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Chroniken von Chaos und Ordnung. Band 1: Thorn Gandir
Aufbruch

Chroniken von Chaos und Ordnung. Band 1: Thorn Gandir

Autor: Praßl, J.H.


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Produktart: Buch

Seiten: 548

Abbildungen: 3

Sprache: deutsch

Auflage: 4 Originalausgabe

Verlag: acabus Verlag

ISBN: 9783862822102

Einband: Englische Broschur

zum eBook

EUR 16,90

Artikel


  • Inhalt
  • Leseprobe
  • Rezension
Amalea im Jahre 340 nGF, fünfhundert und sechzig Jahre nach dem Höhepunkt der Chaosherrschaft:
„Die Zeit der Dunkelheit ist vorüber. Die Völker Amaleas sind im Begriff, die Welt von den letzten Chaosanhängern zu befreien und den Göttern der Ordnung zu neuer Macht zu verhelfen …“

Thorn Gandir, Waldläufer und Krieger, verliert während der Sklavenaufstände im Einsatz für den Senatsvorsitzenden Antonius Virgil Testaceus alles, was je Bedeutung für ihn hatte. Trotzdem lässt er sich dazu hinreißen, für seinen machthungrigen Mäzen Valians Zepter zu finden, das Gerüchten zufolge von einem mächtigen Feind des Imperiums entwendet wurde. Begleitet von der Söldnerin Chara Viola Lukullus, dem Kriegspriester Telos Malakin und dem Barbaren Bargh Barrowsøn macht er sich auf die gefährliche Reise durch die aschranische Wüste. Doch Thorn kann sich nicht sicher sein, wer Freund oder Feind ist … und welche Rolle er selbst dabei spielt, denn das Chaos ist gerade erst dabei, aus dem Verborgenen ans Licht zu treten.

Zwerge und Elfen, Orks, Kentauren, Thanatanen, Menschen ... Götter und Dämonen beleben die fantastische Welt Amalea. Ausgehend vom römisch-antik anmutenden Valianischen Imperium decken Thorn und seine Mitstreiter nach und nach das verlorene Wissen um die Alte Welt auf. Während die Mächte des Chaos und der Ordnung um die Vorherrschaft ringen, stehen die Helden dieser Geschichte einer uralten finsteren Macht gegenüber. Um Amalea vor dem Untergang zu bewahren, müssen sie die Grenzen der bekannten Welt überschreiten. Dabei wandeln sie auf dem schmalen Grat zwischen Gut und Böse.

Die Zukunft Amaleas hängt von ihrer Entscheidung ab – Chaos oder Ordnung?
Aus Kapitel 1: Flucht

