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-13- Dreizehn
Das Tagebuch. Band 1

-13- Dreizehn

Autor: Wilckens, Carl


lieferbar


Produktart: Buch

Seiten: 260

Sprache: deutsch

Auflage: 1 Originalausgabe

Verlag: acabus Verlag

ISBN: 9783862824731

Einband: Paperback

zum eBook

EUR 13,00

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
Godric End, Symbolfigur des Bürgerkriegs in Dustrien, ist in Gefangenschaft geraten. Für eine Zigarette pro Tag erzählt er den Insassen von Zellenblock 13 seine Geschichte:
Ich war elf, als ich zum ersten Mal tötete. Meine Jugend verbrachte ich im Rumpf der Swimming Island, fern vom Sonnenlicht. Erbarmungslose Piraten waren meine Familie. Hunger war mein einziger Freund. Worte wie Vertrauen oder Hoffnung bedeuten mir nichts. Das Leben eines Menschen ist für mich nicht mehr wert als das einer Ratte. Ich bin mehr Bestie denn Mann und ich giere nach einer Droge namens Perl.
Trotzdem nennt man mich einen Helden. Einen Freiheitskämpfer. Aber die Wahrheit über mich ist ein scheues und manchmal hässliches Tier.
Ihr glaubt, die Magie sei ein Mythos. Aber es gibt noch Alchemisten an den verborgenen Orten dieser Welt. Und ihr ahnt nicht, welche Gefahr hinter den Spiegeln lauert. Ihr habt vermutlich nicht einmal bemerkt, dass die Sterne am Himmel einfach verschwinden.
Ihr sollt meine Geschichte hören. Von meiner Zeit als Auftragsmörder und von meiner ersten Liebe. Vom Tagebuch, mit dem alles begann. Von der Suche nach meiner Schwester und dem Untergang der Welt.
Düster, abenteuerlich und unglaublich fesselnd.

