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Social Network. Die Bibliothek des Schicksals

Social Network. Die Bibliothek des Schicksals

Autor: Wagner, Chriz

Lieferbar in 48 Stunden


Produktart: Buch

Seiten: 292

Größe: 20,5x14,5

Sprache: Deutsch

Auflage: 1 Erstauflage

Verlag: acabus Verlag

ISBN: 9783862820153

Einband: Paperback

zum eBook

EUR 13,90

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
  • Rezension
Das Netz kennt dich. Es weiß, was du willst und es gibt dir, was du brauchst. Es spielt mit dir, wie mit einer Marionette. Und ohne dass du es bemerkst, spielt es auch mit deinem Leben. Schicksal? Ein Leben besteht aus einer Kette von Ereignissen, ein einzelnes Ereignis aus Ursache und Wirkung. Alle Ereignisse dieser Welt können zu einem großen Flechtwerk zusammengefasst werden - Wirkung des einen ist die Ursache des Nächsten. Was wäre, wenn man in dieses Netz eingreifen und es nach belieben formen könnte? Rosemarie von Wards wird bewusstlos im Heizungskeller ihres Strandhauses aufgefunden. Trotz notärztlicher Behandlung verstirbt sie noch im Krankenhaus. Doch warum war der Keller verschlossen? Ist es Zufall, dass sich die lebensnotwendige Infusion lockerte? Dies alles ist ein schwerer Schock für Rosemaries Verlobten, Daniel Lang. Er möchte das Erlebte am liebsten hinter sich lassen und beginnt ein neues Leben in München. Der Job bei einem Unternehmen mit dem Namen FaTec ist ihm so gut wie sicher. Da holen ihn die Ereignisse ein. Er wird in einen Unfall verwickelt, der Taxifahrer wird erschossen, und niemand glaubt Daniel, als er von dem mysteriösen Priester mit dem schwarzen Kollarkragen spricht - bis auf seine scheinbar geistesgestörte Nachbarin Grace Owen aus dem dritten Stock. Was Daniel nicht weiß: Zu diesem Zeitpunkt befindet er sich bereits in den Klauen der Hüter des Schicksals.
Kapitel 4.6 Wie ein überdimensionaler Amboss nahm das Gebäude den Raum zwischen der Hanauer- und der Poccistraße ein. Obwohl es rundum verglast war, hatte man den Eindruck, eine Boing 747 würde daran zerschellen. Alle Fenster waren verspiegelt. Daniel schaute ehrfürchtig auf das übergroße Fassadenschild, das über die belebte Kreuzung wachte: FaTec. Hier ist es also. Daniel war beeindruckt. Er hatte eine Kellerfirma oder ein paar Büroräume über einem x-beliebigen Internetcafé erwartet abgedrehte Computerfreaks, die versuchen, mit einer rätselhaften Geschäftsidee Fuß zu fassen. Inhaltlich gab die Internetseite nicht viel her. Elegant – aber nichts, was nicht jeder IT-Fachmann mit ein paar Klicks hinbekommen würde. Doch nun sah es so aus, als stünde er vor dem Hauptsitz der Deutschen Bundesbank. Hätte er sich seine alte Krawatte um den Hals wickeln sollen? Eine Hupe riss ihn aus den Gedanken. Weg da , rief der Fahrer einer schwarzen Limousine mit verdunkelten Scheiben. Daniel trat zur Seite und beobachtete, wie das Fahrzeug direkt vor den Eingang fuhr. Der Chauffeur stieg aus und zündete sich eine Zigarette an. ’S erste Mal hier? , nuschelte er und schnippte das Streichholz in einen Gulli. Daniel war sich nicht sicher, ob er gemeint war. Nervös schlurfte er an dem Mann vorbei. Ein Tipp: Pass auf dich auf, da drin , sagte der Mann, ohne Daniel dabei anzusehen. Was will der Typ? Daniel war aufgeregt. Er musste sich vorstellen – präsentieren. In seiner perfekten Welt verkroch er sich immerzu hinter seinem Monitor, wo ihn niemand sehen – prüfen, bewerten – konnte. Meinen Sie mich? Führ’ ich Selbstgespräche? Der Mann schaute Daniel in die Augen. Natürlich du. Wärst nicht der Erste, der als anderer Mensch da wieder rauskommt. Und ich meine nicht NEUER MENSCH, ich meine ANDERER MENSCH. Ich bring’ sie alle hin und hol’ sie wieder ab … und irgendwas passiert dazwischen – das kannst du