Ein Nebel, so dicht wie das Gewebe einer Königsstola, lag blass und träge über dem Emlin-Tal. Sanfte Hügel drängten sich Schutz suchend an die steileren Hänge, die weit oben zu scharfkantigen, unpassierbaren Felswänden zusammenliefen. Das kleine Tal lag inmitten eines grauen, wild gewachsenen Gebirgslandes, das sich von der autonomen Provinz Shemora bis zu den von sanften Hügeln durchzogenen Ebenen um Valianor, der Hauptstadt des Valianischen Imperiums, hinzog.
Der Nebel nahm dem Morgen sein Licht. Er schob sich wie eine undurchdringliche Decke über das Tal und stemmte sich mit aller Gewalt gegen die Strahlen der aufgehenden Sonne, die verzweifelt versuchten, den dichten Schleier zu zerreißen, um das Resultat einer gewaltigen Schlacht zu enthüllen – einer Schlacht, die in der Nacht begonnen und mit der aufgehenden Sonne ein grausiges Ende gefunden hatte. Noch vor Tagesanbruch hatten sich Männer Auge in Auge gegenübergestanden, bereit, ihr Leben für ihre Ehre oder ihre Freiheit zu geben, bereit, für ihren Sieg in den Tod zu gehen.
Doch nur wenige wussten davon und kaum jemand kannte den eigentlichen, den wahren Grund für diese Schlacht.
[…]
Im Süden des Tals teilten sich die Felsen, um den Emlin passieren zu lassen, der sich über Tausende von Jahren tief in den harten Felsen gegraben hatte. Aufgrund der beginnenden Schneeschmelze brauste er mit solcher Kraft durch die Emlin-Schlucht, dass er kleinere Bäume vom Ufer mit sich riss, um sie weiter stromabwärts wieder zurückzulassen.
Dort, wo die Felsen zurückwichen, der Emlin sich weitete und seine Strömung zahmer wurde, trieben zwei große Fässer den Fluss entlang. Sie waren notdürftig mit einem Seil zusammengebunden und hüpften wie Korken hilflos von einer Welle zur anderen.
An manchen Stellen schrammten sie so knapp an den tödlichen Felskanten vorbei, dass das Holz gefährlich knirschte, doch die Fässer hielten stand.
Die Ufer des Emlin wurden flacher. Die Strömung beruhigte sich. Die beiden Fässer wurden langsamer und tanzten nicht mehr ungebändigt auf den Wassern. Da krachte es plötzlich und das Holz des ersten Fasses barst. Kleine Holzsplitter sirrten durch die Luft, als der Deckel ins Wasser geschmettert wurde. Eine Männerstimme drang aus dem Inneren des Fasses und übertönte kurzzeitig das Rauschen des Flusses.
„Wir gehen an Land!“
Es klang wie ein Befehl und die Reaktion folgte augenblicklich, als auch der Deckel des zweiten Fasses splitterte. Zwei schlanke Beine glitten ins Wasser, gefolgt von einer weiblichen Silhouette. Binnen weniger Augenblicke wurde die Frau von der Strömung erfasst und vom Sog nach unten gezogen. Gischt übersprühte ihr Gesicht, als sie ein Stück flussabwärts prustend wieder auftauchte und mit ganzer Kraft zu schwimmen begann.
Es platschte. Aus dem ersten Fass wuchtete sich ein Mann ins kalte Wasser und versuchte, das Fass zu packen, bevor der Fluss es mit sich riss. Von der Kälte des Wassers überrumpelt, atmete er ruckartig ein, verschluckte sich und hustete erbärmlich. Im letzten Augenblick bekam er den Rand des Fasses in die Finger und klammerte sich daran fest. Dann mühte er sich damit ab, den restlichen Inhalt des Fasses freizubekommen.
Zwei Arme plumpsten ins kalte Nass. Erleichtert ergriff sie der Mann in Höhe der Ellenbogen und stemmte sich mit seinen Füßen gegen den Rand des Fasses, das sich gefährlich nach unten neigte. Er verlor den Halt und versank im Wasser. Als er prustend wieder an die Oberfläche kam, konnte er im letzten Moment das Seil packen, das die beiden Fässer verband, und den Behälter zu sich heranziehen. Dann ließ er das Seil los und umfasste den Oberkörper der im Inneren eingeschlossenen Frau. Mit aller Kraft zog er ihren reglosen Körper heraus, bis endlich ihr Kopf in der Öffnung erschien. Lange schwarze Haare glitten ins schäumende Nass und wanden sich wie Schlangen auf der Wasseroberfläche. Die feinen Gesichtszüge und spitzen Ohren einer Elfe wurden sichtbar. Um ihre Stirn wand sich ein schmutziger, blutdurchtränkter Verband.
