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In all den Jahren
Roman

In all den Jahren

Autor: Leciejewski, Barbara

lieferbar


Produktart: Buch

Seiten: 448

Sprache: deutsch

Auflage: 1 Originalausgabe

Verlag: acabus Verlag

ISBN: 9783862823703

Einband: Paperback

zum eBook

EUR 14,90

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
  • Rezension
Elsa und Finn leben Tür an Tür in München. Sie sind Freunde. Beste Freunde. Und allen Zweifeln ihrer Umwelt, allen Versuchungen und allen Gefühlen zum Trotz, wollen sie das auch bleiben, denn schließlich enden die meisten Liebesbeziehungen doch in einer Trennung: Aus Nähe wird Besitzanspruch, aus Zuneigung Gleichgültigkeit und so weiter. Man kennt das.
Nein, Elsa und Finn wollen die bleiben, die sie sind, egal was auch passiert. Und es passiert so einiges, das ihre innige Freundschaft ins Wanken bringt, mal zur einen und mal zur anderen Seite hin.
Der Roman schildert auf humorvolle, spannende und bewegende Weise diese ungewöhnliche und tiefe Freundschaft über einen Zeitraum von zwanzig Jahren hinweg, ihre Höhen und Tiefen, komische, glückliche und dramatische Momente und stellt dabei immer wieder die Frage: Wie viel Liebe verträgt eine Freundschaft?
 
Ein wunderbarer Liebesroman der Münchener Autorin. Eine klare Leseempfehlung für Fans von Cecelia Ahern ("Für immer vielleicht")!
1990

