. .
BUCHstäblich NEU
Sie sind hier:

Ostrakon. Die Scherbenhüterin

Ostrakon. Die Scherbenhüterin

Autor: Abresch, Michaela

Lieferbar in 48 Stunden


Produktart: Buch

Seiten: 404

Abbildungen: 1

Sprache: deutsch

Auflage: 1 Originalausgabe

Verlag: ACABUS Verlag

ISBN: 9783862822294

Einband: Paperback

zum eBook

EUR 15,90

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
  • Rezension
Ein farbenprächtiger Roman vor der Kulisse des alten Palästina!

Erez Ysrael, 55-73 n. Chr. Seit einhundert Jahren ist das Land Teil des römischen Imperiums. Doch die fremden Machthaber missachten die jüdischen Bräuche und erheben Steuern, die das Volk kaum aufbringen kann. In den Herzen der Aufständischen von Erez Ysrael lodert die Sehnsucht nach Freiheit und Gerechtigkeit.
Inmitten dieser von blutigen Unruhen geprägten Zeit lebt die junge Halbjüdin Daya, deren Mutter bei einem Brand ums Leben kam. Nur ihre Aufzeichnungen über ihre Zeit als enge Vertraute Jeschuas aus Nazeret blieben unversehrt, doch wurden sie heimlich versteckt. Daya – damals noch ein kleines Kind – verliert ihre Sprache und einen Großteil ihrer Erinnerungen. Um die wenigen, wiederkehrenden Bruchstücke nicht zu vergessen, notiert sie diese auf Tonscherben.
Auf der Suche nach ihrer Vergangenheit, begegnet Daya dem Freiheitskämpfer Mattaji, der für seine Vision von einem unabhängigen Volk bis zum Äußersten geht. Daya steht vor einer weitreichenden Entscheidung: Soll sie ihren Gefühlen für den faszinierenden jungen Mann nachgeben, oder weiter nach den Papyrusschriften ihrer Mutter suchen?
Während sie Unterschlupf bei den Anhängern des getöteten Nazareners sucht, rüstet Mattaji mit den Rebellen zum finalen Kampf gegen die Römer auf der Wüstenfestung Mezada …

Nach ihrem erfolgreichen Debüt "Das Mirakelbuch. Historische Erzählungen aus dem Westerwald" folgt nun der erste Roman der bekannten Westerwälder Autorin Michaela Abresch.
Leseprobe aus Teil 2, Erez Ysrael, 60-68 n. Chr., Kapitel 2