mir glauben. Daniel war völlig durcheinander. Sein ganzes Leben war aus den Fugen geraten. Er hatte gehofft den Faden – Garn – hier und heute wieder aufnehmen zu können. Interessante Aufgaben würden ihn ablenken und einen neuen Rhythmus in sein Leben bringen. Nun hatte er die Firma noch nicht einmal betreten, da kam so ein schräger Vogel daher und bequatschte ihn mit verrücktem Zeug. Seine Brauen zogen sich tiefer ins Gesicht und ohne ein Wort zu sagen, schob er die Schwingtür auf und betrat FaTec. Vor ihm breitete sich eine sterile Empfangshalle aus. Jeder Schritt seiner Schuhe auf dem Marmorboden hallte noch lange an den Wänden nach. In der Mitte befand sich ein Tresen, der mehr an ein Rednerpult als an einen Schreibtisch erinnerte. Dahinter stand eine wasserstoffblonde Dame – einstudiertes Lächeln, eng anliegender Pferdeschwanz, strenger Hosenanzug. Hallo, Herr … Sie tapste mit den Fingern auf der Fläche des Rednerpults herum die Fingernägel klackerten auf Glas. Herr Lang, nehme ich an? Sie bediente einen Touchscreen-Monitor. Daniel nickte. Kommen Sie, Herr Lang, kommen Sie her. Sie streckte ihm die Hand entgegen. Noch bevor er ein Wort sagen konnte, schüttelte sie eifrig seinen Arm und bot ihm an: Fühlen Sie sich wie zu Hause. Daniel war menschenscheu. Hätte Rose ihn nicht aus seinem Kämmerchen geholt – er würde heute noch dort hocken und verstauben. Zu viel übertriebene Freundlichkeit schreckte ihn ab. Außerdem, was sollte das? Zu Hause fühlen? Wohne ich im Reinraum eines Computerchipherstellers? Die Dame klimperte mit den Wimpern, schwang ihr Hinterteil hin und her und führte Daniel in eine Art Besprechungsraum. Der Raum war noch viel größer als die Empfangshalle. Filzboden dämpfte den Klang der Schuhe und verlieh dem großflächigen Zimmer eine chemische Duftnote. Außerdem lüftete sich das Geheimnis um die durchsichtlosen Fenster: Vorhänge aus Spiegellamellen. Zwischen all den leeren Stühlen – um U-förmig gestellte Tische gereiht – kam er sich verloren vor. Er stellte sich vor ein Touchscreen-Rednerpult – auch hier gab es eins – und wischte den Bildschirmschoner beiseite, der einen FaTec-Schriftzug im Sekundentakt über den schwarzen Hintergrund hopsen ließ. Der Schriftzug löste sich in tausend kleine Pixel auf dahinter erschien Daniels Gesicht darunter eine Tabelle mit seinen persönlichen Angaben: Name: Daniel Lang Alter: 26 Familienstand: ledig In fettroter Schrift war zu lesen: Vorkenntnisse in der Programmierung mikroelektronischer neuronaler Netze Daniel war baff. Woher wussten sie das? Er erinnerte sich an eine Phase in seiner Jugend, die er der künstlichen Intelligenz gewidmet hatte. Damals war er überzeugt, er hätte den Durchbruch zur KI in einer simplen Methode gefunden, synthetische Neuronen zu verbinden. Nächtelang fütterte er den Algorithmus mit Fragen und Antworten. Als er das fertige Computerprogramm endlich in Betrieb nahm, tippte er ein paar einfache Worte hinein. Hallo Muthur. Er hatte sein Programm nach dem Bordcomputer des Raumschiffes Nostromo benannt. Es errechnete eine Reaktion. Hallo Daniel. Spitze. Es funktionierte. Wie geht es dir? Eine einfache Frage. Sofort folgte die Antwort: Gut. Das hört man gerne. Wenn es der Software gut geht, können wir jetzt richtig zur Sache gehen. Was ist Schicksal? Von diesem Augenblick an reagierte das Programm nicht mehr. Es rechnete tagelang ein Fortschrittsbalken zeigte an, dass es noch beschäftigt war. Bis eines Morgens eine Antwort auf dem Monitor geschrieben stand: BUFFER OVERFLOW ERROR AT ADDRESS #FCE2 Das Ende des Projektes. Schönes Spielzeug, diese Dinger. Erschrocken riss es ihn aus den Gedanken. Wie ein kleiner Schuljunge, der Papas Waffe in der Hand hält, obwohl ihm das strengstens verboten ist, sprang er vom Rednerpult