Als ich ihn das erste Mal sah, war er nackt. Er klingelte an meiner Tür und sagte, er habe sich aus seiner Wohnung ausgeschlossen. Dann folgte eine umständliche und ausführliche Erklärung, wieso und weshalb, und ich konnte die ganze Zeit nichts anderes denken als: Warum hält dieser Typ nicht die Hand davor? Also: davor.
Nachdem er seine Erklärungsversuche beendet hatte, stand er vor mir und wartete.
„Kann ich nun telefonieren?“, fragte er und die Art, wie er es sagte, machte mir klar, dass es schon das zweite Mal war. Mindestens.
Ich stammelte etwas, das wohl wie Einverständnis klang, und er schob sich an mir vorbei in meine Wohnung. In der Diele entdeckte er mein Telefon und wählte eine Nummer, während ich vorsichtshalber neben der halboffenen Tür stehen blieb und mich bemühte, nicht auf seinen nackten Hintern zu starren.
„Ich bin’s. Ich hab mich ausgesperrt, kannst du mir den Schlüssel vorbeibringen? – Jetzt gleich wäre gut. – Alles klar, bis dann!“
Er legte den Hörer auf und grinste mit geschlossenem Mund. Damals wusste ich noch nicht, wie typisch dieses Grinsen für ihn war: Die Lippen fest aufeinandergepresst und die Mundwinkel weit auseinandergezogen. Das tat er immer dann, wenn er etwas zufriedenstellend erledigt hatte. So, das hätten wir, sagte dieses Grinsen.
Seine Arme hingen noch immer entspannt neben seinem Körper und es schien ihm nicht im Traum einzufallen, dass es mir eventuell peinlich sein könnte, über die Größe seines Penis Bescheid zu wissen. Sicher, man wollte seine neuen Nachbarn – und offenbar war er ein solcher – gern kennenlernen, aber das gehörte nicht zu den Dingen, die man wissen wollte. Zumindest nicht als Allererstes.
Nun ja, es war das Erste, was ich über Finn erfuhr. Finn, das war sein Name, aber den fand ich erst später heraus.
Als ich nicht weiter reagierte – ich wusste wirklich nicht, was ich tun sollte – sagte er schlicht „Danke!“ und ging nach draußen ins Treppenhaus, wo er sich auf die oberste Stufe setzte. Die Beine lässig auseinander, die Ellbogen auf die Oberschenkel gestützt.
Ich überlegte kurz, ob ich noch etwas sagen sollte, ihn nach drinnen bitten, einen Kaffee anbieten, irgendeine Art von Konversation betreiben, doch die Situation sprach dagegen. Die Situation, die durch den Mangel an Bekleidung seinerseits bestimmt wurde.
So schloss ich leise die Tür. Ich fand es angebracht, es leise zu tun. Ich hätte es noch angebrachter gefunden, mich in Luft aufzulösen, doch das war nicht möglich.
Drinnen blieb ich an der Tür stehen und lauschte, was ich selbst albern fand. Warum lauschte ich? Wollte ich herausfinden, ob die Nacktheit des Mannes irgendein akustisches Signal aussandte?
Es war nichts zu hören. Ich ging in die Küche und machte mir einen Tee, obwohl ich nie Tee trank. Was war das für ein Typ, der nackt bei seiner Nachbarin klingelte und sich nicht einmal die Hände vor sein gutes Stück hielt? Ein Exhibitionist? Aber dafür war er zu wenig … exhibitionistisch gewesen.
Ich musste mir schließlich eingestehen, dass die Unverkrampftheit, mit der der Mann sein Schicksal ertrug, und die Selbstverständlichkeit, mit der er sich Hilfe holte, mich mindestens genauso aus der Bahn geworfen hatten wie der Anblick seines nackten Körpers.
War womöglich ich es gewesen, die sich lächerlich gemacht hatte? Hätte ich nicht genauso unverkrampft sein können wie er?
Die Antwort lautete: Nein. Wie sich später noch in unzähligen Situationen herausstellen sollte, war unser Kennenlernen symptomatisch gewesen. Er, der Entspannte, Lockere, den kaum jemals etwas in Verlegenheit bringen konnte, ich, die Verklemmte, Nervöse, der alles peinlich war.
Ich hätte zu gern durch den Spion nach draußen gesehen, doch dabei hätte ich mich vor mir selber geschämt. Also musste meine Neugierde leiden.
Später erfuhr ich, dass sein Bruder, der einen Ersatzschlüssel besaß und nur eine Straße weiter wohnte, vorbeikam und ihn erlöste. Ich hörte an diesem Abend nur noch ein paar Schritte auf der Treppe, einen knappen Wortwechsel, von dem ich nichts verstand, und ein kurzes Lachen, dann fiel die Tür nebenan ins Schloss und mein kurioses Abenteuer war vorbei.
Es dauerte eine ganze Woche, bis ich Finn wiedertraf und dabei schließlich auch herausfand, dass er Finn hieß. Er stand neben mir am Briefkasten, gänzlich bekleidet, und sortierte Werbung aus. Mit Kleidung erkannte ich ihn nicht, sonst hätte ich mich wahrscheinlich an ihm vorbeigestohlen und erst später in meinen eigenen Briefkasten gesehen, doch so stellte ich mich direkt neben ihn, grüßte geistesabwesend und fischte meine Post heraus.
„Mein Bruder hat gemeint, ich sollte mich bei Ihnen entschuldigen“, sagte er unvermittelt. Eine weitere Eigenschaft, die ich noch als typisch für Finn kennenlernen sollte: Er brauchte keinen Einstieg für Gespräche, keine Einleitungsfloskeln, keine Ämmms und Ähhhs und Alsos. Er sagte einfach, was er sagen wollte.
Ich erkannte die Stimme sofort und erst da wurde mir bewusst, dass ich auch noch etwas anderes an ihm wahrgenommen hatte als das Augenfällige. Er hatte eine Stimme, die so unverwechselbar war, dass ich sie nach Jahren wiedererkannt hätte, so einzigartig, dass ich sie unter tausend ähnlichen Stimmen herausgehört hätte. Sie klang wie Samt, nein, viel besser, wie Kaschmir.
Wenn man nun bedenkt, dass ich an diesem Abend, als er nackt an meiner Tür klingelte, diesen unvergleichlichen akustischen Genuss nicht beachtet hatte … Aber wollen wir das nicht weiter vertiefen.
Seine Direktheit, seine Stimme und die Tatsache, dass ich meinem nun nicht mehr nackten Nachbarn so ganz ohne Vorwarnung gegenüberstand, brachten mich in die größte Verlegenheit. Mein Gesicht wurde heiß, und ich konnte nur noch hoffen, dass es sich schlimmer anfühlte, als es tatsächlich aussah. Ich würde wahrscheinlich noch als Achtzigjährige erröten.
„Also“, sagte er weniger betreten als verwirrt, „ich entschuldige mich dann für neulich. Ich hoffe, ich habe Sie nicht gestört.“