Am Morgen darauf bat Jochanan Daya, ihn auf einem Spaziergang zu begleiten. Verunsichert erhob sie sich von ihrem Platz an der Getreidemühle. Um diese Zeit gehörte sie an den Mahlstein, wusste er das nicht? Erst als Tante Ester ihr aufmunternd zunickte, lief sie ihren Kopfschleier holen. Warum wollte er sie bei sich haben? Befangen und mit gesenktem Kopf schritt sie neben ihrem Onkel her, der den direkten Weg zum Hafen einschlug. „Gibt es einen Platz in der Stadt, den du besonders magst?“, fragte er. Augenblicklich wies sie mit ausgestrecktem Arm hinunter zum See, der silbrig glänzend vor ihnen lag. Seevögel kreisten am wolkenlosen Himmel und stießen die vertrauten, kreischenden Laute aus. „Ah, der gute alte Kinneret“, sagte Jochanan mit einem zustimmenden Kopfnicken. „Was wäre der Galil ohne ihn? Ein ödes, graues Land ohne die Fülle an Farben, den Reichtum an Früchten und Leben. Ohne ihn wären wir längst verhungert, wie mir scheint. Wollen wir ihm einen Besuch abstatten? Zu lange habe ich ihn nicht aus der Nähe gesehen.“ Daya zögerte. Noch nie hatte sie jemanden an ihren Lieblingsplatz ans Seeufer mitgenommen. Aber es fühlte sich richtig an, nichts in ihr sträubte sich dagegen. Die Leute, denen sie unterwegs begegneten, hielten sie auf, weil sie Jochanan begrüßten und Gespräche mit ihm anfingen, ihn Dinge fragten, deren Sinn Daya nicht verstand und sie wunderte sich über die gleichbleibende Freundlichkeit, mit der er auf ihr Drängen antwortete. Sie hörte, wie er die Leute zu einer Zusammenkunft ins Haus seiner Schwester einlud, noch am gleichen Abend, sobald die Sonne untergegangen sei. Daya wusste um die regelmäßig abgehaltenen Zusammenkünfte, denen auch Caleb und ihre Tanten bisweilen beiwohnten, und über die man im Haus nicht viel sprach. Nie hatte sich jemand die Mühe gemacht, ihr Genaueres über deren Zweck zu erzählen oder sie gar gebeten, einmal mitzukommen.
Während sie dem Weg zum Ufer folgten, warf sie ihrem Onkel einen raschen Seitenblick zu. Offensichtlich bestand eine enge Verbindung zwischen ihm und den rätselhaften Zusammenkünften. Was für ein Mensch sich auch immer hinter seinem ausgezehrten Äußeren verbergen mochte, Daya fühlte sich auf eine Weise zu ihm hingezogen, die sie sich nicht erklären konnte.
Sie durchquerten das schattige Laubwäldchen, hinter dem sich jener Teilabschnitt des Ufers anschloss, den Daya am liebsten mochte. Die flache, nur wenige Schritte vom Ufer entfernte felsige Erhebung, die bisher ihr allein gehört hatte, bot genügend Platz für sie beide. Sie setzten sich, schwiegen, lauschten dem Wind, der über den See und mit einem sanften Raunen durch die Halme der Schilfrohre strich. Leise schwappte das Wasser ans steinige Ufer, überschwemmte die glatten Kiesel und brachte sie zum Glänzen. „Ein wunderschöner Ort.“ Dayas Herz hüpfte vor Freude, weil ihr Onkel ebenso empfand. „Ein Ort, an dem keine Worte nötig sind“, fuhr er fort, „deshalb magst du ihn, nicht wahr?“ Er suchte ihren Blick. Ein Nicken bestätigte seine Worte. „Und er mag dich ebenso.“ Sie lächelte. „Ein Ort, an dem für gewöhnlich nicht gesprochen wird.“ Er wandte sein Gesicht dem See zu. „Und doch kann es keinen besseren Platz geben, um von Menschen und Ereignissen zu sprechen, die es wert sind, sich ihrer zu erinnern.“ Daya verstand nicht, worauf er hinaus wollte. Er schwieg, und schien in Gedanken weit fort zu sein.
„Ich will dir etwas über deine Mutter erzählen, Daya.“ Seine Worte ließen sie unmerklich zusammenfahren. „Nur wenn du magst“, fügte er lächelnd hinzu, den Kopf zur Seite geneigt. Etwas Junggebliebenes haftete ihm an, trotz seines Alters und des struppigen, graubraunen Bartes. Sie mochte ihn, weil sie spürte, dass er es gut mit ihr meinte. Die Angst flog davon. „Vielleicht haben dir andere Menschen Dinge über sie erzählt, meine Schwester Merab möglicherweise. Oder auch Ester. Vielleicht auch die Frau, mit der du hierher kamst. Jeder von ihnen kannte deine Mutter auf eine andere Weise. Ich will dir davon erzählen, wie ich es tat.“ Wieder schwieg er einen Augenblick und es war, als sammle er seine Gedanken, um sie in der richtigen Reihenfolge zu ordnen oder um nichts Bedeutungsvolles zu vergessen. Als er zu erzählen begann, lag in seiner Stimme eine Festigkeit, die Daya die innere Wahrheit begreiflich machte, die aus seinem Herzen aufstieg und nun über seine Lippen kam.
„Ich liebte Yesha. Ich liebte sie, seit wir Kinder waren, obwohl ich wusste, dass das jüdische Gesetz es mir niemals erlauben würde, eine Heidin zur Frau zu nehmen. Als wir älter wurden, machten wir die Bekanntschaft eines Mannes, der unser beider Leben veränderte. Er war ein jüdischer Rabbi und stammte aus Nazeret. Eines Tages kam er in unser Dorf und durchbrach damit die Ordnung unseres Lebens, das bis dahin aus Fischfang und dem Ausbessern von Booten und Netzen bestand. Einige Männer, auch mein Bruder Jaquob und ich, freundeten uns mit ihm an, obwohl wir von dem, was er sagte, anfangs nicht einmal die Hälfte verstanden. Heute glaube ich, wir begriffen nur, was wir begreifen wollten. Wir brannten in jener Zeit, so wie das ganze Volk, auf den verheißenen Retter, einen starken und mächtigen Krieger, dessen göttliche Armee die römischen Besatzer mit einem einzigen Schwertstreich besiegen würde. Und in den Worten dieses Nazareners spiegelten sich all unsere Hoffnungen. Er begeisterte uns mit seinen Visionen vom neuen Königreich, von ewig währendem Frieden und der unendlichen Macht seines Vaters. Wir zweifelten keinen Augenblick daran, dass er das Volk aus der Fremdherrschaft befreien würde. Erst nachdem sie ihn wie einen Verbrecher ans Holz genagelt hatten, begannen wir, einen anderen Sinn in allem zu sehen. Wir erinnerten uns nicht daran, dass er je über Krieg, Waffen, Mord oder Schlachten gesprochen hatte. Im Gegenteil. All das hat er zeitlebens verabscheut.“
Jochanan brach ab. 'Du wolltest über Mutter sprechen', saß es in Dayas Kehle. Sie verstand nicht, warum ihr Onkel so viel über diesen Rabbi aus Nazeret erzählte, dem sie nie begegnet war. Er bemerkte ihre Verunsicherung, nickte, als habe er die unausgesprochene Bitte gehört und fuhr fort: „Yesha hat ihn von Anfang an verstanden, besser als wir alle zusammen. Sie waren sich sehr nah, Jeschua und sie.“ Daya horchte auf. Jeschua! Der einzige Name aus der verlorenen Zeit, zu dem sich trotz allergrößter Bemühungen weder ein Gesicht noch sonstige Erinnerungen formen wollten. Jeschua … der vielleicht ihr Vater war. Meinte Onkel Jochanan denselben Jeschua? Dayas Herz begann vor Aufregung zu stolpern. 'Erzähl weiter!'