[…]
Die Lippen des Mannes waren vor Kälte blau angelaufen. Immer öfter holte ihn der Sog unter die Wasseroberfläche. Immer größer wurden die Abstände, in denen er Luft holen konnte. Doch der unbändige Wille, am Leben zu bleiben und das Leben der Frau in seinen Armen zu schützen, hielt ihn bei Kräften.
„Wo bist du?!“, schrie er hustend die Böschung hinauf, der er sich langsam näherte.
Keine Antwort.
Plötzlich tauchte das Gesicht seiner Begleiterin zwischen den Büschen auf. Sie schlitterte halb zum Fluss hinunter, halb hastete sie am Ufer entlang, während sie den Mann im Auge behielt. An einer Stelle, wo ein kleines Felsplateau ins Wasser ragte, kam sie rutschend zum Stehen und legte sich flach auf den Bauch. Ihre Hände streckte sie so weit sie konnte über den Emlin hinaus.
„Schwimm so nah wie möglich an den Stein heran!“, schrie sie, während der Mann in rasantem Tempo auf das Felsplateau zutrieb.
Er antwortete nicht, ruderte, mit der Linken den leblosen Körper umschlingend, hektisch auf die rettenden Hände zu. Doch seine eigene Hand war von der Kälte so taub, dass er nicht richtig zugreifen konnte und abrutschte. Unvermittelt ließ er die Elfe los und streckte die andere Hand nach seiner Begleiterin aus. Er krallte sich daran fest und schaffte es gerade noch, mit seinen Beinen die bewusstlose Elfe zu umklammern, die von der Strömung fast fortgerissen worden wäre. Eine Weile ver-harrte er schwer atmend, während seine Retterin auf dem Felsen die Zähne zusammenbiss.
Endlich packte der Mann mit seiner freien Hand die Elfe, zog sie zwischen sich und den Felsen und drückte sie so fest dagegen, wie es die Strömung erlaubte, die seine Beine immer wieder flussabwärts drücken wollte. Doch um sie am Felsen hochzuhieven, fehlte ihm die Kraft. Flehend blickte er in die Augen seiner Begleiterin, aber sie reagierte nicht.
Sein Blick wurde zornig.
Die Frau zögerte. Schließlich griff sie der Bewusstlosen unter die Achseln und zog sie das letzte Stück über den Felsen. Kraftlos zog sich auch der Mann am Stein hoch, bevor er völlig erschöpft zusammenbrach und keuchend liegen blieb.
„Das hat uns gerade noch gefehlt!“, zischte die Frau.
Mit einem abfälligen Blick auf die ohnmächtige Elfenkriegerin, kletterte sie über die Böschung. […] Kitayschas Verletzungen waren tödlich. Und als sie angegriffen wurde, war er nicht da gewesen. Er war nicht da gewesen, als ihr der Morgenstern über den Schädel gezogen worden war. Er war nicht da gewesen …
Seine klammen Finger glitten über den glatten, vom Wasser rund geschliffenen Felsen und krallten sich in das Hemd der Elfe. Er seufzte leise, als er ihren schwachen Atem vernahm.
Schließlich kämpfte er sich auf die Beine, hob die Kriegerin hoch und erklomm den Hang, über den sich seine Retterin abgesetzt hatte.
Er fand sie schließlich einige Schritte flussabwärts. Sie hatte sich einen geeigneten Platz gesucht, um ihre Kleider zu trocknen. Inmitten einer geduckt stehenden, kreisförmigen Baumgruppe, die unliebsamen Einblicken vorbeugte, riss sie sich das nasse Hemd vom Leib und rieb sich bibbernd die Oberarme. Als sie ihn bemerkte, wandte sie ihren Blick ab. Ohne Hemmungen schälte sie sich aus ihrer triefenden Hose, bis sie völlig nackt vor ihm stand.
„Was soll das, Thorn!“, blaffte sie ihn wütend an. „Du wärst ihretwegen fast ertrunken! Ihretwegen wären wir fast umgekommen!“
Mit einem verächtlichen Blick setzte sie hinzu: „Wir können sie nicht mitnehmen! Es muss dir doch klar sein, dass sie das nicht überlebt! Willst du mit ihr sterben, nach allem, was wir durchmachen mussten? Es war reines Glück, dass wir es bis hierhin geschafft haben! Willst du jetzt alles riskieren? Nur, um eine tote Elfe bis nach Valianor zu schleppen?“