weg und schaute mit großen Augen zur Tür. Der nächste Schock schlug ihm wie ein Faustschlag mitten ins Gesicht. Vor ihm stand ein hochgewachsener Mann, vollständig in Schwarz gekleidet, wie ein Priester jedoch war das Kollar totenschwarz wie sein Hemd. Ein Schauer fuhr durch Daniels Körper. Der Mann versteckte seine Hände hinter dem Rücken und trat mit würdevollen Schritten ein. Daniel wusste nicht, wie er sich verhalten sollte. Freund oder Feind, das Grauen oder der neue Arbeitgeber? Herrgott, sag mir, was passiert hier? Sie haben für großen Wirbel gesorgt, Herr Daniel Lang , sagte der Mann mit ruhiger aber kräftiger Stimme. Daniel überkam ein Gefühl, das er vom Beichtstuhl her kannte, wenn der Priester seine ersten Worte an den Sünder richtet. Er musste endlich die Zähne auseinanderbringen. Der Personalchef sah wie ein Priester aus – na und? Die Firma hatte Informationen über ihn eingeholt? – Auch das ist normal. Sie boten ihm eine Menge Kies. Und er wollte den Job. Also weg mit den Bedenken. Mit gestrecktem Rücken und Brust raus ging er auf den schwarzen Mann zu. Stopp. Der Mann hob die flache Hand holte damit aber auch das Misstrauen zurück. Ich erzähle Ihnen etwas über FaTec. Deshalb bin ich hier, Herr Daniel Lang. Aus dem Mund dieses Mannes klang Daniels Name wie etwas Verwerfliches, das man nur aussprechen darf, wenn man hinter geschlossenen Türen mit engsten Freunden beisammen ist. Er drehte Daniel den Rücken zu und wandelte um die Besprechungstische herum in den hinteren Teil des Raumes. Daniel sah die dünnen Finger. Die Fingernägel waren teils gelb, teils braun und brüchig. Ich hätte ein paar Fragen … Es … , zischte der Priester und zog den letzten Laut so lange hinaus, bis klar war, dass er der Einzige in diesem Raum war, der sprechen durfte. … ist das Schicksal, was uns alle begleitet, Herr Daniel Lang. Da waren sie wieder, die drei Worte. Jetzt jagten sie ihm Angst ein. Haben Sie sich schon einmal mit dem Schicksal auseinandergesetzt? Daniel wusste nicht, was er antworten sollte. Jedoch – er hatte diese Frage schon einmal gehört … in ähnlicher Form. Rose. – Ein Stich ins Herz. – Sie sprach vom Schicksal, an einem ihrer letzten Tage. Seitdem war viel Zeit vergangen – tausende Jahre. Ich sehe es Ihnen an, Herr Daniel Lang. Sie haben. Jetzt bekam es Daniel mit der Angst zu tun. Aus dem Rachen dieses Mannes klang sein Name abfällig, als spräche er von einem blutigen Rotzfleck an der Wand einer Bahnhofstoilette. Der Priester drehte sich um, sodass Daniel sein Gesicht sehen konnte, und zog eine Grimasse, einem Lächeln ähnlich. Die Zähne waren in alle Richtungen gewachsen sie traten gelb und braun zwischen den brüchigen Lippen hervor. Daniel hatte das Bild der Fingernägel vor Augen, als der Priester weitersprach: Ursache und Wirkung, Herr Daniel Lang, Ursache und Wirkung. Das sollten Sie sich künftig immer vor Augen halten. Sogar das allerkleinste Ereignis hat eine Ursache und eine Wirkung. Darauf können Sie vertrauen, Herr Daniel Lang. Er hätte heulen können, als der Priester seinen Namen erneut ausspuckte, wie einen Haufen eitrigen Schleim. Eine Sekte, dachte Daniel, er war an eine Sekte geraten. Herrje, der Umzug hierher, das alles nur wegen einer beschissenen Sekte. Wie konnte er nur so blöd sein? Er wollte aus dem Raum rennen und FaTec hinter sich lassen. Er prüfte den Weg zum Ausgang, als … … die Klinke gedrückt wurde, die Tür aufsprang und ein runder Mann mit den quakenden Worten Guten Tag Herr Lang hereinwatschelte und Daniel die Hand zum Gruß streckte. Wie vom Blitz getroffen drehte er sich um. Der Priester war weg. Er suchte nach allen Richtungen. Ihm wurde schwindelig. Doch außer ihm und dem Mann mit der runden Hornbrille unter der Glatze war der Besprechungsraum leer.