Blackworth


Rauschen und Surren.
„Du … hast einem alten Mann im Schlaf die Kehle durchgeschnitten?“
Eine Mischung aus Wut, Ekel und Furcht beherrschte die Züge des Sängers.
End begegnete seinem Blick mit ruhiger Miene. „Ich habe nie behauptet, einer von den Guten zu sein.“
„Einer von den Guten“, wiederholte der Sänger. „Diese Tat war abscheulich. Das ist krank. Das ist …“
„Gang und Gäbe im Unterrumpf der Swimming Island gewesen“, beendete End den Satz. „Töten oder getötet werden. Ja, dieser Mann stellte keine Gefahr für mich dar. Ich übte an ihm. Übte, meine Skrupel zu überwinden.“
„Ich sagte ja, sein Herz ist kalt wie Eisen“, sagte der Junge mit einer Mischung aus Furcht und Ehrfurcht.
„Moment mal“, mischte sich jemand ein. „Von dem Versteck des Alten aus hättest du doch den Weg nach draußen zurückverfolgen können.“
„Das habe ich auch“, entgegnete End. „Es brauchte einige Zeit, bis ich den Mut fand, die Schächte zu verlassen. Ich musste jedoch feststellen, dass der Zugang zum Batteriedeck nun bewacht wurde.“
„Du hast also gelernt, zu überleben, indem du anderen das Leben nahmst“, konstatierte der Sänger. Mühsam unterdrückte Wut beherrschte seine Züge. „Wie viele hast du ermordet, End?“
End zuckte die Achseln und erwiderte den Blick des Sängers mit unverändert ungerührter Miene. „Machst du mir Vorwürfe? Wie ist dein Name?“
„Kenan. Kenan Rutter.“
„Wie rettet man sich aus einem Albtraum, aus dem man nicht erwachen kann, Mr. Rutter?“, fragte End beinahe höflich.
Rutter schwieg.
„Ich werde es dir verraten. Man wird schlimmer als der Alb, der einen verfolgt. Ich kann beim besten Willen nicht sagen, wie viele Menschen ich tötete, während ich im Unterrumpf der Swimming Island lebte. Es müssen unzählige gewesen sein …“
End
Wahnsinn, Scharfsinn und Skrupellosigkeit. 
Dies sind die drei Dinge, die einen Menschen gefährlich machen. Nicht seine Stärke oder seine Waffen. Ein Muskelpaket mit einem Revolver in jeder Hand ist harmlos, wenn er zögert, dumm oder berechenbar ist. 
Ich bin schon immer klug gewesen. Mein Gewissen hatte der Unterrumpf verschlungen. Und mein Verstand sollte bald folgen. Ich war nur ein Kind, aber ich entwickelte mich bald zum Schrecken des Unterrumpfes. Zum Tod aus den Schatten. 
Meinen zweiten Mord beging ich an Olli. Er starb nicht durch meine Hand, aber durch meine List. Als ich den Weg zum Batteriedeck zurückverfolgt hatte, war ich beinahe ein zweites Mal in jenen Stolperdraht gelaufen, der eine tödliche Klinge aus der Wand klappen ließ. Jemand hatte die Falle wieder scharf gestellt. 
Nun trug ich den Siegelring und betrat den Hauptgang, auf dem der Pelz lebte. Ich wusste, wenn ich leise war, würde ich das Biest nicht anlocken. Ich wusste außerdem, dass unweigerlich jemand auf mich aufmerksam würde, wenn ich mich hier aufhielt. Viele Süchtige lauerten hier, um die Leichen zu plündern, die der Pelz zurückließ. Wenn jemand den Ring an meiner Hand sähe, würde er versuchen, ihn zu stehlen. 
Dann wollte ich ihn in den Gang lotsen, in dem der Stolperdraht gespannt war. Es war Zufall, dass ausgerechnet Olli den Köder schluckte. Dieses Mal vergeudete er keine Zeit mit dem Versuch, mich zu sich zu locken. Wortlos sprang er auf den Gang und stürmte auf mich los. Für einen Moment war ich vor Schreck wie erstarrt. Olli lief schnell und doch leise. Er hatte den Pelz nicht vergessen, war geistesgegenwärtig, nicht zugedröhnt. 
Ich wandte mich um und folgte dem gekrümmten Verlauf des Hauptganges zurück, so schnell mich meine Beine trugen. Meine Schritte klangen beunruhigend laut auf dem metallenen Boden. Mein Herz hämmerte. Ich rechnete jeden Augenblick damit, die stampfenden Schritte des Bären zu hören. Wo war diese Abzweigung, die mich aus dem Hauptgang und direkt zum Stolperdraht führte? Dort! Ich bog nach links ab und rannte weiter, Olli mir dicht auf den Fersen. Nun, da keine Gefahr mehr durch den Pelz bestand, schickte der Perlsüchtige Flüche voraus. 