* * *

Der süßliche Geruch von Blut, durchsetzt vom herben Duft nach Weihrauch, hing in dem fensterlosen Raum und drang in seine Nase, als er die Tür hinter sich schloss. Antonius Virgil Testaceus war die morbide Atmosphäre hier längst gewohnt; die Düsternis der unterirdischen Gemäuer konnte ihn kaum noch beeindrucken. In jedem der vier Winkel stand ein Marmorsockel mit einem Weihrauchkessel umringt von Kerzen. In der Mitte des Raums erhob sich ein Altar aus schwarzem Basalt. Neben dem Altar stand eine Gestalt, deren Augen so schwarz waren wie der Stein.
Testaceus hatten diese Augen mehr als einmal dazu gebracht, sich unsicher und verloren zu fühlen. Er wusste um die bedrohliche Kälte, die der Mann neben dem Altar ausströmte, wusste um die beängstigende Wirkung seines bohrenden Blicks und den Effekt seiner ausgemergelten Gestalt. Darum war ihm auch klar, was seinem kleinen Begleiter in eben diesem Augenblick durch den Kopf schoss: Flucht!
Testaceus umschloss die Hand des Jungen noch fester. Er spürte sein Zögern beim Anblick der dunklen Gestalt. Zitternd presste sich der zarte Körper an ihn, während ängstliche Augen fragend zu ihm aufblickten. […]
Testaceus’ Aufmerksamkeit kehrte zur Gestalt am Altar zurück, die, immer noch reglos verharrend, ihre Augen zwischen ihnen hin und her wandern ließ. Schließlich bohrte sich ihr Blick in Testaceus’ Kopf und wie schon viele Male zuvor hatte er den Eindruck, sie würde jeden seiner Gedanken kennen.
Ein kaltes Kribbeln kroch seinen Rücken hoch und hinterließ ein Gefühl absoluter Leere in seiner Magengegend. Er musste kurz durchat-men, dann schob er den Jungen, der sich immer noch ängstlich an ihn drückte, auf die Gestalt zu, die schweigend jede ihrer Bewegungen beobachtete.
„Ich bin hier, um Hilfe durch Eure Gabe zu erbitten“, durchbrach Testaceus die eisige Stille.
Es war jedes Mal die gleiche Prozedur. Jedes Mal begann er mit genau diesen Worten und jedes Mal musterte ihn der Augur, nachdem er sein Anliegen vorgebracht hatte, mit berechnendem Blick. Es war Teil des Ritus, der die Weissagung eines Auguren gewandete wie die Amtstracht einen Senator, und deshalb war es nicht nur ungebührlich, sondern auch gefährlich, die einleitende Bitte zu unterlassen und die darauffolgende Stille zu unterbrechen. Auguren waren anerkannte Leute. Zwar nicht so anerkannt wie ein Senator, doch sie besaßen etwas, das kein gewöhnlicher Mensch besaß: die Macht des sechsten Sinns in ihrer höchsten Ausprägung.[…]
Testaceus warf einen Blick auf das bleiche Gesicht des Jungen, der ängstlich zu dem Mann in der schwarzen Robe hochsah. Trotz seiner offensichtlichen Scheu versuchte er, tapfer stillzuhalten, und machte keine Anstalten, davonzulaufen. Testaceus selbst hatte dafür gesorgt, dass der Junge ihm blind vertraute und ganz sicher bis zum Ende durchhielt.
Testaceus warf einen kurzen Seitenblick auf den Altar.
„Zwei Fragen, wenn Ihr gewillt seid, Lestrang“, eröffnete Testaceus mit ehrfürchtig gedämpfter Stimme das Ritual.
„Zwei Antworten, wenn die Dinge günstig stehen“, antwortete der Augur gleichmütig und schritt an Testaceus vorbei zur Tür, woraufhin vier ausgemergelte Gestalten in den gleichen Roben aus hauchdünnem schwarzen Stoff eintraten. Alle hatten diese seltsam schwarzen Augen, deren kalter, taxierender Blick sich auf Testaceus und das Kind richtete.
„Ich nehme an, es geht um die Schlacht gegen den Sklavenführer.“
Lestrangs Stimme klang, als ob man trockenes Laub zwischen den Fingern zerbröselte.
„Ganz recht.“
Testaceus schob den Jungen, der bei den Worten des Auguren unwillkürlich zwei Schritte zurückgewichen war und nun förmlich mit den Beinen des Senatsvorsitzenden verschmolz, ein Stück von seinem Körper weg. Um ihn zu beruhigen, drückte er seine Hand. Obwohl er den Schrecken des Kindes nachempfinden konnte, wusste er, dass der Augur auf die Angst eines Menschen reagierte wie ein Wolf bei dem Geruch von Blut und er hatte nicht das geringste Bedürfnis, Lestrang zusätzlich zu animieren.
Während sich die anderen Auguren mit raschelnden Roben um den Altar versammelten, trat Lestrang an den Jungen heran. Seine Fingerspitzen strichen sanft über sein Gesicht. Testaceus registrierte, wie der Junge zu zittern begann, und stellte mit Abscheu fest, dass seine Angst dem Auguren ein kaum wahrnehmbares Lächeln entlockte.
Schließlich richtete Lestrang sich auf, ging zum Altar zurück und legte seine Hand auf die kalte schwarze Steinplatte.
„Ihr habt wie immer dafür gesorgt, dass wir unser Ritual ungestört durchführen können?“
Lestrangs Augen ruhten auf dem Jungen. Die kleine Hand war schweißnass.
„Natürlich“, antwortete Testaceus ungerührt, obwohl sein Magen sich unangenehm zusammenkrampfte.
Lestrangs Aufmerksamkeit wanderte zu den restlichen Auguren, eine Tatsache, die Testaceus kurz aufatmen ließ.
„Nun denn, es ist an der Zeit, dass ich mich um Euer Mündel kümmere“, begann Lestrang, ohne seinen Blick von den Auguren zu wenden.
Testaceus lief es eiskalt über den Rücken.