Auf http://www.lovelybooks.de von AddictedToBooks (16.10.2013)


In "Ostrakon. Die Scherbenhüterin" erzählt Michaela Abresch von Daya, einer Halbjüdin, die 55-73 n Chr. in Erez Ysrael wohnte. Daya wuchs mit ihrer Mutter Yesha und ihrer Adah in einem kleinen Haus ohne Vater, jedoch glücklich auf. Ihre Mutter war eine Anhängerin von Jeschua, einem Propheten, und lehrte nach seinem Tag sein Wort an gottesgläubige Menschen. Sie konnte lesen und schreiben, was zu dieser Zeit nicht normal war, und was einige Männer als störend und unerlaubt sahen. Dies war auch der Grund, warum Yesha starb, als Daya noch ein kleines Kind war.

Nach dem Tod ihrer Mutter brachte Adah Daya in eine andere Stadt, von der sie wusste, dass die Ziehbrüder von Yesha dort lebten. Dort wuchs Daya als Waise auf. Sie konnte in jungen Jahren schon lesen und schreiben, wie ihre Mutter, und machte sich nach einigen Jahren auf die Suche nach ihrem Vater und um mehr über Jeschua zu erfahren. Mit sich trug sie einige Tonscherben, auf die sie Namen geschrieben hatte, die sie in ihrer Erinnerung mit ihrer Kindheit verbindet. Doch wer sind diese Personen?

So beginnt dieser wundervolle historische Roman. In den nächsten Kapiteln wird von Dayas Reise, ihren Bekanntschaften und Abenteuern erzählt, wie auch von Mattaji, einem Freiheitskämpfer, in den sich Daya unsterblich verliebt. Wird sich Daya entscheiden, ein gewöhnliches Leben als Salbenmacherin zu leben, oder wird sie sich auf den Weg machen, mit Mattaji ein glückliches Leben zu führen?

Dieser Roman hat mich tief berührt. Er ist so flüssig geschrieben, dass ich mich richtig gut hineinversetzen konnte und mich in die Zeit kurz n. Chr. hineindenken konnte. Die Geschichte von Daya ist interessant und gibt dem Leser auch viele wahrheitsgetreue Informationen über die Zeit, in der sie lebte. Viel Spannung und eine wunderbare bildhafte Sprache brachten mich dazu, das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen zu wollen.

Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der gerne historische Romane liest. Ich habe in den letzten Jahren schon sehr viele Romane dieser Art gelesen, doch keiner hat mich so überzeugt wie die Geschichte der Scherbenhüterin Daya.
Deshalb bekommt das Buch von mir 5 Sterne und eine Empfehlung in meinem gesamten Bekanntenkreis. :)

Online: http://www.lovelybooks.de/autor/Michaela-Abresch/Ostrakon-Die-Scherbenh%C3%BCterin-1056408494-w/rezension/1060721540/



Über den Autor

Abresch, Michaela

Abresch, Michaela

Michaela Abresch, Jahrgang 1965, lebt mit ihrer Familie in einer Kleinstadt im Westerwald. Sie ist tätig in pflegerisch-beratender Funktion innerhalb einer Einrichtung für Menschen mit schweren Mehrfachbehinderungen. Verschiedenen Veröffentlichungen in Anthologien und ihrem 2012... mehr über den Autor

Bewerten und Kommentieren

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus.

 
Design by MKD Mediengestaltung