„Bleib stehen, du Missgeburt! Gib mir den Ring, dann wird dir nichts geschehen.“ 
Dass er log, war offensichtlich. Olli hatte nur aus einem Grund überlebt, nämlich weil er die wichtigste Regel dieses Ortes befolgte: Töten oder getötet werden. Ich passierte eine Kreuzung und sprang mit einem weiten Satz über den Stolperdraht hinweg. Und wenn er die Falle kennt?, schoss es mir durch den Kopf. Warum hatte ich nicht eher daran gedacht? Vielleicht war Olli ja derjenige, der sie scharf gestellt hatte. 
PENG! Ein ekelhaft matschiges Geräusch ertönte, als die Klinge Olli in zwei Hälften schnitt. Ich blieb stehen und wandte mich schweratmend um. Da lag er, den Leib knapp unterhalb der Brust durchtrennt. Bunte Schlangen wanden sich aus seiner unteren Hälfte, während er mich aus großen irislosen Augen anstarrte. 
„Du … du …“ 
Ich trat vor ihn und fing an, die Taschen von Hose und Mantel zu durchstöbern. Ich fand einige nützliche Dinge, aber das mit Abstand Wertvollste war eine fast volle Streichholzschachtel und ein kleines Aluminiumkästchen mit Zigaretten. 
„Du …“ 
Ich sah die Wut in Ollis sterbendem Blick, als ich seinen Besitz an mich nahm. Ein letztes Mal, bevor das Ich meiner Kindheit einer neuen, gnadenlosen Persönlichkeit wich, verließ ich meinen Körper und beobachtete mich selbst. Ich öffnete die Aluminiumschachtel und nahm eine der Zigaretten heraus. Ich zündete sie mit einem Streichholz an und zog daran. Der Rauch biss mir in die Lungen, und ich hustete. Der zweite Zug ging schon besser. Ich ging in die Hocke und blies Olli den Rauch in die weit geöffneten, leeren Augen. 
Ich werde euch die Einzelheiten der weiteren Gräueltaten ersparen. Es sei nur so viel gesagt, dass es viele waren. Der Unterrumpf lehrte mich, einem Menschenleben nicht mehr Wert beizumessen als dem einer Ratte. Jeder Mord, den ich beging, machte mich stärker, machte mich reicher und … ließ eine immer größere Leere in meinem Innern zurück. Ich vergaß, was es bedeutete, ein Gewissen zu haben. Furcht wurde zu einem Wort, das ich nicht mehr verstand. 
Bald verließ ich die Konstruktionsschächte und erkundete weitere Teile des Rumpfes. Natürlich versuchte ich, weiter nach oben zu gelangen in der Hoffnung, Sonnenlicht auf meiner blassen Haut zu spüren. Doch je näher man dem Deck kam, desto schwerer wurde ein Durchkommen. Man traf auf viele verschlossene Türen und bewachte Durchgänge. Zudem nahmen die Süchtigen, die auf den höheren Ebenen lebten, weniger Perl zu sich. Mit anderen Worten: Sie waren meist nicht zugedröhnt, litten unter Entzugserscheinungen und waren daher ernstzunehmende Gegner. Hingegen: Je weiter man nach unten in den Rumpf vordrang, desto zwielichtiger wurden die Bewohner. 
Auf den unteren Ebenen drückte einem die Stille des Ozeans auf die Trommelfelle. Stetes Tropfen hallte durch die Gänge, dann und wann unterbrochen vom stählernen Stöhnen des Schiffes. An vielen Stellen sammelte sich Wasser. Bewuchs, der mancherorts lumineszierend leuchtete, bedeckte Boden, Decke und Wände. 
Bei einem meiner seltenen Erkundungsgänge in diesem Teil des Rumpfes traf ich auf den wohl am schlimmsten zugerichteten Perlsüchtigen, der mir je begegnet ist. Das Merkwürdige am Perl ist, dass es die Menschen zwar langsam zu töten scheint, aber wohl nie zum Ende kommt. Der Mann war nackt. Haut, Haar und Augen weiß wie Schnee… nur seine Pupillen waren schwarz. Seine Haut spannte sich straff über sein Skelett und so erinnerte er mehr an eine wandelnde Leiche denn an einen lebenden Menschen. Er stand bloß da in einer Grotte und starrte an die Wand. Ich musterte ihn eine Zeit lang. Dann schnitt ich ihm die Kehle durch. 