Auf http://www.amazon.de von Sursulapitschi (13.11.13)


Band 1 der Chroniken von Chaos und Ordnung ist der Auftakt zu einer epischen Fantasy-Saga.

Die Welt Amalea ist sehr komplex. Und die Reise durch diese Welt beginnt im valerianischen Imperium, einem Land, das deutlich römische Züge hat, in dem aber auch Magie einen Platz hat. Es erhebt für sich den Anspruch, die Ordnung zu vertreten und kämpft erbittert gegen seine Feinde, die das Chaos bringen. Das scheint allerdings nur die Theorie zu sein, denn im führenden Reich der Ordnung gibt es auch reichlich Unterdrückung, politische Intrigen und blutige magische Rituale.
Eine Zweckgemeinschaft von vier ganz unterschiedlichen Recken erhält den Auftrag, das Zepter der Macht zurück zu holen, das dem valerianischen Herrscher gestohlen wurde. Wir verfolgen den Weg von Thorn, dem Waldläufer, Telos, dem Priester und Chara und Bargh, den Söldnern. Da sind einige Schlachten zu schlagen und merkwürdige Kreaturen zu bekämpfen.
Als erstes ist mir an diesem Buch der wunderbare Schreibstil aufgefallen. Man ist ganz nah dran am Geschehen und kann alles sehr gut mitfühlen und nachvollziehen. Das heißt natürlich auch, dass man die ein oder andere grausige Szene sowie gelegentliches Schlachtgetümmel sehr plastisch vor Augen hat. Dieses Buch ist nichts für zarte Gemüter.
Weniger nah dran ist man an den Protagonisten. Man lernt sie sehr langsam kennen. Hier gibt es keine echten Helden. Jeder hat Schwächen und auch Stärken. Erst gegen Ende des Buches wird (weitgehend) klar, wer denn nun auf welcher Seite steht, wobei man trotzdem noch nicht weiß, welche Seite denn die richtige ist. Liegt Chaos und Ordnung vielleicht eher im Auge des Betrachters und ist somit Interpretationssache?
Es hat mir großen Spaß gemacht dieses Buch zu lesen. Trotzdem ziehe ich einen Stern ab für ein reichlich offenes Ende. Natürlich ist das hier der erste Band von voraussichtlich 8 Büchern und da kann man noch nicht alles erfahren. Aber der Klappentext bezieht sich deutlich auf das ganze Werk, was mir zunächst nicht klar war. Die dort angesprochene Dramatik wird in diesem Buch gerade mal angekratzt.
Ich hätte auch sehr gerne mehr Randinformationen zu den Protagonisten gehabt. Im Nachhinein habe ich festgestellt: Die gibt es in unglaublicher Ausführlichkeit auf der Homepage zum Buch, nur leider nicht im Buch selber.
Der zweite Teil erscheint erst Ende nächsten Jahres. Das ist eine ziemlich bittere Pille, hatte ich mich doch gerade erst eingelebt. Da muss ich mich wohl gedulden. Ich bin gespannt!