„Nein, nein“, stammelte ich eine Oktave zu hoch, „überhaupt nicht. Ist schon okay.“ Ich grinste unbeholfen und steckte meine Post, die ich gerade aus dem Kasten genommen hatte, wieder hinein.
Er schloss seinen Briefkasten ab, nickte mir zu und ging zur Treppe. Er betrachtete die Sache damit als erledigt. Und hätte sein Bruder ihn nicht darauf aufmerksam gemacht, hätte er die Begebenheit sicher nie mehr angesprochen. Wer es nicht für nötig hielt, seinen Penis mit der Hand zu bedecken, wenn er in eine solche Situation geriet, hielt es auch nicht für nötig, ein weiteres Wort darüber zu verlieren. Allerdings wäre mir das lieber gewesen.
Allmählich kam ich wieder zu mir und leistete mir sogar etwas Empörung über diesen seltsamen Typen mit der Kaschmirstimme. Ich holte meine Post zum zweiten Mal aus dem Briefkasten und warf dabei einen Blick auf den meines Nachbarn: Finn McGregor. Ein Schotte? Er hatte aber gar keinen Akzent. Sein Deutsch war so gut wie meins, und das sagte einiges, schließlich sollte man als Schauspielerin, die ich war – nun ja, Sprecherin eigentlich eher – perfektes Hochdeutsch beherrschen. Alles, aber auch alles an diesem Mann war merkwürdig. Ich hoffte, ich würde ihm nicht allzu häufig begegnen. Seinen Vormieter hatte ich praktisch nie zu Gesicht bekommen, obwohl wir Tür an Tür gewohnt hatten. Das hätte ich gerne so beibehalten.
Meine Hoffnungen wurden jedoch schon bald zunichtegemacht. Gleich am nächsten Tag, als ich zu einem frühen Termin aus dem Haus musste, kam er mir auf der Treppe entgegen, eine große Mappe unter dem Arm, mit schnellen Schritten und geistesabwesend auf die Stufen starrend. Wäre ich nicht ausgewichen, wobei ich mich fast an die Wand drücken musste, wir wären zusammengeknallt. Ich murmelte ein leises, verschrecktes „Hallo!“, doch er reagierte nicht. Er schien mich nicht einmal zu bemerken. Als ich weitergehen wollte, verstummten seine Schritte plötzlich und hinter mir ertönte ein freundliches, in Kaschmir gehülltes „Guten Morgen!“ Ich drehte mich um und sah, dass er sich mir zugewandt hatte, erneut dieses breite Grinsen mit geschlossenem Mund in seinem Gesicht. Ich nickte und lächelte verklemmt zurück. Das Grinsen wurde womöglich noch ein paar Millimeter breiter, dann wirbelte er herum und lief weiter nach oben. Diesmal war ich in der Lage, ein paar weitere Details zu erfassen: seine langen, schlaksigen Beine zum Beispiel. Und die besondere Art, wie er sich bewegte: lässig, elegant und gleichzeitig voller Energie.
Er sah gut aus. Hübsch, wenn man das von einem Mann sagen konnte. Seine Gesichtszüge waren weich und harmonisch, doch deswegen nicht weniger männlich. Er musste in meinem Alter sein, Mitte bis Ende zwanzig also. Hätte ich ihn unter anderen Umständen kennengelernt, hätte ich versucht, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Ich hätte ihn gefragt, was er so machte und wo er vorher gewohnt hatte. Wo sein Name herkam, lauter banale Smalltalk-Sachen eben, über die man als neue Nachbarn so redete, zumal wenn man etwa im gleichen Alter war und sich ganz sympathisch fand. Aber zwischen Finn und mir waren diese Gespräche vorerst ausgeschlossen. Dazu wusste ich schon zu viel von ihm.
Als plötzlich oben eine Wohnungstür geöffnet wurde, riss mich das aus meinen Gedanken und mir wurde bewusst, dass ich immer noch sinnlos auf der Treppe herumstand. In der Hoffnung, dass es nicht Finn mit seinen schnellen, langen Beinen war und er mich überholen würde, eilte ich schleunigst treppab.
Für den Rest des Tages versuchte ich mich auf andere Dinge zu konzentrieren als auf meinen neuen, sonderbaren Nachbarn. Die Arbeit im Studio war dabei an diesem Tag sehr hilfreich, obwohl es keine Herausforderung war. Ich hatte mich vom Aufnahmeleiter breitschlagen lassen, an einem Ensembletag teilzunehmen, dem Tag, an dem bei einer Produktion im Synchronstudio die kleinen Rollen und Mengen – das anonyme Hintergrundgebrabbel in einem Film – aufgenommen wurden. Normalerweise machten das vorwiegend Anfänger, wofür ich mich wirklich nicht mehr hielt, doch bei hochwertigen Filmen legten die Regisseure manchmal Wert darauf, auch kleinere Rollen mit erfahrenen Leuten zu besetzen. Nicht mit den Stars der Szene natürlich, aber solchen wie mir: Leuten, denen man nicht mehr viel erklären musste, die eine Szene schnell erfassten, den Text fehlerfrei, natürlich und lippensynchron rüberbringen konnten und damit dem ganzen Team nicht unnötig Zeit stahlen.
Zu meiner Überraschung traf ich an diesem Tag dennoch viele unbekannte und nervöse Gesichter im Aufenthaltsraum. Darunter mischten sich auch einige bekannte Kollegen, alte Hasen, die man immer an solchen Tagen traf. Schauspieler, die von Termin zu Termin hetzten, weil sie das Geld brauchten, und die nie richtig groß rausgekommen waren, weil es ihnen am gewissen Etwas fehlte oder schlicht an Begabung. Oder auch weil sie die falschen Leute kannten oder den falschen auf die Füße getreten waren. Sie schlugen sich an kleinen Theatern durch, mit winzigen Film- oder Fernsehrollen, mit Werbung, wenn sie Glück hatten, solchen Ensembletagen und kleinen Nebenrollen beim Synchron. Sie schienen mir oft als Spiegel meiner eigenen Zukunft. Auch ich verkehrte nicht mit den richtigen Leuten, war kein Mitglied des ‚Inner-Circle’ und im Vergleich zu anderen Vertretern meiner Zunft geradezu introvertiert. Nur meiner Stimme hatte ich es zu verdanken, dass ich trotzdem recht häufig gebucht wurde, manchmal sogar für etwas größere Rollen. Das lag an meiner leichten Naturheiserkeit, die ich immer schon gehabt hatte, so als hätte ich permanent eine Halsentzündung. Oder so als müsste ich mich immerzu räuspern. Das machte meine Stimme interessant. Außerdem ‚funktionierte‘ ich ganz gut, ich hatte Rhythmusgefühl und ließ mich nicht davon beirren, dass der Text, den ich sprechen musste, in den Mund einer anderen Person passen sollte.
Auf https://lesebonbons.wordpress.com/ (13.11.2015)

