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  • Kommentare zu: '' Sanfter Missbrauch. Das schleichende Seelengift''

Kommentare zu: '' Sanfter Missbrauch. Das schleichende Seelengift''

sehr gutsehr gutsehr gutsehr gutsehr gutsehr gut | 18.08.2012 10:25 | Sandra Budde http://buchzeiten.blogspot.com

Meine Meinung:
Es ist schwierig, eine Rezension zu solch einem Buch zu schreiben. Irgendwie erhalten die Attribute toll, mitreissend, etc einen schalen Beigeschmack. Daher möchte ich versuchen zu erklären, was ich empfand bei diesem Buch.


Der sanfte Missbrauch, wie er hier beschrieben wird, kommt wahrscheinlich öfter vor, als wir denken. Da er keine körperlichen Anzeichen hinterlässt, wird er wohl auch oft nicht wahrgenommen. Doch was daraus entstehen kann, wie es einen Menschen verändern, ja gerade zu zerstören kann, kann man in diesem Buch miterleben. Die Autorin schildert, sehr sachlich gehalten, den Verlauf ihres Lebens. Der Hauptaugenmerk liegt dabei nicht auf dem, was passierte, sondern mehr, was sich daraus entwickelte.

Meist sind es Kleinigkeiten, die gestört sind. Die sich im Laufe des Lebens jedoch summieren und einem damit die Chance nehmen, ein "normales" Leben zu führen. Teilweise sehr kleine, manchmal jedoch auch sehr extreme Verhaltensmuster prägen den Betroffenen tiefer und tiefer. Bis er irgendwann resigniert feststellt, dass etwas nicht stimmen kann.

Die Autorin hat den Kampf mit ihrem Schicksal aufgenommen, sie schildert uns, was sie entdeckte, wie sie es entdeckte und was es für Veränderungen mit sich brachte.

Ich finde, dieses Buch ist eine wirkliche Hilfe für all diejenigen, die ein ähnliches Schicksal tragen müssen. Es kann ihnen vielleicht helfen, auch einen Weg aus einer so scheinbar verfahrenen Situation zu finden. Es kann Mut machen, dass es nie zu spät ist, Klarheiten zu schaffen und zu kämpfen. Je früher, desto besser.

Doch für mich enthielt dieses Buch nicht nur das Thema des sanften Missbrauchs, sondern dazu auch noch ein Leben, das geprägt war vom Ausschalten jeglicher Gefühle. Wenn der tröstende Arm verwehrt wird, Anerkennung ein Fremdwort ist. Dann kann man sich verlieren, oder Stärke daraus ziehen.

Ich habe lange darüber nachgedacht, wie es einem Menschen gehen mag, der so viel erlebte, der sich traut, den Schritt hinaus zu wagen. Ehrlich gesagt, ich glaube nicht, dass ich es auch nur annähernd erahnen kann. Aber ich denke, solche Menschen brauchen nicht unser Mitleid. Sondern die Zustimmung, es ist richtig, was Du hier machst. Es ist mutig, aber es hilft. Und eine liebevolle Umarmung dann und wann könnte wohl auch eine Menge helfen.

Liebe Sabine: Ich bewundere Deinen Mut. Ich bin sicher, dass Du mit Deinem Buch sehr vielen Menschen helfen kannst, wenn sie sich nur darauf einlassen!

Fazit:
Ein wertvolles Buch, das uns verstehen lässt, wie sehr einen ein sanfter Missbrauch verletzen und nachhaltig zerstören kann. Das Betroffenen Hilfe leisten kann, selbst den Schritt hinaus zu wagen. Sehr empfehlenswert!

 
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