Online: http://www.amazon.de/Chroniken-von-Chaos-Ordnung-Band/dp/3862822109/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1384435864&sr=8-1&keywords=chroniken+von+chaos+und+ordnung

Auf http://www.amazon.de von Lärche (27.09.15)


Seit ich das Buch beendet habe, frage ich mich wie ich es bewerten soll – dabei ist die Frage „hat es dir gefallen oder nicht“ sehr schnell beantwortet: ich fand es großartig! Aber wie kann ich so ein gelungenes Buch in Worte fassen ohne ihm seine Tiefe und seine Begründungszusammenhänge zu nehmen. Ich habe keine Ahnung. Wie man schon erahnen kann, ist es ein Buch, das zwar oberflächlich betrachtet eine einfache (aus einem Rollenspiel erwachsene) Handlung beinhaltet, aber eigentlich ist es viel mehr. Es stellt sich die Frage: was ist eigentlich Gut und was ist Böse. Was ist Chaos und was ist Ordnung und wie gehören diese Begriffe zusammen. Dabei spielen Fragen nach Zufall, Schicksal, Religion und Liebe eine nicht unerhebliche Rolle. Auf diesen 1.Band – und ich gehe davon aus, dass die anderen Bände ähnlich werden – habe ich mich mit unglaublich viel  Freude eingelassen. Freude an der Handlung, an der Entdeckung der unterschiedlichen Charaktere, des kulturellen und historischen Hintergrundes und auch auf den philosophisch-religiösen Aspekt.
Wer ein Fantasy-Buch mit einem Helden und seinen Gefährten erwartet, der wird nicht unbedingt enttäuscht werden, aber sollte sich bewusst sein, dass es gar nicht so einfach ist ein Held zu sein. Wie sieht es aus mit der Handlungsmotivation eines jeden Helden? Liebe? Rache? Der Wunsch nach einer „besseren“ Welt? Wie weit darf man dafür gehen?
Die Charaktere werden sehr differenziert und menschlich dargestellt. Sie bleiben nicht an der Oberfläche, sondern laden dazu ein sich mit sich selber und seinen Idealen und Werten auseinander zu setzen. Wenn auch nicht jeder Charakter gleich intensiv betrachtet wird – es ist der erste von insgesamt acht Bänden und ich bin mir sicher, dass der ein oder andere Charakter noch eine entsprechende Würdigung enthält.
Bei jeder Seite merkt man den Autoren an, dass sie sich sehr intensiv mit „ihrer“ Welt und den Hintergründen beschäftigt gesetzt haben. Es macht mir als Leser Spaß die kleinen Details in den Beschreibungen der Welt zu entdecken und mich dann doch immer wieder überraschen zu lassen.
So könnte ich noch lange weiterschreiben. Eines ist mir wichtig zu sagen: Vielen Dank für diese Buch. Es ist ein Kleinod unter den Fantasy-Reihen und ich freue mich riesig auf die Fortsetzung!

Online: http://www.amazon.de/Chroniken-von-Chaos-Ordnung-Band/dp/3862822109/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1443509157&sr=8-1&keywords=Thorn+Gandir



Über den Autor

Praßl, J.H.

Praßl, J.H.

Hinter dem Namen J.H. Praßl verbirgt sich das österreichische Autorenehepaar Judith und Heinz Praßl. Zusammen schreiben sie bereits seit Jahren an dem Fantasy-Epos Chroniken von Chaos und Ordnung. Judith Praßl wurde 1979 in Oberösterreich geboren. Sie ist... mehr über den Autor

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