Bruder. Der Pharao und der Prophet

Echnatons Bruder. Der Pharao und der Prophet
Historischer Roman

Echnatons Bruder. Der Pharao und der Prophet

Autor: Simon, Heinz-Joachim

voraussichtlich lieferbar ab März 2018


Produktart: Buch

Seiten: 668

Sprache: deutsch

Auflage: 1 Originalausgabe

Verlag: acabus Verlag

ISBN: 9783862825691

Einband: Paperback

EUR 21,00

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
Tauchen Sie ein in die Zeit der Pharaonen!

Was 1350 vor Chr. begann, bestimmt noch heute unser Leben. Am Anfang stand der geheimnisvolle Amenhotep IV., der sich Echnaton nannte. Er verehrte die Sonnenscheibe Aton als einzigen Gott. Für ihn baute er die Stadt Achet-Aton und lebte dort abgeschieden vom Volk. Als er starb, verfielen seine Tempel, man verfluchte ihn und tilgte seinen Namen. Aber da kam einer, der sich sein Bruder nannte und seine Idee bewahrte. Dieser Mann, ein ägyptischer Prinz, hieß Thotmes. Die Israelis riefen ihn Moses.

Moses wuchs am Hof des Pharao auf, wurde zu dessen Schwertarm, schlug gewaltige Schlachten und musste doch verfemt in die Wüste flüchten. Dort begegnete er Gott und kehrte zurück, kämpfte gegen Haremhab, den neuen Pharao, dem er schließlich ein Volk entriss und aus Ägypten führte. Vom Berg Sinai brachte er der Menschheit die Regeln zu einem sittlichen Leben.

Niemals gab es einen Menschen, der so hoch stieg, so tief stürzte und doch zum Gründungsvater der monotheistischen Religionen wurde.
www.heinz-joachim-simon.de

Aus dem Kapitel „Die Heimkehr des Sohnes“ (zur PDF-Leseprobe)