Auf querblatt.com, von Thomas Lawall (Oktober 2012)


Daniel Lang ist überrascht. Alles an der FaTec GmbH hatte er sich anders vorgestellt. Dass er seinen ersten Vorstellungstermin verpasst hatte, scheint man dort nicht nur zu tolerieren, sondern man ließ ihm auch noch eine freundliche E-Mail zukommen, in welcher man sogar Verständnis für den triftigen Grund äußerte, der ihn zweifellos davon abgehalten hatte, die Verabredung einzuhalten. Auch die Räumlichkeiten der Firma hatte er sich völlig anders vorgestellt. Eine behelfsmäßig eingerichtete Garage oder ein paar dunkle Kellerräume hätten ihn weniger überrascht als der gigantische Palast, den er nun vorfindet.

Die seltsamen Ereignisse der jüngsten Vergangenheit scheinen sich nun auch hier fortzusetzen. Von einer Empfangsdame überfreundlich empfangen und in einen Besprechungsraum geführt, findet er völlig unerwartet persönliche Daten auf dem Touchscreen eines Rednerpultes. Nachdem er den Bildschirmschoner beiseite geschoben hat, erscheint ein Foto von ihm. Neben einigen Angaben zu seiner Person ist in einer fettgedruckten Schrift von seinen "Vorkenntnissen in der Programmierung mikroelektronischer neuronaler Netze" zu lesen. Daniel findet zunächst keine Erklärung, woher die Firma dieses Wissen bezogen haben könnte ...

Die nächste Überraschung ist der Mann, der plötzlich vor ihm steht. Ganz in Schwarz gekleidet vermittelt er zunächst das Bild eines katholischen Geistlichen. Das ebenfalls in Schwarz gehaltene Kollar scheint Daniel jedoch auf sehr subtile Art und Weise etwas Beunruhigendes zu signalisieren. Die Worte, die der vermeintliche Personalchef an ihn richtet, verstärken seine Eindrücke, die sich nun in Angst verwandeln. Der schwarze Mann erzählt ihm etwas von Schicksal, Ursache und Wirkung. Er solle darauf vertrauen, dass auch nur das kleinste Ereignis sowohl einen Ursprung, als auch ganz bestimmte Auswirkungen auf sein Leben habe.

Daniel schmiedet bereits Fluchtgedanken, als ihn eine weitere Überraschung fast zu Tode erschreckt. Ein weiterer Mitarbeiter der Firma FaTec betritt den Raum und begrüßt ihn mit überaus freundlichen Worten. Sofort ist die priesterähnliche Gestalt verschwunden ...

