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Christine Bernard. Der unsichtbare Feind

Christine Bernard. Der unsichtbare Feind

Autor: Vieten, Michael E.


lieferbar


Produktart: Buch

Seiten: 300

Sprache: deutsch

Auflage: 1 Originalausgabe

Verlag: acabus Verlag

ISBN: 9783862824533

Einband: Paperback

zum eBook

EUR 13,00

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
Sind es Terroristen, die das Leben der jungen Trierer Kommissarin mit hinterhältigen Cyberattacken bedrohen? Oder steckt ein Geheimdienst dahinter? Christine Bernard erhält Personenschutz. Plötzlich zieht das Landeskriminalamt die Ermittlungen an sich und sperrt ihre Ermittlungsakten. Computerspezialisten werden abgezogen. Beweismittel verschwinden. Wem kann Christine noch vertrauen? Wer ist dieser scheinbar übermächtige Gegner, und wo befindet er sich? 
Ein Cyberkrimi über einen Kampf mit ungleichen Waffen im Zeitalter der Digitalisierung. Aktuell, verstörend, hochspannend.

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Karneval


Schwer drückten die tief hängenden dunkelgrauen Wolken auf die Stadt. Dicke, nasse Schneeflocken stürzten sich auf die Windschutzscheibe. Beide Wischblätter waren vereist und zogen breite Grieselstreifen über das Glas.
Christine Bernard stellte das Radio lauter und hielt ihre klammen Finger in den warmen Luftstrom der Heizung.
Der Wetterdienst meldete seit Tagen ergiebige Niederschläge. Trier schien im Schnee zu versinken. Ein freundliches Hochdruckgebiet war vorerst nicht in Sicht.
Mit einem Seitenblick musterte sie das Profil ihrer Kollegin. Tanja Rieger steuerte den Dienstwagen gelassen durch das Wetterchaos.
Sie liefen auf ein Räumfahrzeug auf. Grell zuckte das orangene Licht der rotierenden Rundumleuchte am Heck des Fahrzeugs über ihre Gesichter. Streusalz rieselte gegen die Karosserie. Tanja vergrößerte den Abstand.
Ein Stadtbus drängelte sich in die Lücke. Sie bremste hart, das Antiblockiersystem des BMWs sprach knirschend an, aber sie ließ sich ihre Verärgerung nicht anmerken.
Kommissarin Bernard hätte gehupt und geflucht. Bestimmt. An diesem Morgen auf jeden Fall. Es war nasskalt und windig und ihnen stand ein unangenehmer Einsatz bevor. Die Kollegen aus dem Kommissariat 3, Rauschgiftdelikte, hatten Verstärkung für eine Festnahme angefordert.
Christine Bernard hasste Festnahmen in der Drogenszene. Diebe, Räuber und Mörder waren bereits schwer einzuschätzen. Aber diese durchgeknallten Drogentypen waren unberechenbar und bildeten für sie den Bodensatz der Gesellschaft.
Die hatten nichts zu verlieren. Nicht selten eskalierten Festnahmen in diesem Milieu, und es bestand die Gefahr, dass man die Kontrolle über einen Einsatz verlor.
Während eines solchen Einsatzes in ihrer alten Dienststelle in Wittlich hätte ihr ein Junkie einmal beinahe seine blutverschmierte Spritze in den Bauch gerammt.
Sie schüttelte sich bei dem Gedanken daran, durch solch eine gemeine Attacke mit HIV oder Hepatitis oder sonst irgendeiner schrecklichen Krankheit infiziert zu werden. Dann wären ihre Gesundheit und ihr bisheriges Leben ruiniert, und sie wäre ein ständiges Risiko für andere Menschen, sich bei ihr anzustecken.
Während die junge Polizeimeisterin neben ihr offenbar entspannt dem Einsatzort entgegen fuhr, wünschte sich Christine woanders hin. In die Sonne. An einen Strand. Unter Palmen, und neben ihr Torben Heintz.
Sie schaute aus dem Seitenfenster und dachte an ihren bevorstehenden Urlaub. Drei Wochen Indischer Ozean. Mauritius. Im Meer baden. Verrückte Cocktails trinken und frische Meeresfrüchte vom Abendbüffet genießen. Und das alles zusammen mit dem sanften Mann, für den ihr Herz schlug. Das hatte sie sich so sehr gewünscht.