[…]
Und so kam es, dass der gesamte Hofstaat am Ufer versammelt war, als das silbern beschlagene Schiff funkelnd auf dem Nil heranglitt. Der Gesandte des Amuntempels betrat mit Thotmes den Kai, wobei er die Etikette beachtete und dem Prinz den Vortritt ließ. Unas, der Hohepriester, ging auf Thotmes zu, nahm ihn bei der Hand und warf sich vor Amenophis zu Boden, wobei er Thotmes mitzog, was sich dieser nur widerwillig gefallen ließ. 
»Es ist der Herr über alles Leben«, zischte er.
Thotmes sah nur einen alten Mann, mit seltsamen Kleidern angetan, aber er hatte in den letzten Tagen viel Seltsames und für ihn Unverständliches erlebt, so dass er sich dreinfügte. Amenophis lehnte sich in seiner Sänfte zurück.
»Steh auf, Sohn!«, sagte er zu Thotmes. »Lass dich betrachten.«
Hast du so einen Sohn gezeugt?, fragte er sich. Er sieht aus wie ein Göttersohn. War das gut? Alle seine anderen Söhne sehen gegen ihn schwächlich aus. Er zählte die Nilschwemmen, die seit der Nacht mit seiner Tochter vergangen waren. Oh ja, die Zeit stimmte. 
Er winkte Nefertari zu, die aus der Schar der Frauen heraustrat und mit klopfendem Herzen diesen Jüngling betrachtete. Sie hoffte, dass Amenophis den Gärtner nie zu Gesicht bekommen würde. Thotmes dünkte ihr so schön wie einst Isaak im Garten, doch war sein Blick der eines stolzen Falken. Sie wollte auf ihn zueilen, aber Teje gab einen kurzen Zischlaut von sich, so andeutend, dass sie nicht gegen die Etikette verstoßen solle, und so blieb sie neben der Horussänfte stehen.
»Das also ist unser Sohn!«, stellte der Pharao fest. Es war keine Frage, sondern eine Bekräftigung gegenüber dem Hofstaat, den Reichsfürsten und dem Volk.
»Sieh doch sein Gesicht. Er ähnelt dir in deiner Jugend, Großer Vater«, pries Nefertari ihren Sohn. »Sieh seinen stolzen Blick, so schaut nur einer, der dein Blut in den Adern hat. Er sieht so stark und schön aus, wie eine Mutter es sich nur wünschen kann.«
Amenophis legte den Kopf zur Seite.
»Na ja, er ähnelt mehr meinem Vater, der, wie wir ihn alle rühmen, ein großer Kriegsheld war. Denn vom Blick mal abgesehen, kann ich nur wenig Ähnlichkeit feststellen. Und das ist vielleicht auch gut so, wenn ich mich heute so betrachte.«
Niemand vom Hofstaat wagte zu lachen, obwohl Amenophis in sich hinein kicherte. Teje betrachtete ihn wesentlich kritischer. Von wegen Ähnlichkeit, dachte sie. Was für ein gerissenes Luder ist doch Nefertari. Wenn ich doch nur wüsste, für wen sie ihr himmlisches Delta breit gemacht hat. Aber egal, kräftig schaut er aus. Er wird meinem Amenhotep Schild und Speer sein können.
So war Thotmes am Hof des Pharao als das angenommen, was sich Nefertari erhofft hatte. Sie hatte gehofft, Zeit zu bekommen, sich mit ihrem Sohn eingewöhnen zu können, aber Tejes Pläne ließen dies nicht lange zu. Dafür waren ihnen nur ein paar Tage gegeben. Als sie zum ersten Mal allein waren, dauerte es eine Weile, bis sie ihre Verlegenheit überwunden hatten. Sie hatte ihm im Haus der Frauen ein schönes Zimmer neben ihrem einräumen lassen. Es war luftig und hatte einen herrlichen Blick auf den Nil.
»Ich hoffe, es gefällt dir«, sagte sie, als sie ihm das Zimmer zeigte. »Du hast außerdem zwei Sklaven zu deiner Bedienung.«
»Du bist meine Mutter?«, fragte er immer noch ungläubig und starrte die schöne Frau an, die ihn in ihrem leichten Gewand, durch das ihre Brüste schimmerten, verlegen machte. Die plötzliche Veränderung seines Lebens erschien ihm wie ein Traum. Zwar hatte ihm der Priester während der Nilfahrt erzählt, dass er von edler Herkunft sei und dem Haus des Pharao angehöre, aber die Konsequenzen waren ihm unklar geblieben. Er wurde nun in ein anderes Leben hineingestoßen und es schmerzte ihn, wenn er an Jochebed und Amram dachte.
Nefertari erzählte ihm unter Tränen, was damals geschehen war, aber es war eine gereinigte Version. Er sei geraubt worden und sie habe nach ihm suchen lassen und erst vor Kurzem erfahren, wo er all die Jahre gelebt hatte. Ihre Schilderung war so lückenhaft wie die Beichte vor den Göttern, gleichwohl reichte sie ihm erst einmal als Erklärung. Er fühlte sich nicht wohl, wenn ihn dieses fremde schöne Wesen umarmte und ihn ihren Sohn nannte. Wenn er ihr auch Achtung entgegenbrachte, so blieb sie ihm fremd. 
Die Zeit war also nur kurz, um sich aneinander zu gewöhnen, denn nach wenigen Tagen wurde er dem Hof des Prinzen Amenhotep zugeteilt und hatte dort eine eigene Zimmerflucht mit Dienern. Trotzdem fühlte er sich einsam und bat schließlich Nefertari, seinen Freund Eumenes aus Gosen holen zu lassen, damit er einen Vertrauten um sich hatte.
Dem Prinzenhof gehörten fünf Auserwählte an: Amenhotep, Semenchkare, Cheruf, Haremhab und Thotmes. Amenhotep war der vornehmste, weil er Amenophis nachfolgen würde. Haremhab war nicht einmal ein Sohn des Pharao, sondern der eines wichtigen Generals. Semenchkare war der Ersatzprinz, der zweitälteste Sohn der Teje. Cheruf stammte von einer Nebenfrau.