Daniel versteht die Welt nicht mehr. Sein Leben nimmt einen völlig unerwarteten Lauf. Die Welt, wie er sie kannte, ist aus den Fugen geraten. Nach dem Tod seiner Verlobten möchte er durch seinen Umzug nach München ein neues Leben beginnen. Rosemarie von Wards wurde in einem lebensbedrohlichen Zustand ins Krankenhaus eingeliefert, aber offenbar nur ungenügend überwacht. Eine Infusion löste sich und sie starb, ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben. Ein Besuch im Krankenhaus wurde ihm verweigert, und er ahnte nicht, in welchen Zusammenhang dies die Familie der Verstorbenen stellen würde.

Richard von Wards bezichtigt Daniel des Mordes an seiner Schwester Rosemarie. Tatsächlich gelingt es ihm, ihn in seiner neuen Wohnung in München ausfindig zu machen. Als er ihn zur Rede stellen will, eskaliert die Situation. Richard zieht eine Waffe, um den vermeintlichen Mörder zu richten ... doch etwas Unerwartetes geschieht, und Daniel gelingt die Flucht, zusammen mit seiner durchgeknallten Nachbarin Grace.

Da war auch noch jener mysteriöse Unfall, der den Vorstellungstermin bei FaTec verhinderte. Sein Taxi wurde gerammt und überschlug sich. Er und der Taxifahrer überlebten, doch was dem armen Antonio Betani noch wiederfahren sollte, konnte sich Daniel selbst in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen ...

Chris M. Wagner überrascht mit einer klar strukturierten Sprache, aber auch mit einer verschachtelten Handlung. Doch darauf setzt er alles. Seine bildhaft entwickelten Szenen erinnern an rasante Kinounterhaltung - schnell geschnitten und auf den Punkt gebracht. Fast könnte man ein wenig den Atem verlieren, um der sich explosionsartig entwickelnden Stroy zu folgen. Da sich beim Lesen aber keinerlei Ermüdungserscheinungen einstellen wollen, verliert man einerseits zu keiner Zeit den roten Faden, ist aber andererseits gezwungen, ständig am Ball zu bleiben.

Die verschiedenen Handlungsstränge bleiben stets in einem Gesamtzusammenhang, auch wenn dieser zu Beginn natürlich im Dunkeln bleibt. Die eine oder andere Ahnung streut der Autor allerdings ein, aber gerade nur so viel, um den Spannungsbogen nicht abreißen zu lassen. Als sich die Vermutungen um die Machenschaften der FaTec GmbH konkretisieren und Daniel Lang zu ernsten Konsequenzen zwingen, ist man als Leser zwar in atemlose Spannung versetzt, sieht sich aber dem vermeintlichen Höhepunkt etwas zu früh ausgesetzt. Doch Chris Wagner setzt noch einen drauf. Daniel Lang hat eine Idee, die ungeahnte Folgen haben könnte ...

Sind die Dinge vorbestimmt? Kann man sie steuern und manipulieren? Und wer ist jener geheimnisvolle schwarze Mann? Oder gibt es gar mehrere? Der Autor führt auf kunstvolle Weise die Lebensgeschichten seiner Protagonisten zusammen. Gemeinsam begeben sie sich auf eine abenteuerliche Suche nach dem gemeinsamen Nenner. Es muss einen Schnittpunkt in der Vergangeheit geben. Etwas muss passiert sein, das sie alle in irgendeiner Weise beeinflusst und schließlich zusammengeführt hat.

Chris M. Wagner entwirft ein beunruhigendes Szenario und streift mit seinen Visionen die hinlänglich bekannten und bereits real existierenden Eingriffe in unsere privaten Sphären durch sogenannte "soziale" Netzwerke. Ein Mysterythriller mit Tiefgang. Seine phantastischen Vorstellungen geben mehr als einmal Anlass, gewisse Dinge und Realitäten zu überdenken. Auch die eine oder andere Bibliothek betritt man nach der Lektüre von "Social Network - Die Bibliothek des Schicksals" mit durchaus ambivalenten Gefühlen. Gut möglich, das man hinter dem einen oder anderen Regal gerade noch eine dunkle Gestalt verschwinden sieht ...

