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Olympia 1936
Danach kam alles anders

Olympia 1936

Autor: Hemeyer, Karl

Lieferbar in 48 Stunden


Produktart: Buch

Seiten: 336

Größe: 20x14

Sprache: Deutsch

Auflage: 1 Erstauflage

Verlag: ACABUS Verlag

ISBN: 9783941404502

Einband: Paperback

zum eBook

EUR 15,90

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
  • Rezension
Im August 1946 erreichen die ersten Lebensmittel-Lieferungen amerikanischer Bürger die Bremer Häfen. Doch wie kam es zu dieser bis dahin größten Hilfsaktion der Weltgeschichte? Karl Hemeyer gibt in seinem Roman eine sowohl unterhaltsame wie interessante Antwort. Heimat hin, Heimat her – doch was soll man machen, wenn man daheim nicht mehr gern gesehen ist? Was tut man, wenn man seine Ziele und Vorstellungen in der Heimat nicht realisieren kann? Vor diesen Problemen stehen plötzlich die Brüder David und Harro Stern aus Wesermünde (heute Bremerhaven) nach ihrer Rückkehr von den Olympischen Spielen 1936 in Berlin. Als Journalisten für das Nordsee-Magazin verbrachten sie dort eine aufregende Zeit und schlossen Freundschaft mit dem Stadionsprecher Henri Nannen, der Regisseurin Leni Riefenstahl und dem afroamerikanischen Sprinter Ralf, einem Teamkollegen von Jesse Owens. Eine ereignisreiche Zukunft vor Augen hatten sie sich eigentlich vorgenommen, gemeinsam den vom Vater gegründeten Verlag zu übernehmen und auszubauen. Doch dann kam alles anders … Durch Verfolgung und Flucht, dann durch den Krieg und Gefangenschaft werden die ungleichen Brüder und ihr eigenwilliger Vater jäh auseinander gerissen. Trotz der ständig drohenden, wechselnden Gefahren und damit verbundenen tragischen Schicksalsschlägen, teilweise aber auch freudigen Ereignissen verlieren sie ihr neues Ziel, sich und ihren Vater einmal wiederzusehen, niemals aus den Augen. Vor diesem historischen Hintergrund entfaltet sich die spannende, mitunter abenteuerliche Erzählung über die Brüder Stern, deren Schicksal von Beginn an fesselt, denn dem Autor gelingt es durch seinen kurzweiligen, temporeichen, bildhaften Erzählstil und den Gebrauch von Dialekten den Lesern seine Figuren ganz nahe zu bringen.
Aus Kapitel 5. Die Zeit der Spiele: Leni Riefenstahl, Henri Nannen und die beiden Begleiter betreten das Engelhardt und setzen sich an einen Tisch. Nannen schaut besorgt: Ja. So was kennen die wohl noch nicht. Da draußen auf dem Lande ist ’s noch ruhig. Leni beugt sich vor, winkt Henri Nannen mit dem Finger näher zu sich heran: Sag mal, die beiden heißen Stern. Sind das Juden? Nannen überlegt, dann zuckt er mit den Schultern: Keine Ahnung. Glaube ich eher nicht. Obwohl, der Name? Dann fängt er laut an zu lachen: Nee, das kann nicht sein, so wie die sind. Und da oben, wo die her kommen, gibt’s doch eigentlich nur Heiden. Die glauben doch immer noch an die friesischen Götter. Während die Begleiter jetzt in Nannens Lachen einsteigen, wirkt Leni Riefenstahl allerdings etwas gequält und nachdenklich. Am nächsten Tag gehen die Brüder wieder ihrer gewohnten Arbeit nach. Doch diesmal gibt es eine Besonderheit, denn David und Harro sind auf ihrem Weg vom Olympia- zum Reiterstadion auf dem Maifeld auf einige Athleten des US-Teams getroffen. Ralf, der nette Schwarze von der Ankunft in Hamburg, hat David sofort wiedererkannt und ihn zu sich gerufen. Durch ihn lernen die Brüder jetzt auch Jesse Owens kennen. Der liegt auf dem Rasen und macht Lockerungsübungen. David setzt sich zu ihm, schaut fragend auf Ralf. Der nickt und eröffnet, sich ebenfalls auf den Rasen setzend, das Gespräch: Hey, Jesse. That’s David, my German friend. Er lacht David an. Dann wendet er sich wieder Jesse zu: He’s a writer. Er schaut auf den immer noch stehenden Harro, winkt ihn heran und klopft auf den Boden: Take a seat, man. Harro schaut etwas verlegen, setzt sich jedoch zu ihnen und reicht Ralf und Jesse die Hand: Hello, I am Harro. Davids fotographer. Die schwarzen Spitzenathleten schauen sich an und lachen. Jesse zeigt auf die um Harros Hals baumelnde Kamera: Are we pretty enough for a snapshot? Harro versteht und fotografiert sofort los. Er springt auf und geht fotografierend um das am Boden sitzende und lachende Trio herum. David, Jesse und Ralf unterhalten sich währenddessen blen-dend. Harro hockt sich wieder zu den anderen und gibt David die Kamera: Ich will auch mal auf’s Bild mit so berühmten Leuten. Jetzt fotografiert David. Dann nimmt Jesse Owens die Kamera und knipst, anschließend Ralf. Jesse zeigt auf die Kamera: Can we have the photos? David nickt: For sure. We’ll give it to you. And also the article from our newspaper, okay? Die Sprinter nicken und lachen: That’s great, man. Where can we meet? David erzählt vom Engelhardt, Ralf ist sofort begeistert: Oh, great. We can come in the evening. Can we meet before we are going to the restaurant? David nickt und bespricht dann mit Ralf den Ablauf des Abends, während Harro Jesse Owens die Vorzüge seiner Kamera aufzeigt. Nach dem Gespräch fahren David und Harro sofort zum Adolf-Hitler-Platz und reservieren im Engelhardt einen Tisch. Um zwanzig Uhr dreißig treffen sie sich wie verabredet mit den Amerikanern vor dem schon gut