Sie aßen zusammen, lernten zusammen und wurden nachmittags mit sportlichen Übungen auf ihre zukünftigen Aufgaben vorbereitet. Nur der Thronfolger wurde wegen seiner schwächlichen Konstitution von vielen Übungen verschont. Obwohl sie alle fast gleich alt waren, überragte sie Thotmes schon bald bei weitem. Während die anderen dies als gegeben hinnahmen, erzeugte es bei Haremhab Neid und er spottete über den Findelprinz, wie er ihn nannte, besonders wenn er beim Speerwurf, Wettlauf und Weitsprung übertroffen wurde. Er tat diese Siege als unerheblich mit der Bemerkung ab, dass es in der Schlacht auf andere Werte ankäme, wie Mut, Gewandtheit und strategischer Überblick. 
Von Anfang an entwickelte sich zwischen Amenhotep und Thotmes eine besondere Beziehung. Thotmes bewunderte die Gläubigkeit des Thronfolgers, seine tiefen Gedanken über die Herkunft allen Lebens, und Amenhotep war beeindruckt von Thotmes’ Mut und Stärke. Sie sahen sich nicht nur als Verwandte, sondern als Brüder im Geiste.
Auch die Lehrer staunten über den neuen Schüler, der zwar nichts über die göttliche Ordnung, aber bereits über fremde Länder wie Babylonien, das Hethiterreich oder über die Länder der Philister und Kanaaniter Bescheid wusste, sogar die Sterne benennen konnte und die heiligen Schriftzeichen beherrschte.
»Er ist in jeder Beziehung außergewöhnlich. Wir haben so einen Schüler noch nie gehabt«, berichteten sie Amenophis, der sich von Zeit zu Zeit Bericht erstatten ließ.
»Er hat wohl in Gosen einen guten Lehrer gehabt«, wandte Teje gelassen ein, um den Bericht nicht zu fantastisch klingen zu lassen. 
»Zweifellos, ehrwürdige Gemahlin des großen Pharao, ganz zweifellos«, erwiderte Hotep, der die Knaben in Länderkunde unterrichtete. »Aber auch alles Neue saugt er wie ein Schwamm auf. Er ist für jeden Lehrer eine Freude.«
»Ich habe einen Leoparden gezeugt«, freute sich Amenophis und sah seine Hauptfrau stolz an. »Das ist mein Blut und das seines Großvaters«, setzte er nach einem spöttischen Blick Tejes trotzig hinzu.
Er wäre viel besser als Amenhotep geeignet, nach mir zu herrschen, sagte er sich insgeheim, aber er sprach dies nicht aus, um Teje nicht zu erzürnen.
»Er wird Amenhotep ein guter Schild sein«, sagte er stattdessen. Teje hörte es mit Befriedigung.
Es lief sehr gut für Thotmes und doch hatte er anfangs Heimweh. Auch langweilten ihn die zusätzlichen Verhaltensregeln: wie man zu Tisch saß, wie man sich beim Hofzeremoniell verhielt und welche Götter wichtig für das Wohlbefinden des Reiches waren. Erst als Eumenes eintraf, verzogen sich die dunklen Wolken.
Als er ihm seine Räume zeigte, vermochte dieser keinen Ton herauszubringen und staunte über die Pracht, die wunderbar gearbeiteten Möbel, insbesondere die Stühle, deren Rückenlehnen mit kostbaren Intarsien geschmückt waren. Erdrückend fand er den Luxus, die dicken Polster, die Fächerträger, die versuchten, die Hitze erträglich zu machen. Auf den Tischen standen goldene Becher und Schalen mit Obst.
»Du bist also tatsächlich ein Prinz und nicht der Sohn von Amram und Jochebed?«
Thotmes erzählte ihm die Geschichte, die er von Nefertari erfahren hatte. Eumenes verzog skeptisch das Gesicht.
»Noch eben warst du der Sohn eines Schmieds im Delta und nun bist du ein Sohn des … Pharao? Wenn du mir das bei unseren Streichen in Gosen erzählt hättest, wären wir alle in Gelächter ausgebrochen. Schade, dass ich nicht geklaut wurde.«
Thotmes kam die Geschichte selbst unglaubwürdig vor. Wenn er gestohlen worden war, wie war er zu Jochebed und Amram gekommen? Hatten die Räuber ihn dort in Gosen ausgesetzt und wenn ja, warum? Er nahm sich vor, dies zu hinterfragen, wenn er die geliebten Alten wiedersehen würde. Denn das würde er, hatte er sich vorgenommen.
»Ich weiß auch nicht, wie mir geschieht«, gestand er Eumenes. »Aber was hat dein Vater gesagt, als man dich holte?«
»Ach, Vater ist in der Welt bewandert. Er hat es als großes Glück angesehen. ›Wenn ein Priester des Amun-Re sich ins Delta bemüht, um Thotmes zu holen, dann müssen sich Männer von Rang für ihn interessieren. Wenn er dich zu sich holt, dann kann dir dies Möglichkeiten eröffnen, die mir verschlossen waren‹, so seine Worte. Ich solle mein Glück machen. Doch wenn er wüsste, dass ich im Palast des Pharao wohne, würde er sicher Geschenke zum Gott nach Delphi schicken.

Über den Autor

Simon, Heinz-Joachim

Simon, Heinz-Joachim

Heinz-Joachim Simon lebt in der Nähe von Stuttgart. Er war Inhaber einer renommierten Werbeagentur und Verfasser zahlreicher Sachbücher zur Unternehmensführung. Seit 2004 konzentriert er sich ausschließlich auf sein literarisches Schaffen und schreibt historische und... mehr über den Autor

Bewerten und Kommentieren

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus.

 
Design by MKD Mediengestaltung