Online: http://home.arcor.de/tomary/Literatur/Social_Network/social_network.html


Auf Thalia.de, von Katharina Wacker (03.07.2012)


Nach dem mysteriösen Tod seiner Verlobten Rosemarie Wards ist in Daniels Leben plötzlich nichts mehr wie zuvor.
Als wäre die reine Trauer nicht genug, geschehen unerklärliche Dinge um ihn herum:
Ein Unfall, den es angeblich nie gab, ein Mord ohne Leiche und der sonderbare Mann in schwarz, den Daniel immer wieder zu sehen glaubt, sind nur einige davon.
Als er bei seiner neuen Arbeitsstelle, der Firma FaTec, auch noch ein geheimes soziales Netzwerk entdeckt, das uns alle zu lenken scheint, nimmt er sein Schicksal selbst in die Hand. Doch ist wirklich er es, der die Fäden seines Lebens in der Hand hält?

"Social Network. Die Bibliothek des Schicksals" ist ein gelungener Mysterie-Thriller, der zum Teil schon fanstastische Elemente aufweist.
Wenn die verschiedenen Handlungsstränge anfangs auch etwas verwirrend auf den Leser wirken, fügt sich dennoch alles in ein stimmiges Gesamtbild.
Das Buch gibt uns Einblicke in das Leben verschiedener Personen, die allesamt ihren ganz eigenen, mal mehr und mal weniger sympathischen Charakter haben. Chris M. Wagner bringt uns jeden seiner Protagonisten sehr anschaulich näher, sodass wir die Beweggründe hinter dem alltäglichen Irrsinn schon fast zu gut nachvollziehen können.
Eine Empfehlung an alle, die gerne auch abseits des gewohnten Einheitsthriller lesen und sich auf ganz neue Ideen einlassen können. 

Online: http://www.thalia.de/shop/tha_homestartseite/suchartikel/social_network_die_bibliothek_des_schicksals/chris_m_wagner/ISBN3-86282-015-7/ID29195592.html?fftrk=1%3A2%3A10%3A1&jumpId=7688903

Auf Lovelybooks.de (26.03.2015)


In "Social Network - Die Bibliothek des Schicksals" vom Debütautor Chris M. Wagner kann man sich auf einen wirklich interessanten und komplexen Mystery-Thriller mit vielen verborgenen Schätzen und Facetten freuen. Viel Historie, Düsternis, die Untiefen der Netzwerke, Sagen und Mythen und die unglaubliche Skrupellosigkeit damaliger Vereinigungen. Ein Cocktail aus Horror, Mystery, Ciber-Kriminalität und dunkle Verstrickungen, ein absoluter Lesegenuß auf wackeligen Boden mit starker Härte...
Erschienen im Acabus Verlag (http://www.acabus-verlag.de/#&panel1-1)

Inhalt:
"Das Netz kennt dich. Es weiß, was du willst und es gibt dir, was du brauchst. Es spielt mit dir, wie mit einer Marionette. Und ohne dass du es bemerkst, spielt es auch mit deinem Leben. Schicksal? Ein Leben besteht aus einer Kette von Ereignissen, ein einzelnes Ereignis aus Ursache und Wirkung. Alle Ereignisse dieser Welt können zu einem großen Flechtwerk zusammengefasst werden - Wirkung des einen ist die Ursache des Nächsten. Was wäre, wenn man in dieses Netz eingreifen und es nach belieben formen könnte? Rosemarie von Wards wird bewusstlos im Heizungskeller ihres Strandhauses aufgefunden. Trotz notärztlicher Behandlung verstirbt sie noch im Krankenhaus. Doch warum war der Keller verschlossen? Ist es Zufall, dass sich die lebensnotwendige Infusion lockerte? Dies alles ist ein schwerer Schock für Rosemaries Verlobten, Daniel Lang. Er möchte das Erlebte am liebsten hinter sich lassen und beginnt ein neues Leben in München. Der Job bei einem Unternehmen mit dem Namen FaTec ist ihm so gut wie sicher. Da holen ihn die Ereignisse ein. Er wird in einen Unfall verwickelt, der Taxifahrer wird erschossen, und niemand glaubt Daniel, als er von dem mysteriösen Priester mit dem schwarzen Kollarkragen spricht - bis auf seine scheinbar geistesgestörte Nachbarin Grace Owen aus dem dritten Stock. Was Daniel nicht weiß: Zu diesem Zeitpunkt befindet er sich bereits in den Klauen der Hüter des Schicksals."