Vielleicht habt ihr geglaubt, dass für jemanden wie ihn die Regel Töten oder getötet werden nicht gilt. Aber gerade Perlsüchtige werden, sobald die ersten Entzugserscheinungen eintreten, sehr vital, einfallsreich und unberechenbar. Ich weiß, wovon ich rede … Der Mann bemerkte nicht mal, dass er starb. Eine Zeit lang stand er da, während das Blut aus dem grotesk lächelnden Schnitt in der Kehle floss. Dann brach er zusammen. 
Durch Zufall gelangte ich eines Tages vor die Dealertür. Über diese Tür war es dem Gesinde aus dem Unterrumpf möglich, Handel mit den Piraten an Deck zu treiben. Ich ahnte, dass die Tür verschlossen war. Meine Vermutung bestätigte sich. Als ich die Klinke nach unten drückte, öffnete jemand eine in der Tür verborgene Klappe. Ein hektisches Augenpaar, bestückt mit buschigen Brauen, kam zum Vorschein. 
„Bist du das, Flip?“ 
Der Blick des Unbekannten fiel auf mich, und die Augen verengten sich zu Schlitzen. 
„Mein Name ist Godric.“ Meine Stimme klang eingerostet. Ich hatte sie lange nicht benutzt. 
„Hast du Perl?“ 
„Nein …“ 
„Dann verzieh dich.“ 
„Warte!“ 
Der Unbekannte hob die buschigen Brauen, und sein Blick verharrte. 
„Was bekomm ich, wenn ich dir Perl bringe?“ 
Der Unbekannte lachte. „Geld. Zigaretten. Und zwar deutlich mehr, als du unten in den Grotten dafür bezahlst. Aber ich bezweifle, dass ein Wurm wie du es schafft, etwas davon hier rauf zu schaffen. Die Süchtigen riechen, wenn du Perl mit dir herumträgst. Den Pelz eingeschlossen. Und du wirst nicht darum herumkommen, den Hauptgang auf der dritten Ebene zu betreten. Also viel Glück.“ 
Er schlug die Klappe zu. Selbst durch die verschlossene Tür hörte ich ihn spöttisch lachen. 
Später klopfte ich erneut an die Tür und präsentierte ihm einige weiße Perlen auf der offenen Handfläche. Ich hatte mein gesamtes erbeutetes Geld und Zigaretten in den Grotten dagegen eingetauscht. Da ich noch immer durch die Konstruktionsschächte passte, war es ein Leichtes gewesen, die Droge hinaufzuschaffen. Als der Unbekannte mich sah, hob er erneut die Brauen. Dieses Mal vor Überraschung. 
„Ich bin beeindruckt.“ 
Unten in der Dealertür öffnete sich eine weitere Klappe, und eine rostige Eisenschachtel wurde durchgeschoben. 
„Leg das Perl hinein, dann bekommst du deine Bezahlung.“ 
„Nein.“ Die Augenbrauen wanderten noch höher. „Erst die Bezahlung.“ 
Einen Moment lang glaubte ich, dass der Unbekannte die Klappe zuschlagen würde. Dann senkten sich die Brauen, und die Augen lächelten. 
„Na gut, du Schlaumeier.“ 
„Mein Name ist Godric.“ „Wie auch immer.“ 
Die Schachtel wurde zurückgezogen und kehrte wenige Augenblicke später gefüllt mit Tabak, Papier und einigen Groschen zurück. 
„Das sollte genügen.“ 
Und das tat es auch. Der Dealer hatte mir fast das Doppelte von dem gegeben, was ich für das Perl bezahlt hatte. Vom Erfolg beflügelt kehrte ich erneut in die Grotten zurück, tauschte Geld und Zigaretten gegen Perl und brachte es zur Dealertür. Das tat ich drei Mal. 
„Du hast Talent“, meinte der Dealer. Er musterte mich einen Moment lang schweigend. „Ich wette, du sehnst dich nach dem Tageslicht, Kleiner.“ 
Ich nickte stumm. „Diese Tür führt ans Deck der Swimming Island. Wenn es dir gelingt, mir schwarzes Perl zu bringen, lass ich dich durch. Wie hört sich das an? Mit deinem letzten Handel solltest du es bezahlen können.“ 
Allein der Gedanke ans Sonnenlicht ließ mein Herz schneller schlagen. Wie fühlte es sich an, wenn es einem die Haut wärmte? Wie fühlte es sich an, wenn einem der Wind durch die Haare strich? Ich erinnerte mich nicht. 
