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Haderlump
Eine Bayernkomödie

Haderlump

Autor: Reichelt, A. A.

lieferbar


Produktart: Buch

Seiten: 188

Sprache: deutsch

Auflage: 1

Verlag: acabus Verlag

ISBN: 9783862825097

Einband: Paperback

zum eBook

EUR 13,00

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
  • Rezension
Zurück zur Natur – das ist sein Vorsatz. Vor allem jetzt, wo das niederbayerische Pfarrkirchen von einer Einbruchserie heimgesucht wird, erscheint die Anschaffung eines Hundes als das geeignete Mittel. Doch anstatt für Sicherheit zu sorgen, bringt Boxerhündin Inara das Leben der ganzen Familie erst einmal gehörig durcheinander. Mit dem ‚Haderlump‘, wie sie schon bald genannt wird, ist Chaos vorprogrammiert. 
Doch auch die Einbrecher ruhen nicht. Und plötzlich sieht es so aus, als ob Haderlumps Herrchen ohne Gegenwehr durch eine Kugel sterben müsste – und das gehört nun wirklich nicht zu seinem Plan. Sprachlos, bewegungslos und hoffnungslos sitzt er da und sieht dem Tod ins Auge.


A.A. Reichelt wurde bei den Planet Awards als Autor des Jahres 2016 ausgezeichnet.

Leseprobe aus Kapitel 1 von „Haderlump“  (zur PDF-Leseprobe)