Zum Schreibstil:
Mit dem bereits im Jahre 2011 erschienenen Debüt des Autors Chris M. Wagner "Social Network - Die Bibliothek des Schicksals" ebnet dieser den Weg in tiefe Abgründe und mörderische Verstrickungen. Trotz der fortlaufenden Medienwelt liest sich dieser Mystery-Thriller nach wie vor brandaktuell, wenn man über kleinere "Alterserscheinungen" hinwegsehen mag. Die Handlung spielt um den charismatischen Protagonisten Daniel Lang, der mit seinem neuen Job bei FaTec GmbH unglaubliche Entdeckungen und Machenschaften erlebt. Der Leser wird direkt in die Welt der einst neuesten Technik und Möglichkeiten katapultiert, vermisste Menschen, eine mysteriöse Handlung eines ominösen Priesters, eine gestörrte Nachbarin und und und.....Autor Chris M. Wagner hat ein Talent und eine Note, die den Leser direkt mit in das Geschehen nimmt. Spannend und schonungslos gibt der Autor hier seine Recherchen und Ideen für die Story wieder. Leider trifft der Autor meiner Meinung nach nicht immer das genaue Maß, das kann vielleicht auch an der Schnelllebigkeit des Medienzeitalters liegen.
Autor Wagner weiß es für mystische Spannung, turbulente Abwechslung und düsteres Erstaunen zu sorgen. Er schreibt sehr gewählt und intelligent. Den Thriller habe ich wirklich durch seine besondere Atmosphäre, die entssteht, ganz intensiv gespürt. Dieses Flair wurde durch derben Horror und verworrener Mystery verstärkt. zudem bietet Chris M. Wagner eine stimmige und sehr intensive Recherche.
Gekonnt jongliert der Autor in seinem Debüt mit der Vielfalt der Sprache und der einstigen Zeit der Technik, die jederzeit auch in unseren Stand der Entwicklung platz findet.

Schauplätze:
Großer Pluspunkt und unweigerlich auch der Schwerpunkt dieses Leseerlebnisses sind die Schauplätze. Zwei Handlungsstränge die von ihren Kulissen, bzw. der Ausformung und Darstellung der Seiten nicht unterschiedlicher sein können. Ein Gegensatz, der zu einem Nenner wird. Dem Autor Chris M. Wagner gelingt es durch seine reale und absolut lebhafte Darstellung der Schauplätze eine Welt des unsagbaren Grauen, Spannung und Gänsehaut zu schaffen. Wer hat nicht allein bei den Schlagwörtern Priester, Geisteskrank, Verschwörung, Hüter des Schicksals, Social Networt, Cyber, Herrscher, Reliquien oder Auftrag bereits eine Assoziation vor Augen? Autor Wagner verstärkt diese durch seine Recherchen für den Roman zu einem kompletten Bild der Zeit und Umstände. Sehr genau hat er die Eindrücke der Medienwelt und Epoche und der Gesellschaft eingefangen und gibt diese im Buch an die Leser weiter. Drehbuchhaft und absolut filmreif dringen unschlagbare Bilder in den Geist der Leserschaft. Ein Lesegefühl mit allen Sinnen. Der Fokus liegt auf viele Automatismen in Dingen Assoziationen. So beflügelt er die Phantasie der Leser und lässt auf weitere Werke aus seiner Feder hoffen.

