. .
BUCHstäblich NEU
Sie sind hier:
  • Kommentare zu: '' Ascheland''

Kommentare zu: '' Ascheland''

gutgutgutgutgutgut | 28.01.2017 22:29 | Frank https://familieimchaos.blogspot.de

Die Dystopie Ascheland ist anders. In vielerlei Hinsicht. Sie ist so anders, dass der Leser durchaus eine gewisse Bereitschaft mitbringen muss, um sich darauf einzulassen. Es fängt zum Beispiel mit der Erzählperspektive an. Die Erde, wie wir sie kennen, wird in naher Zukunft von einer Katastrophe heimgesucht.

Was genau das Ende so vieler Menschen verursachte, bleibt weitestgehend im Dunkeln und spielt im Großen und Ganzen für diese Geschichte eine untergeordnete Rolle. Nun wechselt die Perspektive aus dem erzählerischen Hier und Jetzt mit der Vergangenheit.

Im Fokus bleibt dabei immer der (ehemalige) Zoowärter Zacharias Brandt. Allerdings wird das Hier und Jetzt aus der Ich-Perspektive erzählt, vergangene Zeiten kurz vor und nach der Katastrophe aus der Sicht der dritten Person. Das ist sehr interessant und bietet einen erzählerischen Gestaltungsspielraum, den der Autor durchaus zu nutzen weiß.


### Verortungen ###

Verortet ist die Geschichte in Deutschland, was ich durchaus lobenswert finde, denn die meisten Plots werden heutzutage zu unrecht nach Nordamerika verlegt. Dabei spielt die Örtlichkeit für Ascheland genauso wenig eine Relevanz wie die Ursache der Katastrophe. Sie hätte an jedem Fleckchen der Erde funktioniert.

Neben der wechselnden Erzählperspektive ist der Sprachstil eine weitere Besonderheit dieses Werks. Gerade wenn aus der Ich-Perspektive erzählt wird, werden die Sätze in einem kurzen Stakkato dem Leser vor die Füße geworfen. Ein Stil, an ich mich durchaus gewöhnen musste. Als ich es dann getan habe, fand ich durchaus Gefallen daran.

Dieser Erzählstil führt allerdings dazu, dass die Geschichte ebenso nebulös anfängt wie diese Rezension. Bisher weiß der Rezensionsleser vermutlich noch nicht, worum es in dieser Geschichte überhaupt geht. Eben so erging es mir über weite Strecken der ersten Hälfte.


### Handlung vs. Philosophie ###

Wie schon erwähnt, dreht sich alles um den Zoowärter Zacharias, der nach der Katastrophe die Tiere des Zoos der neuen Freiheit übergeben hat und sich selbst einer Tüpfelhyäne als Begleiter annimmt, die er im Zoo groß geworden ist. Dieses ungleiche Paar zieht nun durch die Lande. Er selbst gilt als "Der Kindermacher", denn es scheint so, als wäre er der einzige männliche Überlebende, der Kinder zeugen kann.

Das Hauptaugenmerk - vor allem am Anfang der Geschichte - liegt aber in dem philosophischen Grundgedanken, ob die Menschheit sich nicht selbst zugrunde richtet und ob es überhaupt gerechtfertigt ist, Kinder in die Welt zu setzen (auch ohne Katastrophe). Im Rahmen der Geschichte findet sich der Leser so oft mit dem Widerspruch konfrontiert, dass Zacharias ohne Hoffnung umherzieht, während er selbst aber bei anderen als der Hoffnungsträger auftritt.


### Offene Fragen ###

Viele Fragen, die das Buch aufwirft, bleiben unbeantwortet. Nicht nur die Katastrophe selbst bleibt im Dunklen, auch vieles, was danach passiert, wird bestenfalls angedeutet und erscheint widersprüchlich.

Auf die zentrale Frage hingegen findet sich eine Antwort, die ich als sehr stimmig empfunden habe.


### Fazit ###

Es ist tatsächlich ein anderes Buch. Etwas eigensinnig erzählt, am Ende dann aber doch (erstaunlicherweise) mit einer eindeutigen Message. Mit einer Botschaft, die der Leser vielleicht so nicht erwartet hätte.

Es ist sicherlich ein Buch, auf das sich der Leser in gewisser Weise einlassen muss. Er muss akzeptieren, dass bestimmte Aspekte des Plots im Dunklen bleiben werden. Es ist keine action- und spannungsgeladene Dystopie, sondern vielmehr ein Buch, das zum Nachdenken anregt.