besuchten Lokal und betreten es gemeinsam. Neben Ralf und Jesse sind noch zwei junge schwarze Damen mitgekommen, beides Läuferinnen des US-Teams. Die Kellnerin, die beim Anblick der vier schwarzen Menschen zunächst etwas überrascht geschaut hat, geleitet ihre Gäste durch den schlagartig sehr ruhig werdenden Raum an den reservierten Tisch. Harro und Ralf beginnen sofort, sich zu unterhalten, während sich David argwöhnisch in dem Lokal umschaut. Die Menschen wenden langsam ihre Blicke ab und beginnen erneut miteinander zu reden, wodurch der für das Engelhardt normale Lärmpegel wieder erreicht wird. Aus einem Nebenraum kommt Henri Nannen. Er erblickt die Gruppe und kommt zu ihnen an den Tisch. David steht auf und will alle vorstellen, doch Nannen winkt ab: Nicht nötig. Ich kenne die Herrschaften doch. Trotzdem ist er schwer beeindruckt: Na, bei so berühmten Gästen muss ich doch bleiben. Darf ich? Ohne eine Antwort abzuwarten, setzt er sich zu der Gruppe, die sich sofort wieder unterhält und die zwischenzeitlich servierten Getränke genießt. Dabei erweist sich Harro als besonders durstig und zischt ziemlich schnell einige große Biere. David registriert, dass Martha, eine der amerikanischen Sportlerinnen, traurig wirkt und fragt sie, was los ist. Martha erzählt David von ihrer Leistenzerrung und dass sie deswegen nicht starten konnte. Ralf hört zu und blickt sehr sorgenvoll. Dann legt er seine Hand auf Davids Unterarm und schaut ihn an: That’s the official version, you know? They only let the white ladys run. David seufzt, erwidert Ralfs sorgenvollen Blick und fragt: Who is behind this order? Ralf schaut sich kurz um, blickt David in die Augen: Brundage. Er macht eine kurze Pause und räuspert sich: But I think it’s Halt, a leader of the German organisation. He is a good friend of Brundage. David schaut gespannt auf Ralf, der weiter von Brundage erzählt: Maybe he is his slave. Cause he likes the aristocracy. He does everything to find their appreciation. Ralf trinkt einen Schluck, setzt sein Getränk ab: Von Halt. Es klingt verächtlich, wie er das sagt. David trinkt ebenfalls, schaut lange auf Ralf und leert dann in einem Zug sein Glas. Harro hört aus dem Gesamtgemurmel nur drei Wörter heraus: strain, strip, damage . Er ist sehr überschwänglich und erzählt, dass es doch durchaus Heilmethoden für derartige Verletzungen gibt und dass David ein Spezialist ist, der Verletzungen in dieser Körpergegend besonders gut betreuen kann. Die eigentlich im Spaß gemeinte Aussage kommt jedoch nicht bei allen an. Harro bemerkt dies sofort und entschuldigt sich: It was a hot day today. David lächelt: No, no Harro. It is not about the weather. There are too much vitamins in your beer. Dann steht er auf, ruft nach der Kellnerin und ordert lautstark einen Apfelsaft. Er setzt sich wieder zu Martha und übersetzt ihr, was er gerade bestellt hat. Die ist schon viel besser gelaunt, lächelt David an, schaut ihm in die Augen und sagt dann ganz leise: Äpfelsäft. Nach diesem von Martha gesäuselten Wort hat David das Gefühl schlagartig schwer verliebt zu sein. Er registriert seine Veränderung, lächelt, und hat den ganzen Abend lang nur noch Augen für Martha. Um kurz vor Mitternacht drängt Jesse Owens zum Aufbruch. Während Nannen aufspringt und blitzschnell zwei Limousinen organisiert, mit der die amerikanischen Athleten in ihre jeweiligen Quartiere gefahren werden, treffen David und Harro mit Ralf eine Entscheidung: Wir dürfen uns nicht aus den Augen verlieren. Sie tauschen ihre Adressen aus und einigen sich darauf, sich bei den nächsten Olympischen Spielen, die 1940 in Tokio stattfinden sollen, wieder zu treffen. Harro ist zwar etwas skeptisch, doch David muntert ihn auf: Mach dir keinen Kopf Harro. Bis dahin haben wir den Verlag so weit, dass wir uns das locker leisten können. Müssen dann nur überlegen, ob wir mit dem Luftschiff über Amerika fahren und Ralf da abholen oder mit dem Zug durch ganz Russland und dann mit ’nem Schiff übersetzen. Die Gruppen verabschieden sich, die Amerikaner verlassen das Lokal, während sich David, Harro und Henri Nannen wieder an den Tisch setzen, um mit einigen Bieren ihre beginnende Freundschaft zu begießen. Als Harro am nächsten Morgen Davids Zimmer betritt, telefoniert dieser: Wir bleiben bis Mittwoch. – Ich weiß, dass Harro Ge-burtstag hat. – Vadder. Es geht um unsere Arbeit. Der Manni hat doch ’n Motorrad. Dann soll er am Wochenende mit dem Motorrad nach Berlin kommen und Sonntag nach der Schlussfeier saust er mit unseren Sachen nach Wesermünde. Dann habt ihr noch in der Nacht die Bilder und die Berichte und könnt … David wird laut: … nun unterbrich mich doch nicht dauernd. Er fährt im ruhigen Tonfall fort: Und ihr könnt das entweder noch in die Zeitung bringen oder ihr macht ’n Extrablatt. David lauscht, er ist ungehalten und verdreht die Augen: Doch. Der macht das. Ich hab doch schon mit ihm geschnackt. Und schieb ihm mal ’nen Schein extra rüber. Wieder lauscht er den Worten des Vaters, nickt, und erklärt: Also. Wir sind Mittwoch zurück. Kannst ja Dienstag zum Geburtstag mal anrufen. Aber morgens. Denn wir haben sonst den ganzen Tag über Termine. Mach’s gut Vadder. Tschüss.