Charaktere:
Auch bei der Wahl der Charaktere hat sich Chris M. Wagner ins Zeug gelegt, er hat sich sehr intensive Gedanken gemacht und nichts, rein gar nichts, dem Zufall überlassen. Ein gelungenes und starkes Bild der Protagonisten. Leider aber auch etwas zu sehr gewollt und daher manchmal etwas aufdringlich. Hier erscheint das Maß nicht immer sehr ausgewogen. Da steckt so viel mehr drin! Polarisierend, fesselnd und respekvoll, so sollen die Protagonisten aus Haupt- und Nebenrollen erscheinen. Wir erleben in diesem Auftakt Völkergrupen wie sie skrupelloser und gefährlicher nicht sein können, oder andere Gesellschaften aus Ermittlern, Mitarbeitern, Firmenmoguls und düsteren Gestalten. Einige von den vielen Akteuren wird man sofort lieben und einige wird man mit Abscheu begegnen. Viele sind im großen Finale, bzw. Showdown des ersten Teils gar nicht mehr am Leben, oder nicht mehr so anzutreffen, wie zuvor.

Meinung:
Dieses Buch könnte sogar noch etwas mehr bieten. Jedoch kann ich für ein Debütwerk schon von absolut gelungenen Lesevergnügen sprechen. In dem Autor steckt so viel Potential, jedoch wirkte einiges in diesen komplexen Genre-Mix etwas unkoordiniert und aufgesetzt. Hier dominieren sagenhafte und fesselnde Noten aus verschiedenen Genre, eine spannende und fesselnde Handlung aus zwei dominaten Handlungssträngen, grandiose und pompöse Kulissen und einzigartige Charaktere, der Thrill kristallisiert sich nicht so sehr heraus, eher die mystischen und verschwörerischen Umstände (vielleicht sind diese Thrill genug? Ja, mir hat es völlig gereicht!).
Die Gratwanderung aus Informationen und Überladen gelingt dem Autor nicht immer geschickt und lenkt in einigen wenigen Passagen daher manchmal vom Kern ab, sodass das Lesen und Nachvollziehen schwer und anspruchsvoll erscheinen kann, vielleicht liegt es aber auch an der Zeit von mind. 5 Jahren, die seither im Stand der Technik vergangen sind.

Der Autor:
"Mystery ist sein Genre. Er liebt unfassbare Geschichten mit einem Hauch Unerklärlichem. Sein bisher wichtigstes Werk ist der Mysterythriller "Social Network. Die Bibliothek des Schicksals". 'Sie behaupten also, Sie wissen, welchen Schmetterling Sie gegen die Wand klatschen müssen, damit im Karibischen Meer kein Hurrikan entsteht?' Wer sich traut, kommt beim Lesen dieses Romans seinem Schicksal einen gehörigen Schritt näher.
Schreiben ist lügen mit Erlaubnis. Wie Chriz zum Schreiben kam ist ein Mysterium. Aber eins ist sicher: Während Du diese Zeilen liest, ist die nächste Lüge schon in Arbeit ...
Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von München.
http://chrismwagner.de/ "

Zum Cover:
Das Cover wirkt passend historisch, es zeigt eine dunkle Stimmung und ein Symbol, welches sich im Buche wiederfindet. Ein sehr hochwertiges Buch von guter Qualität und stimmigen Gesamteindruck. Tolle Farben, stimmiges Bild.

Fazit:
Das Buch besitzt sogar noch mehr Potential und Facette. Dennoch war es ein unschlagbarer und überaus beklemmender Lesegenuß. 4 sehr verdiente Sterne!

Online: http://www.lovelybooks.de/autor/Chris-M.-Wagner/Social-Network-Die-Bibliothek-des-Schicksals-658602640-w/rezension/1139765894/

Über den Autor

Wagner, Chriz

Wagner, Chriz

Chriz Wagner: Mystery ist sein Genre. Er liebt unfassbare Geschichten mit einem Hauch Unerklärlichem. Vielleicht fing er aus diesem Grund mit 33 Jahren an, selbst solche Texte zu verfassen. 1999 huschten die ersten Gedanken von selbst geschriebenen Geschichten durch seinen Kopf. 2006 startete... mehr über den Autor

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