In all den Jahren ist eine Geschichte über die wahre, große Liebe. Und über die Zeit, die Elsa und Finn brauchen, um zu erkennen, dass sie sie schon längst gefunden haben.

Der Titel des Romans hält, was er verspricht. Jedes Kapitel erzählt von einem Jahr. Es beginnt 1990 und endet 2010. Die Geschichte spielt also in einem Zeitraum von 20 Jahren. Zwischendurch kommen immer wieder Ereignisse vor, die tatsächlich in dieser Zeit geschehen sind, z.B. die Anschläge auf das World Trade Center oder die Fußball-WM in Deutschland.

Die Protagonisten sind unheimlich liebenswert. Elsa, die schüchterne Schauspielerin mit großem Talent, die es immer allen recht machen möchte und ständig rot wird. Und Finn, der chaotische Künstler, der sofort sagt, was er denkt und dem nichts peinlich ist. Beide entwickeln sich im Lauf der Geschichte weiter, werden älter und reifer, bleiben aber doch immer sie selbst.

Eigentlich ist von Anfang an klar, dass Elsa und Finn füreinander geschaffen sind. Doch beide tun sich in Liebesdingen einfach schwer. Elsa ist einfach nie richtig verliebt. Und Finn erwischt immer die Falschen und kann einfach nicht Schluss machen. Immer wieder stürzen sich beide in neue Beziehungen und Liebeleien. Immer wieder sind beide eifersüchtig auf die Partner des anderen. Immer wieder fragt sich der Leser – und auch die Freunde der Protagonisten sind ratlos-, wann geben sie endlich zu, dass sie nur zusammen glücklich sein können. Und ich kann verraten, dass erst einiges passieren muss, bevor es so weit ist – obwohl es dann schon fast zu spät sein könnte. Viele große Streitereien, viele Gefühlsausbrüche, viele Dramen und viele glückliche Momente. Es ist alles dabei.