Auf Amazon.de, von 'Buchwelten' "Literaturblogbetreiberin" (14. August 2011)


Ein Abenteuer dreier Männer zu Zeiten des Dritten Reichs...

Die Brüder David und Harro Stern arbeiten beide im Verlag ihres Vaters in Wesermünde (das ist das heutige Bremerhaven). Der Verlag läuft gut, neben Kalendern druckt dieser auch das 'Nordsee ' Blatt'. Und für 'ihr Blatt' reisen sie im Jahre 1936 als Journalisten gemeinsam nach Berlin, um über die Olympischen Spiele Bericht zu erstatten.
David, der ältere, ist für die Interviews und das Verfassen der Berichte zuständig. Harro, der jüngere, ist als Fotograf unterwegs.

Sie beziehen eine gemütliche Pension in Charlottenburg und fühlen sich von Anfang sehr wohl in der Großstadt, die so völlig anders ist als ihr Heimatort. Schnell knüpfen Sie Kontakte. Zu dem amerikanischen Sprinter Ralf, zu Henri Nannen, der im Olympiastadion der Sprecher ist. Sie verbringen eine aufregende Zeit in Berlin und bescheren dem Nordsee-Blatt durch ihre ausführlichen Berichte und den fantastischen Fotos extrem grosse Auflagen. Vadder Stern ist sehr stolz auf seine Jungens.