Ich machte mich wieder auf den Weg zu den Grotten. So erfuhr ich auf sehr schmerzlichem Wege, dass schwarzes Perl, wenn man es nicht richtig unter Verschluss hielt, so ziemlich von jedem Perlsüchtigen im ganzen Unterrumpf erspürt wurde. Dem Pelz eingeschlossen. Als ich in den Grotten danach verlangte, tauschten die Händler Blicke mit hochgezogenen Brauen. Dann zuckte einer von ihnen die Achseln und fischte eine der Perlen aus dem Wasser. Ich bezahlte und trat den Rückweg an. 
Der erste Perlsüchtige ließ nicht lange auf sich warten. Er stand einfach da in der Dunkelheit am Ende des Gangs. Sein bleicher Oberkörper war nackt. Die Augen in seinem reglosen Gesicht leuchteten. In den Händen hielt er ein rostiges Rohr. Ich kroch in einen Schacht. Als ich nach kurzer Zeit einen Blick über die Schulter warf, sah ich sein Gesicht. Mir blieb fast das Herz stehen. Immer noch sah ich keine Regung darin. Jedoch eine Entschlossenheit, die mir Angst machte. Ich kletterte eine Leiter hinauf und passierte eine Kreuzung. Ich befand mich auf direktem Wege zu einem Gang, in dem ich schneller vorankommen würde. Dort begegnete man erfahrungsgemäß nur selten jemandem. Als nun jedoch die Schachtmündung in Sicht kam, passierten drei Paar Füße mein Blickfeld. Ich verharrte und lauschte. Bildete ich es mir nur ein, oder schnüffelten die Süchtigen wie Hunde? Ein metallenes Klong ertönte, als einer von ihnen mit einem harten Gegenstand gegen die Wand schlug. Ich zuckte zusammen. Mit zitternden Knien kroch ich rückwärts, bis ich an die Kreuzung gelangte, und schlug eine andere Richtung ein. Ich konnte ein gutes Stück im Schutz der Konstruktionsschächte zurücklegen, aber früher oder später würde ich einen der größeren Gänge betreten müssen, wenn ich zur Dealertür wollte. 
Bei der nächsten Schachtmündung wartete wieder ein Perlsüchtiger auf mich. Er hatte sich auffällig neben der Mündung positioniert und schien dort auf mich zu lauern. Sein linker Fuß war zu sehen, außerdem atmete er laut. Ich fragte mich, ob er der Einzige war, der dort wartete. Vor meinem inneren Auge sah ich die Perlsüchtigen, die zu Dutzenden den Gang füllten und ihre Rücken gegen die Wand drückten. Sie konnten das schwarze Perl also spüren. Sie rochen es, vielleicht sahen sie es auch durch die Wände hindurch oder fühlten seine Gegenwart. Mir sank der Mut. Ich kroch wieder rückwärts und folgte einem anderen Schacht. Ich überlegte noch, ob dieser nicht genau neben dem Hauptgang verlief, auf dem der Pelz lebte, als wahnsinniges Gebrüll meine Vermutung bestätigte. Im nächsten Moment durchlief eine heftige Erschütterung die Wände des Konstruktionsschachtes, als sich die Bestie mit ihrem gesamten Gewicht von der anderen Seite dagegen warf. Es knirschte. Mehrere Nieten sprangen aus der Wand, als diese sich wölbte, und schossen Projektilen gleich durch den Schacht. Panisch kroch ich vorwärts. Wieder warf der Pelz sich gegen die Wand. 
Kurz bevor ich das Ende des Schachtes erreichte, erschien dort das bleiche Gesicht eines Perlsüchtigen. 
„Da bist du jaaaa!“, kreischte er und streckte seine Hände in den Schacht. „Gib es mir! Gib es miiir!“ 
Weitere Gesichter erschienen, weitere Hände quetschten sich durch die Mündung. Das Gebrüll wurde vielstimmig und unverständlich. Ein Blick über die Schulter verriet mir, dass der Pelz ein Loch hinter mir in die Wand geschlagen hatte, durch das er seine Schnauze stecken konnte. Maul und Augen waren weit aufgerissen. Er brüllte und Speicheltropfen flogen mir entgegen. 
Ich saß in der Falle. 

Über den Autor

Wilckens, Carl

Wilckens, Carl

Carl Wilckens, Jahrgang 1990, gehört zu der Generation, die von Fantasy-Literatur geprägt aufgewachsen ist. Zu seinen ersten literarischen Kindheitseindrücken gehören Vorlesestunden, gemeinsam mit seinen fünf Geschwistern, die seine spätere Leidenschaft für das... mehr über den Autor

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