Heute jedenfalls waren es nicht Vögel, die die letzte Traumphase der Nacht beendeten. Es waren nicht einmal Geräusche irgendeiner Art. Nein, an diesem Tag waren es optische Sensationen.
Die Einfahrt der Nachbarn lag exakt vor seinem Schlafzimmerfenster. Wieder einmal hatte er im Nachgang des Fernsehsofa-Schlafes vergessen, die Jalousien zu schließen. Als er deshalb von Lichtblitzen geweckt wurde, die jede Diskothek in den buchstäblichen Schatten gestellt hätten, wusste er zunächst nicht, was eigentlich los war.  Nach ungefähr einer Minute wurde ihm klar, wo er tatsächlich war. Im Schlafzimmer. Er hatte gerade vom Camping geträumt, weshalb es etwas gedauert hatte, bis er zu dieser Erkenntnis gelangte. Seine Frau schlief noch. Kissen über dem Gesicht. Die Glückliche.
So weit, so gut. Aber warum blinkten die Wand und das Kopfteil blau? Ein Traum? Nein, dafür brummte der Schädel zu sehr. Langsam driftete er wieder in den Schlaf.
Rumms!
Irgendjemand hatte direkt neben seinem Bett, nein, eher in seinem Bett eine Lieferwagentür zugeworfen.
Jetzt war er endgültig wach.
Sein Wecker zeigte 1:07 Uhr morgens an. Mitten in der Nacht.
Als er sich erhob und aus dem Fenster blickte, wurde ihm die Tragweite der Wahrnehmungen bewusst. In der Einfahrt der Nachbarn standen drei Polizeifahrzeuge.
Wobei sich ihm nicht erschließen wollte, warum sie in sicherer Parkposition ihr Blaulicht eingeschaltet hatten. Beamte!
Als er seine volle Sehfähigkeit erlangt hatte, bemerkte er sämtliche Anwohner der Siedlung vor seinem Fenster. Langsam wanderten seine Augen von links nach rechts. Dort angekommen hätte ihn beinahe der Schlag getroffen. Einen halben Meter vor dem Schlafzimmerfenster stand der nervige Nachbar von Hausnummer 5 c und schaute ihm mitten ins Gesicht.
„Ahh“, entfuhr es ihm.
Jetzt wurde auch seine Frau wach.
„Bleib unter der Decke! Der dammische Obermeier schaut bei uns zum Fenster rein!“ Erst nach diesem Satz wurden ihm drei schreckliche Fakten bewusst. Erstens: Er stand in der Unterhose da. Zweitens: Der dammische Obermeier hatte dies auch gerade bemerkt. Drittens: Das Fenster war gekippt. Der dammische Obermeier wusste nun um seinen hausinternen Rufnamen. Also waren es im Grunde zwei schreckliche Fakten und eine längst verspätete Klärung der Fronten.
„Pscht, spinnst du, das Fenster ist offen“, zischte seine Frau.
Es gab jetzt nur noch den Weg in die Offensive.
„Mir wurscht.“
Nun an den ungeliebten Nachbarn gerichtet: „Schau bei wem anderen zum Fenster eini. Geht's noch, oder was?!“
Nun erst fühlte sich der Nachbar ertappt und drehte sich sofort um.
Ein Lob von seiner Frau erwartend, wandte er sich dieser zu, ein triumphales Lächeln auf den Lippen.
„Hast du einen Vogel? Mach die Jalousien zu!“, wurde sein Triumph in ein Gefühl der dunklen Vorahnung auf einen drohenden Diskussionsbedarf verwandelt.
Nachdem er leichte Kleidung übergestreift hatte, war der nächste Schritt der nächtlichen Aktion schnell festgelegt. Er musste herausfinden, warum die Polizei bei dem Ehepaar Grube in der Einfahrt stand. Idealerweise, ohne dabei auf den Obermeier zu treffen. Solch ein nächtliches Kommando war eigentlich ganz und gar nicht sein Geschmack. Selbst den Weg zur Toilette wog er meistens lange ab. Erst wenn kein Ignorieren mehr möglich war, trat er die drei Meter Richtung Blasenentleerung an. Aber ins Freie gehen? Das war eine ganz andere Geschichte. Irrsinn geradezu. Nachts auch noch. Also im Finstern. Ein Glück, dass die Polizei schon da war!
Als er durch die Haustür in den Garten trat, blickte er sich erst einmal sorgfältig um. Er hatte Angst im Dunkeln. Er würde es nie zugeben, aber hinter jedem Schatten, jedem Strauch, ja sogar hinter jeder Mücke wähnte er den drohenden Tod. Ohne den Blick nun von der Scheinzypresse mitten im Garten zu lassen (wer weiß, was sich dahinter verbarg), machte er sich auf den Weg um das Haus herum.
Als er gerade um die Hausecke biegen wollte, packte ihn jemand am Fuß. Panisch versuchte er, sich loszureißen. Er verhedderte sich nun auch mit dem zweiten Bein und stürzte ungebremst auf die Terrasse. Bereit, sich gegen jeden Feind zu verteidigen. Doch es kamen keine weiteren Angriffe. Als er sich aufgerappelt hatte, aktivierte der Bewegungsmelder die Hofbeleuchtung. Wenigstens konnte er sich nun von dem Springseil befreien, mit dem seine Töchter tagsüber den Tretbulldog mit dem dazugehörigen Anhänger verbunden hatten. Er hatte schon zur Vorsicht gemahnt. Dass er selbst aber das Opfer dieses gefährlichen Unterfangens werden würde, hätte er nicht gedacht.
Leicht humpelnd bewegte er sich weiter um das Haus herum Richtung Blaulichtgewitter.
Auf ihn wirkte es wie eine amerikanische Kriminalsendung. Polizeifahrzeuge. Uniformierte. Schaulustige. Und er selbst als hinkender Nachbar, der durch die Nacht stolpert.
Zunächst fühlte er sich dadurch etwas verstört.
Als er aber die Grubes – sie heulend, er tröstend – auf einer Bank vor dem Haus sitzen sah, verschaffte sich ein Gefühl von Mitleid die Oberhand.
Und Neugier.
Aber hauptsächlich Mitleid.
Beinahe hätte er versehentlich den Obermeier gefragt, was denn los sei, aber dieser sollte ihn nach dem buchstäblichen Ereignis nicht auch noch im übertragenen Sinn mit heruntergelassenen Hosen erwischen.
Also wandte er sich an eine beistehende Nachbarin.
„Resi, was ist denn los?“
„Bei den Grubes habens eingebrochen. Wie der Alfons bieseln gehen wollte, hat er zwei dawischt, wies alles durchsucht haben. Gott sei Dank sans gleich davon“, erzählte sie übereifrig mit etwas zittriger Stimme.
„Öha!“, war die einzige Antwort, die ihm einfiel.
„Hab ich eigentlich die Haustür zugesperrt?“, musste er unweigerlich denken.
„Polizei ist ja da. I geh dann wieder. Servus!“
Er war kein typischer Schaulustiger. Nein, er wollte gar nichts Schlimmes sehen. Nicht dass er noch davon träumte. Nachts war sein Gehirn so schon viel zu kreativ.
Vorbei am dammischen Obermeier humpelte er wieder Richtung eigener Haustür.
Dort stand schon sein Schatz und wartete auf ihn. Nachdem sie informiert war, wurde klar, dass an Schlaf heute nicht mehr zu denken war.
Ein Einbruch in Pfarrkirchen.
Wohl keine Seltenheit.
Aber wenn die Einschläge näher kamen, war man nie wirklich darauf vorbereitet.
Es traf nun eben doch nicht immer nur die anderen.
„Auch die Fortsetzung von ‚Saisonabsch(l)uss‘ steht für kurzweilige und amüsante Unterhaltung. Bei seinem skurrilen Kampf gegen das organisierte Verbrechen tritt das ‚Weichei‘ in so manchen Fettnapf und bringt sich in brenzlige Situationen, die den Leser mitfiebern, aber auch herzhaft lachen lassen“ – Passauer Neue Presse

„Haderlump“ von A. A. Reichelt ist eine Krimikomödie. Ich habe selten bei einem Buch so sehr gelacht. Dem Autor gelingt es den Humor perfekt in der Geschichte unterzubringen. Der Handlungsort ist eine kleine Stadt in Niederbayern, was mir als Bayer natürlich sehr gefallen hat. Ich liebe den bayrischen Dialekt, welcher gut eingebracht wurde. Die Charaktere sind toll gewählt und kommen authentisch beim Leser an. Natürlich darf in einer Krimikomödie die Spannung nicht fehlen. Auch hier gelingt es A. A. Reichelt von Anfang an die Spannung zu halten, sie sogar zu steigern. Ein wirklich tolles Buch, das man kaum aus der Hand legen mag. Fazit: Ein Krimi für die Lachmuskeln! Hier gebe ich gerne meine Kaufempfehlung! – www.mordsbuch.net


Über den Autor

Reichelt, A. A.

Reichelt, A. A.

Andreas Artur Reichelt, Jahrgang 1977, lebt im ländlichen Niederbayern. Neben seiner Tätigkeit als Therapeut leitet er regelmäßig Seminare, vor allem zum Thema deutsche Epik und Literatur. Im Jahr 2015 trat er erstmals mit seiner Schreibe an die Öffentlichkeit. Es... mehr über den Autor

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