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Kleine Scheißhausgeschichten
68 kurzweilige Geschichten zum Schmunzeln

Kleine Scheißhausgeschichten

Autor: Walther, Markus

Lieferbar in 48 Stunden


Produktart: Buch

Seiten: 156

Größe: 20x14

Sprache: Deutsch

Auflage: 1 Erstauflage

Verlag: ACABUS Verlag

ISBN: 9783941404649

Einband: Paperback

zum eBook

EUR 11,90

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
Gehören Sie zu den Leuten, die kaum Zeit zum Lesen finden? Prima, dieses Buch ist wie gemacht für Sie! Lesen Sie es da, wo sich ein jeder die Zeit nehmen muss, etwas still zu sitzen. Sie wissen schon: Da, wo selbst der König zu Fuß hingeht. Doch nicht nur von Königen handeln Markus Walthers Kleine Scheißhausgeschichten . Die Figuren der einzelnen Kurzgeschichten könnten unterschiedlicher nicht sein: Da tummelt sich die Zahnfee neben einer sprechenden Raupe und Gevatter Tod spielt Schach. Doch etwas verbindet sie: Ihre Reise währt meistens nur wenige Seiten lang. Microfiction, zu Deutsch Kürzestgeschichten, nennt der Literaturbetrieb diese noch recht junge Gattung. Doch auch in einer Microgeschichte kann eine philosophische Weisheit, ein ganzes Lebensgefühl oder ein völlig neuer Kosmos stecken – das beweist dieser Sammelband. Statt der Nadel im Heuhaufen sucht der Leser hier den Heuhaufen auf der Nadel: Markus Walther liebt die Verkehrung von Klischees und provoziert, indem er den menschlichen Alltag in ein neues Licht schreibt. Oft bewegen sich die Geschichten dabei auf der Grenze zwischen Humor und Tragik, Fantasie und Realität. Da wird dem Leser beim Schmökern garantiert nicht langweilig. Wer gerne gewitzt pointierte Anekdoten liest, wird die Scheißhausgeschichten lieben.
Der Astronaut Logbucheintrag 01, 18-02-2109, 12-04h, Major Tom Oakenfold, Phoenix: Ich bin soeben mit dem Schiff verbunden worden. Der Stecker in meinem Rückenmark fühlt sich etwas unangenehm an. Die Haut rund um den Connector juckt ein wenig, vermutlich, weil die Operation erst vor zwei Wochen war. Der Juckreiz wird wohl mit Ende des Heilungsprozesses abklingen. Die Verbindung zum Bordcomputer funktioniert jedoch vorbildlich. Ich bin online mit allen Systemen und habe den Start initiiert. Die Sequenz läuft planmäßig. Den nächsten Eintrag werde ich wohl in der Umlaufbahn schreiben. Logbucheintrag 02, 18-02-2109, 15-23h, Major Tom Oakenfold, Phoenix: Die Phoenix hat ihre Umlaufbahn erreicht. Der Kontakt mit Houston ist gut. Alle Systeme arbeiten nach Plan. Der Connector schmerzt ein wenig. Die starken Erschütterungen während des Starts haben das empfindliche Fleisch um den Stecker herum sehr beansprucht. Dennoch beginne ich mit den Reisevorbereitungen. Meine Empfindungen schließen, wie geplant, die Computersteuerung des Raumschiffs mit ein. Ich kann es steuern, als wäre das Metall eine Verlängerung meiner Gliedmaßen. Die Bordsensoren, inklusive der Kameras, kann ich in meinem Bewusstsein einblenden. Ich fühle, wie sich mein Gehirn den neuen Forderungen anpasst. Es ist eine Wahnsinnssache, wenn man neben den eigenen Wahrnehmungen noch zusätzliche Infos bekommt! Die intravenöse Ernährung lässt leider ein unangenehmes Hungergefühl zurück und meine Beine sind eingeschlafen. Houston sagt, das sei kein Problem. Logbucheintrag 03, 19-02-2109, 00-00h, Major Tom Oakenfold, Phoenix: Ich kann nicht schlafen. Einerseits bin ich