Harro lernt während dieser Zeit u.a. die Regiseurin Leni Riefenstahl kennen und entdeckt seine Leidenschaft für die Filmerei. Er möchte nicht mehr mit in den väterlichen Verlag, er möchte in Berlin bleiben und das Filmen beruflich weiterverfolgen.

Die Nazis übernehmen immer mehr die Macht, zunächst macht sich das nur in der Hauptstadt bemerkbar aber bald gibt es auch in Wesermünde Schwierigkeiten. Die Nazis verlangen von den Sterns ihren Ariernachweis. Sie ziehen aus dem Nachnamen den Schluß, dass es sich um Juden handelt.
Vadder Stern entscheidet sich, seinen eigentlichen Namen 'Steen' wieder anzunehmen. Aber David weigert sich stur und trotzig. Er sieht sich als den evangelischen David Stern, der er sein Leben lang war und will daran auch wegen der Nazis nicht ändern.
Doch dann kommen Mannschaftswagen der Gestapo auf den Hof und sie wollen ihn holen. David muss fliehen ' und somit reisst es die Familie auseinander'.

Die Geschichte erzählt das Leben der zwei Söhne Harro und David und Vadder Stern während der schweren Kriegsjahre im dritten Reich. Auch wenn es sehr viele, wichtige und gut dargestellte Nebenfiguren gibt, so sind diese drei die Hauptprotagonisten. Diese hat Hemeyer sehr lebensnah, echt und mit allen Ecken und Kanten dargestellt.

Der Autor schreibt in der Gegenwart, so dass ich als Leser das Gefühl bekam, tatsächlich die Abenteuer dieser Zeit hautnah mitzuerleben. Er schreibt in einem flüssigen, angenehmen aber nicht übermässig anspruchsvollen Schreibstil, der die Lektüre des Romans sehr kurzweilig gestaltet hat. Innerhalb der Kapitel gibt es Szenenwechsel, so dass man in jedem Handlungsstrang 'dran bleibt'.

Teilweise schreibt Hemeyer in plattdeutsch oder im berlinerischen Dialekt, was mir teilweise aber irgendwie falsch oder unnatürlich vorkam. Ich habe sowohl in Norddeutschland Plattdeutsch gehört, als auch original Berlinerisch und das klang für mich anders als das, was ich teilweise gelesen habe. Ab und an hat es mich genervt aber da habe ich dann einfach 'drübergelesen'. Dies brachte mich jedoch zu einem kleinen Punkteabzug.

Was mir sehr gut gefallen hat war, wie der Autor es geschafft hat in dem Roman deutlich zu machen, dass die Familie und Freundschaft sehr wichtig sind und es mit Hilfe beider immer irgendwie gelingt, wieder auf die Füsse zu kommen und selbst schwere Probleme zu lösen. Der Zusammenhalt der Protagonisten untereinander ist wirklich sehr schön rübergebracht und auch wenn alle drei männlich sind, dennoch überaus gefühlvoll.

Ich als bekennender Berlin Fan habe mich im alten Berlin sehr wohl gefühlt und die Beschreibungen des Anhalter Bahnhofs und des Adolf-Hitler Platzes haben mich dazu gebracht, mir im Internet alte Originalaufnahmen aus dieser Zeit anzusehen'

Das Buch wird als Taschenbuch präsentiert und das Cover gefällt mir ganz gut. Die Bilder passen alle ganz genau in die Geschichte, allerdings sieht die Fotomontage leider etwas lieblos aus.
Der Klappentext ist vom Text her aussagekräftig und macht durchaus neugierig. Allerdings ist er weder zentriert, noch im Blocksatz geschrieben, was ich immer als unschön und unordentlich empfinde. Die Inhaltsangabe hätte man doch viel mehr 'aufhübschen' können.

Was ich noch festhalten möchte, ein Werk aus dem Hause ACABUS und die Folie an den Kanten löst sich nicht mehr ab. Das freut mich sehr.

Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für diesen Roman über drei Männer, die versuchen ihren Weg in Zeiten des Krieges zu gehen und trotz aller Schwierigkeiten einander nicht aus den Augen verlieren wollen..

Online: http://www.amazon.de/Olympia-1936-Danach-anders-ebook/dp/B00601I8L6



Über den Autor

Hemeyer, Karl

Hemeyer, Karl

Der in Berlin lebende, in Altluneberg bei Bremerhaven geborene Karl Hemeyer arbeitet seit 1993 als freiberuflicher Berater und Coach und schreibt nach dem Besuch einiger schreibtechnisch orientierter Workshops sowie einem mehrmonatigen Einsatz in einer großen Hollywood-Produktion auch... mehr über den Autor

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