Für einen Moment glaubte sie, der ferne Ort locke sie schon mit einer Südseemelodie, doch es war nur das Radio.
Sie war urlaubsreif und hatte einfach gebucht, was ihr gefiel. Nicht Early Bird oder Last Minute. Sie hatte nicht auf den Preis geschaut.
Natürlich war Torben überrascht gewesen. Aber er hatte spontan Urlaub genommen, als wäre es das Natürlichste auf der Welt, obwohl sein Orchester in dieser Zeit zwei Auftritte hatte.
„Sie werden wohl mit einem Cellisten weniger auskommen müssen“, scherzte er und freute sich mit ihr.
Ein schwerer Geländewagen zog mit überhöhter Geschwindigkeit an ihrem Fenster vorbei. Seine breiten Reifen stampften über den Asphalt durch den Schneematsch und schleuderten ihn hoch. Schmutzig braun klatschte er gegen das Glas. Christine erschrak.
„Idiot“, entfuhr es ihr laut.
Schuldbewusst schaute sie ihre Kollegin an.
„Entschuldige, ich bin etwas genervt.“
Tanja warf ihr verständnisvoll einen Seitenblick zu, lächelte mild und bog in eine Nebenstraße ein.
Hinter einem silbergrauen Kleinbus mit abgedunkelten Scheiben hielt sie den BMW an und schaltete den Motor ab. Die Seitentür des unauffälligen Dienstfahrzeugs wurde aufgeschoben und eine winkende Hand forderte sie auf, in das Fahrzeug zu steigen.
Christine und Tanja schnallten sich ab und stiegen aus dem Wagen.
Der Schneematsch lag mehrere Zentimeter hoch auf der Straße und noch höher dort, wo wenig gewissenhafte Bürger es versäumt hatten, den Gehweg zu räumen. Unter ihren Füßen war es glatt, und der eisige Wind trieb halbgefrorene Schneeflocken in ihre Gesichter und in ihr Haar.
Es roch rußig nach den Abgasen der Heizungsanlagen der umstehenden Häuser. Sie beeilten sich, zu den Kollegen in das warme Innere des Busses zu steigen.
Oberkommissar Dietmar Forster zog hinter ihnen die Schiebetür zu.
„Guten Morgen, Kolleginnen“, grüßte er und verband seinen freundlichen Gruß sogleich mit einer Frage.
„Wo sind Rottmann und Kluge?“
Tanja Rieger ließ sich neben einem schlanken Mann auf eine der beiden Sitzbänke fallen. Kommissarin Bernard nahm ihr gegenüber Platz und antwortete: „Hauptkommissar Kluge ist heute Vormittag auf Fortbildung und Hauptkommissar Rottmann hat noch Urlaub.“
Dietmar Forster machte ein enttäuschtes Gesicht.
„Dann sind wir zu wenige. Immer dieser scheiß Personalmangel, verdammt. Für alles und jeden in dieser Welt hat dieses Land Geld, aber nicht für die, die diesen Laden überhaupt noch zusammenhalten.“
Er fluchte noch einmal und stellte dann seine beiden Kollegen vor.
„Kommissar Reiner Schwert und Kommissar Jürgen Haupt. Beide wie ich vom K3, Drogenfahndung.“
Die Kommissare nickten stumm. Oberkommissar Forster stellte weiter vor.
„Kommissarin Christine Bernard und Polizeimeisterin Tanja Rieger vom K1, Todesermittlungen. Willkommen bei der Sonderkommission ‚Karneval‘.“
Reiner Schwert räusperte sich.
„Christin‘ Bernar‘? Sind Sie Französin? Sie haben gar keinen Akzent.“
Die junge Kommissarin sah in das freundliche Gesicht des Drogenfahnders.
„Ich bin in Luxemburg geboren, aber in Deutschland aufgewachsen.“
Reiner Schwert verstand und nickte.
„Willkommen an Bord.“

Über den Autor

Vieten, Michael E.

Vieten, Michael E.

Michael E. Vieten. Jahrgang 1962. Aufgewachsen in Düsseldorf und Ratingen. Hat danach den Großteil seines Lebens im Norden Deutschlands verbracht. Lebt und arbeitet heute im Hunsrück mit Blick auf den Hochwald. Gelernter Hotelkaufmann, später Wechsel in die IT-Branche.... mehr über den Autor

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