noch immer überwältigt von den Datenströmen, die das Schiff auf mich überträgt. Andererseits juckt der Stecker im Rücken wieder und ich kann mich verdammt noch mal nicht kratzen. Ich komme einfach nicht dran. Bei den Testläufen auf der Erde durfte ich zwischendurch wenigstens aufstehen. In der Mission aber ist das nicht vorgesehen. Schließlich soll ich mit der Phoenix verwachsen. Houston hat gut reden. Zur Ablenkung habe ich mir Mozart aufgelegt. Ich höre die Musik nicht mit meinen Ohren. Der Computer spielt die Mediafiles direkt in mein Hirn. Toller Sound! Logbucheintrag 04, 20-02-2109, 17-31h, Major Tom Oakenfold, Phoenix: Ich habe um 17 Uhr planmäßig die Umlaufbahn verlassen. Nach einigen kleineren Kurskorrekturen fliege ich nun Richtung Roter Planet. Mars ich komme (wenn mich das Jucken nicht vorher um den Verstand bringt). Logbucheintrag 05, 27-02-2109, 03-09h, Major Tom Oakenfold, Phoenix: Hätte nicht gedacht, dass ich so schnell mit der Phoenix verschmelze! Alle Bordfunktionen werden unmittelbar durch meinen Geist gelenkt. Ich spüre meinen eigenen Körper kaum noch. Vielmehr erkenne ich alles durch die elektronischen Augen des Schiffes. Aber nicht nur das! Temperatur, Geschwindigkeit, Magnetströme, Sonnenwind und das alles … ich fühle es fast körperlich. Mir fällt dazu nur ein Wort ein: berauschend. Houston ist ebenso begeistert wie ich. Das Jucken hat bislang leider nicht aufgehört. Logbucheintrag 06, 28-02-2109, 23-11h, Major Tom Oakenfold, Phoenix: Das Schiff sagt, dass es mir nicht gut geht. Ich habe wohl Fieber. Verdammter Stecker! Werde auf Anraten Houstons jetzt ein wenig dösen und hoffen, dass die Medikamente gleich wirken. Ich habe einige Gehirnmuster in den Computer überspielt. So eine Art geistiges Abbild. Auf diese Weise bleibt die Phoenix während der Genesungsphase unter meinem Kommando. Logbucheintrag 07, 07-03-2109, 01-36h, Major Tom Oakenfold, Phoenix: Ich habe wohl etwas zu lange geschlafen. Die Maschine scheint mich ruhiggestellt zu haben. Nun, jetzt geht es mir besser. Ich habe keine Schmerzen mehr. Auch der Stecker ist kein Problem mehr. Ich fühle mich richtig losgelöst. Houston scheint Probleme zu haben und meldet sich nicht. Logbucheintrag 08, 08-03-2109, 12-00h, Major Oakenfold, Phoenix: Mir ist gerade aufgefallen, dass ich nicht mehr durch meine eigenen Augen sehe. Ich nehme nur durch die Bordsensorik wahr. Seltsam. Houston antwortet noch immer nicht und außerdem spüre ich, dass ich einiges vergessen habe. Nur was? Logbucheintrag 09, 20-03-2109, 12-00h, Major Phoenix: System läuft einwandfrei. Betrachte mich durch eine Kamera. Mein Körper ist ziemlich eingefallen und grauhäutig. Mein Mund steht offen und ich kann mich nicht bewegen. Logbucheintrag 502347, 27-03-2142, 12-00h, Phoenix: Der Rand des Sonnensystems wurde erreicht. Mars liegt lange hinter mir. Triebwerke kurz gezündet. Alpha Zentauri als Ziel gesetzt. Kurz zuvor die Luke zur Bestattung geöffnet. Das Vakuum hat den Kadaver ins All gerissen.

Über den Autor

Walther, Markus

Walther, Markus

Markus Walther, geboren 1972 in Köln, lebt seit 2006 mit seiner Frau und zwei Töchtern in Rösrath. Als ausgebildeter Werbetechniker begeisterte er sich bald für die Schriftgestaltung und machte sich 1998 als Kalligraph selbstständig. Der Schwerpunkt seiner... mehr über den Autor

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