Ist der Leser dazu bereit und geht dieses Werk nicht mit den falschen Erwartungen an, wird er sicherlich nicht enttäuscht werden.


Diese Bewertung findet sich auch hier:
https://familieimchaos.blogspot.de/2017/01/ascheland-45.html

sehr gutsehr gutsehr gutsehr gutsehr gutsehr gut | 16.11.2016 00:07 | Stefan H.

Ich habe schon seit langem kein Buch so schnell zu Ende gelesen. Ein Kompliment an den Autor und seine Schreibweise.
Keine Aliens, keine Zombies ... nur wenige Menschen die eine neue Hoffnung oder die endgültige Erlösung ihres Daseins suchen.
Der Hauptcharakter dieses Romans fesselte mich bis zum Schluss und es bleibt sogar ein wenig Hoffnung in dieser sehr düsteren, zerstörten Welt.

sehr gutsehr gutsehr gutsehr gutsehr gutsehr gut | 01.02.2017 13:46 | Manuela Hahn http://lesenswertesausdembuecherhaus.blogspot.de/2017/02/ascheland-von-oliver-kyr.html

Inhalt:
Zacharias Brandt zieht mit seiner Hyäne Else, durch das zerstörte Deutschland im Jahr 2023. Fünf Jahre nachdem eine Katastrophe die Welt zerstörte und die meisten Menschen tötete. Die wenigen Überlebenden setzen ihre ganze Hoffnung auf Brandt, denn er ist der Kindermacher, der Mann der wohl als Einziger noch Kinder zeugen kann.Doch Brandt verachtet die Menschen, die dafür verantwortlich sind, das den Kindern eine ungewisse Zukunft bevorsteht. Auch wenn es so scheint als hätte Brandt kein Ziel, er ist auf der Suche nach einem bestimmten Haus, das ihm in seinen Träumen erscheint.

Meine Meinung:
Was für ein Buch, auf gerade mal 220 Seiten hat Oliver Kyr eine komplett neue Zukunft geschaffen, einer Zukunft ohne jede Hoffnung, denn es gibt kaum noch Kinder, die meisten wurden bei der Katastrophe getötet und die Männer sind Zeugungsunfähig. Die Vorstellung in einer solchen Welt zu leben, zu wissen das niemand mehr da sein wird, der das Vermächtnis der Menschheit weiterführen wird, scheint für die Überlebenden schlimmer zu sein als die Katastrophe an sich, ob es nun der egoistische Wunsch der Einzelnen ist oder ob der Wunsch nach Fortpflanzung wirklich so tief in uns verwurzelt ist, das wir uns nicht dagegen wehren können, kann ich ohne die Situation selbst zu erleben nicht beurteilen, mein Kopf sagt: Kinder in eine Welt zu setzen ohne abschätzen zu können was die Zukunft bringt. Niemals. Was mein Herz sagen würde, käme es soweit? Ich weiß es nicht.
Auf seiner Wanderung durch Deutschland, trifft Zacharias auf die unterschiedlichsten Menschen, die Meisten sind friedlich und wollen nur überleben. Ein Umstand der mir sehr gut gefiel, allzu häufig sind die Überlebenden selbst die schlimmsten Feinde.Ein weiterer Pluspunkt sind die kurzen, prägnanten Sätze, sie lassen das Buch nur so dahinfliegen, der Schreibstil des Autors ist sehr leicht zu lesen und trotz der begrenzten Seitenzahl hat er geschafft seinen Figuren Leben einzuhauchen. Er verzichtet auf allzu Detaillierte Landschaftsbeschreibungen und doch hatte ich die mit Asche überzogene Welt stets vor Augen.
Einzig das Ende hat mir persönlich nicht gefallen, und wie erkläre ich jetzt warum nicht ohne es Vorweg zu nehmen? Am Besten gar nicht, lest selber und ich bin davon überzeugt die meisten Leser werden damit hochzufrieden sein, sie werden es sogar lieben.Und da ich manchmal bekennende Zynikerin bin, ziehe ich dafür nicht mal etwas ab.
Ein wunderbar geschriebenes Buch, mit einer klaren Botschaft: Achtet auf unsere Welt, achtet auf unsere Kinder, sie sind unsere Zukunft.

 
Design by MKD Mediengestaltung