Als Leser stellt man sich immer wieder die Frage, was die große Liebe ausmacht. Eine tiefe Freundschaft gehört wohl so sehr dazu wie das Kribbeln im Bauch. Vielleicht ist sie sogar wichtiger. Für eine funktionierende Beziehung, die alles übersteht und niemals endet, muss man sich vertrauen. Man muss sich wohl miteinander fühlen, sich auf den anderen einlassen und für ihn da sein. Manchmal muss man auch den Mut haben, ehrlich zu sein, auch wenn es unangenehm ist. Man muss zuhören können, die kleinen Zeichen erkennen und auch ab und zu für den anderen zurückstecken. Es ist ein Geben und Nehmen. Und auch wenn schwierige Momente dazu gehören, sollte das Glück an erster Stelle stehen. Man lebt schließlich nur einmal.

Der Roman ist wunderbar zu lesen und ist mal wieder nicht nur eine einfache Liebesgeschichte. Es steckt so viel mehr dahinter. Es wird nichts weichgespült, nichts verschönt oder verkitscht. Die Geschichte von Elsa und Finn könnte aus dem wahren Leben stammen. Ich bin absolut begeistert!



Online: https://lesebonbons.wordpress.com/2015/11/13/rezension-barbara-leciejewski-in-all-den-jahren/

Auf http://www.asphaltspuren.de (23.10.2016)

Der Nachbar hat sich ausgesperrt und fragt, ob er bei Ihnen telefonieren darf. Nichts Ungewöhnliches. Nur, dass der Nachbar nackt und es ihm nicht einmal peinlich ist.

Ein wenig holprig, aber umso inniger werden Elsa und Finn beste Freunde, die ihr Leben miteinander teilen: Sorgen, Nöte, Erfolge, Liebestaumel und Liebeskummer, auch schon mal das Bett, aber natürlich rein platonisch.
Diese herzliche Geschichte ist eingebettet in viele andere wunderschöne Geschichten aus dem Umfeld von Finn und Elsa, und man glaubt sehr bald, dass man nicht der Leser ist, der die Geschichten liest, sondern irgendwo mittendrin dabei ist, so nah, so lebendig, so anrührend, so aufregend wird das Leben dieser beiden Menschen über einen Zeitraum von 20 Jahren beschrieben. Und dabei geht es um ganz normale Leben von ganz normalen Menschen, Nachbarn, Freunden, Kollegen. Wenn ich hier jetzt von David, Maria, Hannah und Edda und ihren Beziehungen zu Finn und Elsa berichten würde, liefen Sie sicherlich Gefahr, das Buch nicht zu lesen. Alles so normal, solche Nachbarn und Freunde haben wir alle und wir können darüber eine Menge erzählen. Aber das hier ist anders. Die Geschichte ist immer wieder überraschend, nie langweilig, immer wieder spannend und fröhlich, leicht, aber auch traurig, nachdenklich, besinnlich, aber meistens eben lustig.
„In all den Jahren“ ist eines dieser Bücher, die mich gleichzeitig richtig glücklich und sehr, sehr wütend machen. Ich will es unbedingt schnell lesen, weil ich unbedingt jetzt sofort wissen muss, wie es weitergeht, und dann bin ich stinksauer, wenn ich anhand der verbleibenden Seiten erkennen muss: Das Ende ist nah! Niemand ahnt, wie schrecklich schwer mir die Entscheidung gefallen ist, ob ich es in einem Rutsch lesen (dann ist der Spaß vorbei) oder ob ich mir das Vergnügen rationieren soll. Die Gier hat über die Disziplin gesiegt und das war gut so! Ein ausgezeichnetes Lesevergnügen!!



Online: http://www.asphaltspuren.de/30-aktuelles/374-in-all-den-jahren


Über den Autor

Leciejewski, Barbara

Leciejewski, Barbara

Barbara Leciejewski wurde 1965 in einem kleinen Ort in Rheinland-Pfalz geboren und zog nach glücklich beendeter Schullaufbahn nach München. Hier studierte sie Literaturwissenschaft, Linguistik und Theaterwissenschaft, arbeitete in diversen Theaterjobs und wurde schließlich Cutterin... mehr über den Autor

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